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Hochkarätige Tagung: 45.000 Kleindenkmäler in Niederösterreich prägen Landschaft

Eröffnung der hochkarätigen 23. internationalen Tagung für Kleindenkmalforschung in St. Pölten

St. Pölten, 08.06.2018 (dsp) Bischof Klaus Küng eröffnete eine Tagung für Kleindenkmalforschung im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt. Die Klein- und Flurdenkmäler stünden im Zeichen des europäischen „Jahres des kulturellen Erbes“, so die Veranstalter. Diese Denkmäler seien Orte des Gedenkens, der Erinnerung und der Mahnung und Orte des Innehaltens. Experten aus dem In- und Ausland widmen sich vom 7. bis 10. Juni im Bildungshaus St. Hippolyt ua. Fragen der Denkmalpflege sowie der Kriegerdenkmäler, der Dreifaltigkeitsdarstellungen oder der Kunst.

Bischof Küng zeigte sich erfreut, dass in den letzten Jahrzehnten so viel zum Schutz der Kleindenkmäler getan worden sei, darin fließe viel Herz rein. Als Bischof sei er in alle Ortschaften der Diözese gekommen und habe wahrgenommen, wie viele Symbole es da gebe. Sie seien Ausdruck der Dankbarkeit und würden viele verborgene Geschichten erzählen. Er sei froh, dass die vielen Kapellen und Marterl Bestandteil der Heimat seien. Auch viele junge Menschen hätten oft viel Bezug zu diesen Denkmälern, sie seien Bestandteil des täglichen Lebens und würden „Schönheit repräsentieren“.

Martin Grüneis, stv. Leiter der Abteilung Kunst und Kultur im Amt der niederösterreichischen Landesregierung, verwies auf das „große kulturelle Erbe in Niederösterreich“. Rund 10.500 Objekte stünden in Niederösterreich unter Denkmalschutz, das sei ein Viertel aller österreichischer Objekte. Das Große und das Kleine hänge zusammen: hier das UNESCO-Weltkulturerbe mit der Wachau und dem großen Stift Göttweig, dort die sakral geprägte Landschaft. In letzter Zeit seien immer wieder neue – auch kontroversielle - Denkmäler entstanden, nicht nur für Künstler wie Falco, sondern auch als Erinnerung an schwere Zeiten. Diese Mahnkultur sei wichtig für das Land. Grüneis würdigte auch, dass dieses unschätzbar wertvolle Erbe durch viele Ehrenamtliche gewahrt bleibe.

Josef Neuhold, Leiter des Fachbereichs Klein- und Flurdenkmäler Niederösterreichs, erinnerte daran, dass es allein in Niederösterreich rund 45.000 Klein- und Flurdenkmäler gebe, von denen – wie erwähnt – 10.500 unter Denkmalschutz stehen. Diese würden den Glauben der Menschen ausdrücken und seien Zeugen des Glaubens. Es sei ihm ein Anliegen, dass diese weiterhin gewahrt und gepflegt werden.

Expertin Brigitte Heilingbrunner vom Arbeitskreis für Kleindenkmalforschung Oberösterreich betonte, dass Kleindenkmäler weiter im Trend lägen. Sie würden auf religiöse, politische und gesellschaftliche Veränderungen reagieren und seien so etwas wie ein „lebendiger Organismus“. Die Denkmäler seien wichtiger Ausdruck unseres Erbes, unserer Kultur und unserer Geschichte.

Über mehrere Jahrhunderte spannt sich der zeitliche Bogen, von der Spätgotik über den Dreißigjährigen Krieg bis zu den Kriegerdenkmälern des 20. Jahrhunderts und der aktuellen zeitgenössischen Kunst im öffentlichen Raum. Besondere Schwerpunkte bilden die Heilige Dreifaltigkeit und neue Impulse in der Betrachtung und Auseinandersetzung mit Kleindenkmälern in unserer heutigen Zeit.

Seit rund 50 Jahren treffen sich Kleindenkmalexpertinnen und -experten des zentraleuropäischen Raums alternierend in Deutschland, der Tschechischen Republik, der Slowakei, in Ungarn und in Österreich, um über aktuelle Forschungen und Projekte zu berichten. Wesentlicher Partner war heuer das „Museums Management Niederösterreich“. 2020 wird man sich wieder in der Slowakei treffen.

Foto: Eröffnung der hochkarätigen 23. internationalen Tagung für Kleindenkmalforschung in St. Pölten