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Basilika Maria Taferl: Sanierung feierlich abgeschlossen

Basilika Maria Taferl

Maria Taferl, 29.10.2018 (dsp) Mit einer Dankwallfahrt ist am Sonntag der endgültige Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Basilika Maria Taferl gefeiert worden. Der letzte Abschnitt galt vor allem der Sanierung des Daches. Dem Gottesdienst in der Wallfahrtskirche stand der St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz vor, der wörtlich von einer "überdachten Herrlichkeit" sprach. Die Basilika sei ein "Ort der Gnade für alle, die hierher zum Beten, zum Weinen, zum Verzeihen oder auch zum Singen kommen", so der Diözesanbischof laut einem Bericht des ORF-Niederösterreich. Rund 300.000 Pilger suchen jedes Jahr Maria Taferl auf.

Die Basilika wurde im Zeitraum von 2004 bis 2010 bereits umfangreich saniert. Das Dach wurde damals jedoch noch ausgelassen. 2.000 Quadratmeter Dachfläche wurden nun aber erneuert und dazu 26.000 Dachziegel u.a. mit Draht befestigt. Auch das Gebälk war von der Zeit angegriffen und wurde zum Teil ausgetauscht, unter anderem oberhalb der Schatzkammer. Während der Sanierungsarbeiten stellte sich heraus, dass auch der Blitzschutz neu zu installieren war. Im Zuge der Arbeiten am Dach wurde die gesamte Kirche mit einem Gerüst versehen, und so konnte auch gleich die gesamte Fassade neu gestrichen werden.

Die Kosten für die Sanierung trugen Bund, Land, Diözese St. Pölten und der Verein zur Erhaltung der Basilika gemeinsam. Vereins-Obmann Erwin Hameseder bezifferte die Kosten für die Dachsanierung mit rund 800.000 Euro. 240.000 Euro konnten im Rahmen von Spenden aufgebracht werden.

Der Abschluss der Sanierungsarbeiten sei ein Signal dafür, dass die "Geschichte weitergetragen und wachgehalten wird, Werte und Kultur gepflegt und erhalten und das christliche Erbe in die Zukunft getragen werden", betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: "Die Basilika, für die im Jahr 1660 der Grundstein gelegt wurde, und die nun wieder in neuem Glanz erstrahlt, soll auch für kommende Generationen ein starker, stabiler und fester Anker sein."

Die Grundsteinlegung zur Wallfahrtskirche Maria Taferl, in die der Eichenbaum mit dem Gnadenbild einbezogen wurde, erfolgte am 25. April 1660. Bedingt durch Sammelverbote, Pest- und Kriegszeiten sowie die Türkengefahr sollte die Errichtung über 60 Jahre dauern. Die Weihe der Wallfahrtskirche fand am 29. Juni 1724 durch den Passauer Fürstbischof Joseph Dominikus Graf von Lamberg statt. Baumeister der Wallfahrtskirche waren Georg Gerstenbrand, Carlo Lurago und zuletzt Jakob Prandtauer. Bedingt durch die lange Bauzeit von über 60 Jahren wurde bereits vor der Schlussweihe die erste Ausstattung in Teilen erneuert. Von 1713 bis 1718 wurde die Kirche durch Fresken nach dem Entwurf Antonio Beduzzis (1675-1735) ausgestattet, zwei Altarbilder sind Werke von Martin Johann Schmidt (1718-1801), des "Kremser Schmidt".