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Katholischer Akademiker/innenverband lud zur Juristenmesse

Foto: Vorsitzende des KAV Angelika Beroun-Linhart, Hofrat des Verwaltungsgerichtshofes Norbert Brandl, Präsident des Landesgerichts St. Pölten Franz Cutka, Bezirkshauptfrau von Amstetten Mag. Martina Gerersdorfer, Schulamtsleiter Mag. Josef Kirchner, Referent Prof. Clemens Sedmak, Caritasdirektor Hannes Ziselsberger, Abgeordnete zum NÖ Landtag Michaela Hinterholzer, Schulleiter des Bildungszentrums der Caritas Mag. Helmut Beroun, Geistlicher Assistent des KAV Hr. Mauritius Lenz

Seitenstetten, 17.10.2018 (dsp) Im Stift Seitenstetten beleuchtete der renommierte Theologe und Ethiker Prof. Clemens Sedmak vor Juristinnen und Juristen aus der Verwaltung, Justiz und dem Notariatswesen die rechtliche Dimension von Gerechtigkeit und Menschenwürde. Zur traditionellen Juristenmesse lud der Katholische Akademiker/innenverbandes (KAV) der Diözese St. Pölten.

Gerechtigkeitsprobleme entstünden dort, wo Gleichheit und Ungleichheit zur selben Zeit auftreten. Da Menschenwürde die Einzigartigkeit des Menschen anerkenne, sei Gerechtigkeit nicht mechanisierbar. Es gebe keinen Katalog für Schuld und Sühne, es Versuche dazu gab, etwa durch die mittelalterlichen irischen Mönche das versucht haben. Immer brauche es ein menschliches Urteil.
 
Zu Menschenwürde erzählte er eine Erfahrung aus dem größten Flüchtlingslager der Welt in Kenia, wo Menschen sich auch einmal Tee mit Zucker "leisten" wollen und dafür sogar die tägliche Ration Reis eintauschen. Armutsbetroffene würden sich auch ein kleines Stück Luxus wünschen. Das sollten wir auch in der Diskussion in Österreich ernst nehmen. Menschenwürde sei die Ehrfurcht vor der Einzigartigkeit des Menschen. Ohne die Erfahrung von Verwundbarkeit hätten wir nicht den Begriff der Menschenrechte. Er erinnerte daran, dass die Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 ohne die Katastrophe und Verbrechen des Zweiten Weltkrieges nicht entstanden wäre.
 
Imago Dei
 
Arme, ausgegrenzte, verwundete Menschen könnten uns lehren, wie Gott den Menschen gemeint hat. Nicht mit Würde ausgestattet aufgrund großer Taten, sondern aufgrund der Ebenbildlichkeit Gottes. „Imago Dei“ - wir Menschen seien Abbilder Gottes, das sei der tiefste Grund der Menschenwürde. Er rief auf, das auch in die säkulare Welt zu tragen. Das Postulat von „Imago dei“ sei zu schön, um nicht erzählt zu werden.
 
Was heiße nun Würde konkret? Das Minimum sei eine anständige Gesellschaft, die nicht demütigt. Er gab einige Beispiele für Demütigungen: wenn Reinigungskräfte ignoriert werden, wenn wir Kassakräfte nicht anschauen, wenn Privatsphäre im Krankenhaus nicht geachtet wird... Jeder solle in seinem Umfeld eigene Beispiele suchen.
 
Barmherzigkeit > Gerechtigkeit
 
Die Gerechtigkeit habe alles im Blick, aber die Barmherzigkeit habe den Einzelfall im Blick, so lehre es uns Papst Franziskus. Damit habe die Barmherzigkeit den Vorrang gegenüber der Gerechtigkeit und müsste die Grundlage des Zusammenlebens sein. Für sich selber hoffe er, dass Gott im Himmel Barmherzigkeit statt Gerechtigkeit gewähren wird.
 
Foto: Vorsitzende des KAV Angelika Beroun-Linhart, Hofrat des Verwaltungsgerichtshofes Norbert Brandl, Präsident des Landesgerichts St. Pölten Franz Cutka, Bezirkshauptfrau von Amstetten Mag. Martina Gerersdorfer, Schulamtsleiter Mag. Josef Kirchner, Referent Prof. Clemens Sedmak, Caritasdirektor Hannes Ziselsberger, Abgeordnete zum NÖ Landtag Michaela Hinterholzer, Schulleiter des Bildungszentrums der Caritas Mag. Helmut Beroun, Geistlicher Assistent des KAV Hr. Mauritius Lenz