November
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Bischof Alois Schwarz im Radio NÖ Interview
 
 

Fünf Fragen und Antworten zur Jugendsynode

Vom 3. bis 28. Oktober versammeln sich Bischöfe aus aller Welt im Vatikan zur 15. Ordentlichen Bischofssynode. Es geht um junge Menschen, ihren Glauben und ihre Lebensentscheidungen. Auch Jugendliche selbst sollen zu Wort kommen. Fragen und Antworten zu dem kirchlichen Großereignis.

Worum geht es bei der Bischofssynode zur Jugend?

Die Bischöfe wollen sich ein möglichst umfassendes und realistisches Bild vom Leben und Glauben "der Jugend" auf der Welt machen. Gemeint sind "alle Jugendlichen, ohne Ausnahme". Es geht darum, Antworten auf die Fragen junger Menschen zu finden. Die Kirche möchte Jugendliche begleiten, ihnen bei wichtigen Entscheidungen helfen und sie ermutigen, sich in Gesellschaft und Kirche zu engagieren. Ziel der Beratungen ist ein Schlussdokument, über das die Synodenmitglieder auch abstimmen.

Wie werden Jugendliche selbst einbezogen?

Zur Vorbereitung lief bis Ende 2017 eine weltweite Internetumfrage des Vatikan. Bei einem internationalen Vorbereitungsseminar mit Jugendlichen in Rom im Herbst 2017 wurden Themenvorschläge gesammelt. Im vergangenen März fand in Rom eine sogenannte Vorsynode statt mit 300 jungen Leuten aus aller Welt inklusive Angehöriger anderer Religionen und Nichtgläubigen. Zum Abschluss übergaben die Teilnehmer - unter ihnen war auch die Theologiestudentin Eva Wimmer als Vertreterin aus Österreich - dem Papst eine Zusammenfassung ihrer Überlegungen. Über die Internetseite der Synode (www.synod2018.va) konnten auch andere diese "Präsynode" verfolgen und kommentieren.

An der Synode selbst nehmen nun 50 ausgewählte Hörer ("Auditores") teil, darunter viele junge Menschen. Sie werden mitdiskutieren, haben laut Synodensatzung jedoch kein Stimmrecht. Einziger Auditor aus dem deutschsprachigen Raum ist der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Thomas Andonie.

Wie liefen die Vorbereitungen?

Diese Synode ist die erste nach der neuen Synodenordnung, die Papst Franziskus Mitte September erlassen hat. Deren Regelungen wurden in den Vorbereitungen zur Jugendsynode de facto vorweggenommen. Wie üblich bekamen alle Bischofskonferenzen ein erstes Vorbereitungsdokument mit einem Fragebogen. An der Internetumfrage nahmen laut Vatikan 221.000 Jugendliche und junge Erwachsene teil. Im Juni wurde ein 80 Seiten starkes Arbeitsdokument (Instrumentum laboris) veröffentlicht. In 214 Punkten bietet es eine Sicht auf die Lage der Jugend und ihre Glaubens- und Lebensentscheidungen. Den rund 360 Synodenteilnehmern - Bischöfe, Ordensvertreter, Kurienmitarbeiter, externe Fachleute, ökumenische Vertreter und Auditoren - dient es als Beratungsgrundlage.

Wer nimmt aus Österreich teil?

Die heimischen Bischöfe entsenden den 54-jährigen Wiener Weihbischof und österreichischen "Jugendbischof" Stephan Turnovszky als offiziellen Vertreter zur Synode. Den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, hat der Papst zusätzlich als Mitglied der Synode berufen. Jugendbischof Turnovszky wird von einer Gruppe junger österreichischer Katholiken nach Rom begleitet. Sie wollen dort jede sich bietende Möglichkeit nutzen, um mit den vor Ort tagenden Synodenteilnehmern ins Gespräch zu kommen, sind aber keine offiziellen Mitglieder der Synodenversammlung.

Welche besonderen Herausforderungen der Synode zeichnen sich ab?

Überschattet wird die Synode vom Missbrauchsskandal in der Kirche. Es gab Forderungen, die Jugendsynode deswegen abzusagen; auf jeden Fall wird über das Thema gesprochen. Offen ist, wie andere "heiße Eisen" zur Sprache kommen, etwa kirchlicher Vertrauensverlust, Sexualität und Körperlichkeit. Zudem gibt es, je nach Herkunft der Teilnehmer, große Unterschiede bei den Erwartungen. Durch die Vielzahl der angerissenen Themen, von Migration und Arbeitslosigkeit über Drogengewalt und digitale Medien hin zu Partnerschaft und Frömmigkeit, droht die Synode zu zerfasern.

Kathpress-Themenpaket mit Hintergrundberichten und allen aktuellen Meldungen zur Synode: www.kathpress.at/jugendsynode