Sonntag der Völker
Sendungsfeier Pastoralassistent/innen
Weinstock
 
 

Bischof Schwarz bittet um Hilfe für Syrien

Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn und Bischof Alois Schwarz in Mariazell (Foto: Wuthe/Kathpress)

Mariazell-St.Pölten, 13.06.2018 (dsp/KAP) Die heimischen Bischöfe haben bei ihrer Sommervollversammlung in Mariazell zur verstärkten Hilfe für die notleidende Bevölkerung in Syrien aufgerufen. Einen Akzent mit Vorbildwirkung wird in dieser Richtung auch der ernannte St. Pöltner Bischof Alois Schwarz setzen. Seine Amtseinführung findet am Sonntag, 1. Juli, um 15 Uhr mit einer feierlichen Liturgie im Dom von St. Pölten statt. Die Kollekte beim Gottesdienst kommt dabei Hilfsprojekten in Syrien zugute.

"Syrien braucht unsere Hilfe, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben und ihr Land wieder aufbauen können", so Schwarz am Mittwoch im "Kathpress"-Interview in Mariazell. Das sei ihm auch persönlich ein sehr großes Anliegen, so der künftige St. Pöltner Bischof, der auch selbst mit einigen syrischen Flüchtlingsfamilien in Wien bekannt ist.

Konkret sollen mit der Sammlung bei der Amtseinführung Projekte der "Initiative Christlicher Orient" (ICO) unterstützt werden. Die ICO ist u.a. in Aleppo und Homs aktiv. Dort werden etwa die beiden Ordensgemeinschaften der Blauen Maristen und der Franziskanerinnen in ihrer Sozialarbeit unterstützt.

Die Maristen verteilen mit zahlreichen Helfern Lebensmittelpakete an Bedürftige, sie kümmern sich um die medizinische Versorgung von Kriegsopfern und Kranken und bemühen sich um die Unterbringung von Obdachlosen, deren Häuser und Wohnungen durch die Kampfhandlungen zerstört wurden. Zudem wird Kindern und Jugendlichen eine Schulausbildung ermöglicht.

Auch die Franziskanerinnen sind in der Gesundheitsversorgung von Kindern tätig. Weiters kümmern sie sich etwa auch um traumatisierte Frauen (Christinnen wie Muslimas). Seit sechs Jahren leben im Kloster der Ordensfrauen auch fünf muslimische Flüchtlingsfamilien.

In der Stadt Homs bzw. im Vorort Maskana unterstützt die ICO eine Kinderklinik, die von der syrisch-katholischen Kirche betrieben wird. Das Projekt wurde im Sommer 2017 gestartet. Schon in den ersten sechs Monaten wurden 1.440 Kinder und Jugendliche behandelt, wobei der Schwerpunkt auf Babys und Kleinkindern liegt. Die Hilfe kommt dabei christlichen wie muslimischen Kindern gleichermaßen zugute. Für die Fortsetzung des Projekts werden freilich dringend Spendengelder benötigt.

ICO-Obmann Slawomir Dadas hat erst vor wenigen Wochen Syrien besucht und sich in Damaskus, Homs und Aleppo über die aktuelle Lage informiert. "Die Extreme sind schwer auszuhalten", berichtete Dadas. "Zum Teil gibt es furchtbare Zerstörung, zum Teil auch wieder geschäftiges Treiben." Obwohl der Krieg nach wie vor weitergeht, sei in vielen Landeteilen Hilfe möglich und auch dringend notwendig, so Dadas im Anschluss an seinen Lokalaugenschein. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, für die Menschen in Syrien verstärkt Hilfsmaßnahmen zu starten. Wir müssen alles tun, damit die Menschen wieder auf eige­nen Beinen stehen können, damit sie in ihrem Land bleiben können", so der Apell des ICO-Obmanns.

Beeindruckt zeigte sich Dadas vom tiefen Glauben der noch in Syrien verbliebenen Christen. "Inmitten von Hass und Krieg haben sie ihren Glauben nicht verloren. Sie leben im Geist Jesu und sind glückliche Menschen. Ihre Hoffnung ist einfach ansteckend."