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Bekannter Amstettner Philosoph Rudolf Langthaler emeritierte

Prof. Rudolf Langthaler

Wien-Amstetten, 10.07.2018 (dsp) Der renommierte Amstettner christliche Philosoph Rudolf Langthaler emertierte. Er lehrte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und früher auch an der Philosphisch-Theologischen Hochschule St. Pölten. Die Emeritierung erfolgt offiziell zum Beginn des kommenden Wintersemensters im Herbst.

Vorausgegangen war der Emeritierungsfeier ein Gottesdienst mit dem "Magnus cancellarius" der Fakultät, Kardinal Christoph Schönborn, in der Schottenkirche.

Langthaler lehrte seit 1999 Christliche Philosophie an der Wiener Fakultät. Zuvor lehrte er u.a. von 1984 bis 1991 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten und von 1991 bis 1999 an der Katholischen Privatuniversität Linz. Bis 2016 stand er dem Institut für Christliche Philosophie vor.

Langthalers Fachkollege, Prof. Johann Schelkshorn, würdigte Langthaler als Philosophen von internationalem Rang und Ruf. So gilt Langthaler weit über den theologischen Horizont hinaus als Experte für die Philosophie Immanuel Kants. Eine Qualifikation, die Langthaler u.a. zu einem gefragten Gesprächspartner und Berater von Jürgen Habermas werden ließ, wie Schelkshorn ausführte. Man müsse sich diese Konstellation auf der Zunge zergehen lassen, so Schelkshorn: "Der Philosoph der Aufklärung, Jürgen Habermas, holt sich philosophischen Rat beim christlichen Denker Langthaler".

Kritik an "intellektuellem Plausibilitätsverlust" der Theologie

Prof. Langthaler nutzte seine Dankesworte u.a. zu einer Kritik am aktuellen Zustand der akademischen Theologie. Der Rückgang des Gottesglaubens in Europa gehe einher mit einem "intellektuellen Plausibilitätsverlust" der Theologie, mahnte der Philosoph. In dem Maße, wie in der christlichen Verkündigungspraxis oftmals nurmehr "Folklore, garniert mit frommen Sprüchen" dargeboten werde, blühe auf der anderen Seite Aberglaube und Esoterik auf.

Notwendig sei jedoch "nicht nur eine Seel-, sondern auch eine Geistsorge", mahnte Langthaler. Schließlich sei es "um das Glaubenswissen schlecht bestellt" - und die akademische Theologie tue zu wenig dagegen, sondern weiche in umliegende Disziplinen wie die Kunst, Psychologie oder Soziologie aus, statt dem grassierenden theologischen Unwissen über die existenziellen philosophisch-theologischen Basisfragen auch bei Lehrern und Priestern zu begegnen.

Foto: Prof. Rudolf Langthaler