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Fachtagung „Born to be wild! Kinder und Jugendliche verstehen“

Fachtagung „Born to be wild! Kinder und Jugendliche verstehen“

St. Pölten, 12.03.2018 (dsp) Wie fördert man Kinder richtig? Das war die zentrale Frage der Fachtagung „Born to be wild!“ für Pädagoginnen und Interessierte am 9. März in der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Ungefähr 200 PädagogInnen, Eltern und Großeltern interessierten sich dafür, wie man als Bezugsperson sein Kind möglichst gut auf ein eigenständiges Leben vorbereiten kann.

Die Tagung wurde von der Fachstelle Niederösterreich mit dem Katholischen Bildungswerk der Diözese St. Pölten, der Fachstelle Beziehung - Ehe – Familie, Rat & Hilfe der Caritas, der Interessenvertretung NÖ-Familien, dem Familienverband der Diözese St. Pölten, der Heilpädagogischen Gesellschaft NÖ und der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Wien/Krems organisiert.

Die Veranstaltung wurde von Kindern des Landhauskindergartens St. Pölten feierlich mit einer einstudierten Choreografie eröffnet. Es folgte ein Vortrag von Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster, Experte in Fragen zur Entwicklung von Kindern. Dr. Renz-Polster ist Kinderarzt und Autor mehrerer sehr erfolgreicher Bücher. Auf humorvolle,  kurzweilige Weise verdeutlichte er weshalb Kinder sich so entwickeln wie sie es tun.

Kernaussage des Vortrags war: „gestresste Kinder lernen nicht“ - Kinder brauchen gleichzeitig die liebevolle, schützende Nähe der Eltern. Kinder entwickeln sich am besten in einem Umfeld das ihnen Sicherheit und Rückhalt bietet, sie ermuntert Neues auszuprobieren, neugierig zu sein – denn laut Dr. Renz-Polster wisse man heute nicht wie „das Morgen“ aussehen wird. Die Zukunft gibt es heute noch nicht – sie entwickelt sich, ist Neuland. Die Zukunft entstehe „unter unseren Füßen“ und dieses Neuland müssen die Kinder eines Tages besiedeln. Die richtige Vorbereitung auf diese ungewisse Zukunft seien „leuchtende Kinderaugen“ - Kinder die keine Angst haben und sich etwas zutrauen, die wissen, dass die Eltern da sind um es aufzufangen wenn etwas einmal doch nicht so funktioniert wie gewollt. Kinder sollen auf das Neue, das Ungewisse, die Zukunft die heute noch unscharf vor uns liegt vorbereitet sein. Dazu helfen laut Renz-Polster keine streng abgearbeiteten Programme – nur Kinder die keine Angst haben, die bereit sind zu lernen und die einen starken Rückhalt haben.

Nach dem spannenden Vortrag bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit, aus 8 angebotenen Workshops zu wählen und sich damit anderthalb Stunden eingehend mit Themen wie „Intensive Gefühle“, „Jugend und Migration“ oder „Schörl-Pädagogik für den Erziehungsalltag zu Hause und im Kindergarten“ zu beschäftigen.

Der Workshop zur Schörl-Pädagogik wurde von OSRin Anna Ruschka und Dr. Doris Kloimstein von der Fachstelle Beziehung - Ehe – Familie der Diözese St. Pölten abgehalten. Die Teilnehmer erfuhren vom bewegten Leben der österreichischen Reformpädagogin M. Margarethe Schörl und bekamen Einblicke in ihre Arbeit die bis heute nachwirkt. Laut Dr. Kloimstein verfügte M.M. Schörl über eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe – viele ihrer Beobachtungen wurden später in Studien bestätigt. Kloimstein und Ruschka empfahlen den Teilnehmerinnen des Workshops ihre Schützlinge ebenfalls aufmerksam zu beobachten, denn daraus ließen sich wertvolle Schlüsse auf die Bedürfnisse der Kinder ziehen.