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Diözesane Priester informieren sich umfassend über Islam

Diözesane Priester informieren sich umfassend über Islam

St. Pölten, 18.09.2018 (dsp) Eine gründliche Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen Thema Islam gibt es in dieser Woche in der Diözese St. Pölten. Im Rahmen der September-Priesterfortbildungswoche sind alle diözesanen Priester und hauptamtlichen Diakone an der Teilnahme verpflichtet – über einen Zeitraum von 4 Jahren. „Das Thema wird von Jahr zu Jahr dringlicher“, erklärt Weihbischof Anton Leichtfried, Bischofsvikar für Priesterfortbildung in der Diözese St. Pölten. Gemeinsam mit hochkarätigen Referenten beschäftigt man sich sowohl geschichtlich als auch theologisch mit dem Islam.

Nach einem Grundkurs über das Basiswissen zum Islam wurde die politische Situation im Nahen Osten und in Nordafrika von „Die Presse“-Redakteur Wieland Schneider näher erläutert. Dazu sprach der Grazer Religionswissenschaftler und Islam-Experte Karl Prenner. Auch besondere Themen wie die Konversion von Muslimen zum Christentum wurden besprochen. Wobei Weihbischof Anton Leichtfried darauf hinweist, dass Taufen erst nach einem einjährigen Katechumenat möglich sind. Weiters ist das Verhältnis Islam und Christentum am Beispiel der Landeshauptstadt St. Pölten ein Aspekt, etwa anhand der Fragen „Wo gibt es hierzulande Moscheen und Gebetsstätten?“ Abschließend wurden diese Inhalte mit Blick auf den eigenen christlichen Glauben reflektiert.
 
Weihbischof Leichtfried stellte zu Beginn fest, es sei unter den Priestern ein großes Bedürfnis nach mehr Wissen über den Islam und seine verschiedenen Strömungen da. An der Fortbildungswoche teilnehmende Priester aus verschiedenen Kontinenten erzählten dabei von ihren Erfahrungen.

Die rund 700.000 Muslime in Österreich würden sowohl ein Faktum darstellen als auch Herausforderungen an uns selber bedeuten. So müsse man als Christ vielleicht plötzlich Fragen wie diese beantworten? „Habt Ihr drei Götter“ - in Anlehnung an den Glauben an den dreifaltigen Gott. Oder: „Was passiert bei der Taufe?“ Oder: „Wer ist Jesus eigentlich für Euch?“ Da müssten dann Christen plötzlich Antworten auf Basisfragen des Glaubens geben. Und diese Begegnungen könnten für die eigene, christliche Religion sehr fruchtbar sein.

Neben dem Grazer Professor Karl Prenner referierten der Wiener islamische Theologe Michael Abdurrahman Reidegeld, der Wiener Professor Abdullah Takim, „Die Presse“-Journalist und Orient-Experte Wieland Schneider, Johann Bruckner, Fachmann für Weltreligionen in der Diözese St. Pölten, Pater Josef Herget CM oder der Wiener Theologe Jan-Heiner Tück. Auch eine Begegnung mit Diözesanbischof Alois Schwarz steht am Programm.