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Bischof Schwarz: Berufung und Beruf miteinander vereinbar

Foto: Forum christlicher Führungskräfte

Wien, 09.10.2018 (dsp) Laut dem St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz lässt sich eine christlich verstandene Berufung mit einem Beruf mit wirtschaftlicher Verantwortung vereinbaren. "Wo sich Unternehmen in einem funktionierenden Rechtsstaat an geltende Rechte halten können, wo Steuern gezahlt, Arbeitnehmerrechte gewahrt, Korruption verunmöglicht wird und es unterstützende wirtschaftliche Rahmenbedingungen gibt, da können Menschen produktiv und sinnstiftend tätig sein", sagte Schwarz am Montagabend bei einem Podiumsgespräch bei der Industriellenvereinigung in Wien unter dem Motto "Business - a noble vocation", zu dem das "Forum christlicher Führungskräfte" eingeladen hatte. Sich als Mensch im Beruf einbringen zu können sei wesentlich für ein gelungenes Leben.

Schwarz - der in der Bischofskonferenz für das Thema Wirtschaft zuständig ist, ermutigte dazu, die eigene Berufung zu entdecken und ihr zu folgen, denn hinter dieser stehe immer ein konkreter Plan Gottes für den Einzelnen. Wörtlich sprach er von einer "Schöpfungsprogrammierung", die jeden Tag aufs neue vor die Frage stelle, "wem ich heute meine Zeit und damit mein Leben widme, wofür ich mich engagiere oder welchen Aspekt meines Programms ich heute wahrnehme".

Laut dem Generaldirektor von Böhringer Ingelheim Österreich, Philipp von Lattorff, müsse ein guter Manager klare Vorgaben machen und einen unmissverständlichen Ziel- und Leistungsrahmen vorgeben, denn dies bedeute Sicherheit. Missverständliche Strukturen oder Aufgabenzuteilungen bezeichnete er als "unchristlich", da diese Menschen im Unklaren ließen. Manager müssten auch ein Auge für die Talente ihrer Mitarbeiter haben, diese entsprechend einsetzen, für Familienfreundlichkeit sorgen oder wo immer möglich flache Hierarchien schaffen.

In der anschließenden Diskussion betonten sowohl Philipp von Lattorff als auch Bischof Schwarz die "Nachhaltigkeit des Teilens", die es einzuhalten gelte. "Natürlich könnten wir mit einem Schlag alles geben, alles hinter uns lassen, alles verkaufen - und dann?", gab Schwarz zu bedenken. "Das wäre ein kurzer Prozess. Ich sehe es eher als Aufgabe, nachhaltig teilen zu können und langfristig so zu wirtschaften, dass es immer auch etwas zu teilen gibt."

Das veranstaltende "Forum christlicher Führungskräfte" versteht sich als Vereinigung von Unternehmern und Führungskräften, die sich in ihren beruflichen Tätigkeiten und in ihrem Leben an den Werten des christlichen Glaubens ausrichten. Der Verein wurde 2013 von der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs, der Evangelischen Akademie Wien, der Katholischen Aktion Österreich und der Industriellenvereinigung ins Leben gerufen und will seine Mitglieder darin unterstützen, als verantwortliche Frauen und Männer der Wirtschaft, der Kirchen und christlicher Organisationen konkrete Beiträge zur Vertiefung christlicher Werte in wirtschaftlichen Führungsfragen zu leisten.

Der traditionelle Frühjahrskongress des Vereins findet 2019 von 2. bis 4. Mai im Stift Göttweig unter dem Motto "Das rechte Maß" statt. Den Eröffnungsvortrag wird der Philosoph Julian Nida-Rümmelin zum Thema "Die Optimierungsfalle" halten; unter den vielen hochkarätigen Referenten sind unter anderem Diakonie-Direktorin Maria-Katharina Moser, der Journalist und Autor Wolf Lotter und die Psychologin und Unternehmerin Dorothee Bürgi.

Foto: Forum christlicher Führungskräfte