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Jahreswechsel: "Gewaltige Umbrüche in Gesellschaft und Kirche"

Diözesanbischof DDr. Klaus Küng und Dompfarrer Norbert Burmettler

St. Pölten, 01.01.2018 (dsp) Er sei dankbar dafür, in einem Land zu leben, "in dem es zwar unübersehbar Tendenzen gibt, die darauf hinweisen, dass die christlichen Wertevorstellungen nur mehr teilweise vorhanden sind, in dem aber doch die Freiheit des Gewissens gegeben ist", sagte Bischof Klaus Küng in seiner Predigt zur Jahresschlussandacht im Dom von St. Pölten. Die aktuellen gesellschaftlichen und kirchlichen Umbrüche seien "gewaltig", so Küng: "Es ist sicher angebracht, den Beistand des Heiligen Geistes zu erbitten und die Zuversicht des Glaubens tief in unseren Herzen zu verankern."
Predigt im Wortlaut

Bischof Küng ließ mehrere Großereignisse aus der Welt- und Ortskirche im zu Ende gehenden Jahr Revue passieren, darunter die Pfarrgemeinderatswahl und das Jubiläum zu "100 Jahre Fatima". Die Feiern zum 70-jährigen Bestehen der Gebetsgemeinschaft "Rosenkranz-Sühnekreuzzug" wiederum hätten bewusst gemacht, "dass wir nicht aufhören dürfen, für unser Land und seine Bewohnern zu beten, damit wir unsere Freiheit bewahren, die in unserer Zeit nicht so sehr von politischer Seite bedroht ist, sondern durch uns selbst, wenn Konsumismus und Materialismus überhand nehmen und wir Gefahr laufen, in andere Arten von Knechtschaft zu geraten".

Auch das abgeschlossene Bedenkjahr zu "500 Jahre Reformation" sei "in gewissem Sinne zu einem Gnadenjahr" geworden, meinte der St. Pöltner Bischof. Es habe bewusst gemacht, welch große Krisen, die Kirche in der Geschichte schon überstanden hat und dass Martin Luther "mit seiner Revolution, die an sich sehr schmerzhaft war, auch Gutes ausgelöst und bewirkt hat". Er sei dankbar für die innere Annäherung der Konfessionen seither, so Küng, auch wenn in der Ökumene weiterhin wichtige Fragen offen blieben.

Predigt im Wortlaut