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Jugendseelsorge: Räume schaffen, wo Gott erfahrbar ist

Bernadette Lang und hristian Berghammer von der Loretto-Gemeinschaft in Salzburg

St. Pölten, 21.02.2018 (dsp) In der Jugendpastoral gelte es, Räume zu schaffen, wo Gott erfahrbar ist. Das betonten Christian Berghammer, Leiter von der Loretto-Gemeinschaft in Salzburg, und Bernadette Lang bei der Priesterstudientagung der Diözese St. Pölten im Bildungshaus St. Hippolyt. Ziel müsse eine persönliche Beziehung zu Gott, die Freundschaft mit Jesus Christus sein. Die Botschaft der Kirche sei zwar auch für Jugendliche „sehr attraktiv“, das „Marketing“ sei jedoch meistens schlecht. Es gebe in der Seelsorge für junge Menschen kein Patentrezept, dass immer funktioniere, aber einige Prinzipien, die überall anwendbar seien.

Die Kirche stehe zwar in Konkurrenz zu anderen Angeboten, die um die verfügbare Zeit der Jugendlichen werben, sie dürfe jedoch „nicht versuchen, der bessere Fußballclub oder die bessere Disco zu sein“, so Berghammer. Die Botschaft der Kirche an die Jugend müsse viel mehr lauten: „Wir haben das, was ihr eigentlich, was ihr wirklich sucht!“ Sei der Glaube an sich zwar durchaus attraktiv, so gelte es doch einen Rahmen zu schaffen, in dem sich Jugendliche wohl fühlen.

Berghammer und Lang nannten als wichtige Bereiche die Musik als „Schlüssel, wie Menschen berührt werden können“ und die Ästhetik: „Auch Jugendliche gehen gerne an Orte, die schön gestaltet sind.“ Auch eine aktiv gelebte Willkommenskultur könne mithelfen, dass die Kirche zu einem Ort wird, an dem sich Menschen – nicht nur Jugendliche – wohl fühlen, „wo sich andere für mich interessieren“. Es brauche in den Pfarren auch eine „Kultur der Ermutigung“ und die Übergabe an Verantwortung an Jugendliche, damit diese nicht nur konsumieren, sondern ihre Charismen einbringen können. „Zeigt den Jugendlichen, dass sie gebraucht werden – dann bleiben sie auch.“

„Best practice“-Beispiele

Die Loretto-Mitarbeiter ermutigten auch, „über den Tellerrand zu schauen“, wo Initiativen erfolgreich sind und was man selber ausprobieren könnte. Solche „Best practice“-Beispiele stellte auch Michael Scharf, Diözesanjugendseelsorger der Erzdiözese Wien, vor. Um die Energien zu bündeln, wurde in Wien kürzlich die Dienststelle „Junge Kirche“ aufgebaut, die als Servicestelle für alle Jugendbewegungen der Erzdiözese dient: „Viele Bewegungen, ein gemeinsames Dach.“

Ein Projekt, das bereits erfolgreich läuft, ist „Soul space“ in Schulen: ein Klassenzimmer, das für einige Tage oder eine ganze Woche „gemütlich eingerichtet“ wird. Verschiedene Stationen ermöglichen den Jugendlichen, „über sich, über Gott und über ihre Umwelt nachzudenken“, erklärte Scharf. Dieses Angebot spreche Schülerinnen und Schüler von der ersten Klasse Volksschule bis zur 8. Klasse AHS an. „Wir haben als Kirche den Menschen etwas zu bringen, das ihren Herzen gut tut“, so Scharf. Er selbst beschränke sich darauf, Zeugnis abzulegen, etwas anzubieten: „Du bist für dein Leben verantwortlich. Ich biete dir eine Erfahrung an, die ich gemacht habe.“ Diese anzunehmen, liege an den Jugendlichen selbst – und die Bekehrung „machen“ könne nur Gott.

Digitale Kooperationen

Innovative Wege in der digitalen, um den Kontakt zu Menschen herzustellen, die zu Glauben oder Kirche wenig oder keinen Bezug haben, stellte Carl Rauch, Geschäftsführer des Medienhauses der Erzdiözese Wien vor. Internetauftritte, die sich unmittelbar auf die Lebenswelt der Menschen mit ihren Fragen, Freuden und Nöten beziehen schaffen auf dieser Basis eine Verknüpfung zu neuen oder bestehenden Aktivitäten in Pfarren bzw. in der Diözese. Dadurch wird ein lebendiger Kreislauf entwickelt, da sich neue Personen und innerkirchliche Angebote in einer gegenseitigen Dynamik befruchten und Wachstum die Folge ist.

Seit Ende 2014 betreibt das Medienhaus das Internet-Portal meinefamilie.at – seit Jahresbeginn 2018 in Zusammenarbeit mit der Diözese St. Pölten. 30 Redakteurinnen und Redakteure schreiben über Themen, die jungen Eltern in ihrem Alltag beschäftigen. Diese Inhalte werden über die Website, Google und Facebook monatlich von bis zu 250.000 Personen gelesen. Das Internet-Portal zieht Leser über seine Inhalte an. Auf der Website werden dann Veranstaltungen und Kurse (Erziehungs-, Beziehungs- und Alpha-Kurse) angeboten, die in kirchlichen Räumen und in Zusammenarbeit mit Gemeinden organisiert werden, und durch die ein Kontakt mit der Kirche und mit einer Gemeinde entstehen soll. Auf diese Art werden Menschen, die auf Google oder in sozialen Medien auf Inhalte von meinefamilie.at stoßen, Schritt um Schritt näher an die katholische Kirche heran geführt.

Auf den Erfahrungen von meinefamilie.at aufbauend, arbeitet das Medienhaus in Zusammenarbeit mit dem Referat für Kommunikation der Diözese St. Pölten und drei weiteren Diözesen den Aufbau der Internetseite meinplan.at zur Ansprache Jugendlicher und junger Erwachsener. Auch hier geht es darum, die Zielgruppe – junge Menschen in einer Umbruchs- und Orientierungsphase – über digitale Medien anzusprechen, sie auf die Website zu bringen und sie von dort in Kontakt mit passenden Angeboten zu bringen. Projektverantwortliche in der Diözese St. Pölten ist Ernestine Fournarakis: e.fournarakis@kirche.at