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„Auch du kannst heilig werden“

Bischof Klaus Küng bei der Gedenkmesse für den hl. Josefmaria Escrivá

St. Pölten, 27.06.2017 (dsp) Die Worte des heiligen Paulus „Das ist der Wille Gottes: Eure Heiligung“ sei die Grunderkenntnis des heiligen Josefmaria Escrivá de Balaguer gewesen, sagte Bischof Klaus Küng wenige Tage vor seiner Amtsübergabe bei der Gedenkmesse für den Gründer des Opus Dei im Dom von St. Pölten. „Viele Weise“ hätten bestätigt und Escrivá unermüdlich wiederholt, dass auf der Grundlage von Taufe und Firmung alle Menschen zur Heiligkeit berufen seien.

„Das Bewusstwerden dieser Berufung jedes Christen, eigentlich des Menschen entspricht dem Bedürfnis der Kirche und auch der Gesellschaft heute, insbesondere in Ländern, die eigentlich christlich sind, aber in denen der Säkularisierungsprozess rasch fortschreitet“, betonte Küng. Es brauche Gläubige, die fest verwurzelt in Gott, und fest verbunden mit Christus leben und mit ihrem Leben Zeugnis von Gott und Christus geben. „Besonders braucht es dringend Eheleute, die so leben und ihre Kinder von klein auf zu Gott führen und darin begleiten, ihnen Vorbild sind.“

Der Gründer des Opus Dei habe „ganz ähnlich wie Papst Franziskus“ eine besondere Gabe gehabt bewusst zu machen: „Auch du kannst heilig werden.“ Gott rufe uns so, wie wir sind: mit unseren Fähigkeiten und Schwächen. Der hl. Josefmaría führte auf den Weg der Demut, den Paulus lehrt, wenn er sagt: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (II Kor 12,10). „Die Schwachheit drängt in die Arme des Erlösers, führt zur Vereinigung mit Christus“, so Küng. Escrivá habe auch den Weg der kleinen Schritte geliebt, wie ihn die hl. Therese von Lisieux gelehrt hat. „Das ist das, was wir können: Im Kleinen unseren guten Willen zu zeigen, im Kleinen uns zu üben; wenigstens im Kleinen eine Verbesserung erstreben, um am Ende zu erfahren, dass alles Gnade ist.“

Küng hob auch die Bedeutung der Freiheit beim hl. Josefmaria hervor: „Einerseits, dass die Wahrheit uns frei macht, Christus selber uns befreit, aber dass es zugleich von Bedeutung ist, die Freiheit, die uns Gott geschenkt hat und schenkt, ganz bewusst und richtig zu nützen.“ So brauche es Christen, die nicht einfach dem „Mainstream“ nachlaufen, sondern in ihrem Urteil eigenständig sind, die in Ausübung ihrer Freiheit ihr Leben christlich gestalten und ihre Aufgaben mit christlicher Verantwortung wahrnehmen. Es dürfe sich auch niemand darauf beschränken, „nur die eigene Haut zu retten“, betonte Küng: „Niemand gelangt allein in den Himmel.“