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Angela Lahmer-Hackl als Obfrau des Katholischen Bildungswerkes wiedergewählt

Foto (Lahmer): Rainer Tippow, Weihbischof Anton Leichtfried, Markus Schmidinger (kbw), Soziologe Kenan Güngör, kbw-Obfrau Angela Lahmer-Hackl, Georg Plank, Johann Wimmer, Direktor der Pastoralen Dienste, Gerald Danner (kbw)

St. Pölten, 08.04.2018 (dsp) Bei der Jahrestagung des Katholischen Bildungswerkes (kbw) der Diözese St. Pölten im Bildungshaus St. Hippolyt wurde Angela Lahmer-Hackl als Obfrau für fünf Jahre wiedergewählt. Inhaltlich stand die Jahrestagung unter dem Motto „Gestalten statt fürchten - Nichts bleibt wie es ist“.

22 Prozent der österreichischen Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund, in Wien liegt der Anteil bei 42%, in Niederösterreich bei 14%. Dem „spürbaren gesellschaftlichen Unbehagen“, das durch diese Veränderungen ausgelöst werde, ging der Soziologe Kenan Güngör in seinem Beitrag nach; Pastoraltheologe Georg Plank ergänzte das Thema mit Blick auf die pfarrlichen Bildungswerke. Fragen, Ängste und Chancen der TeilnehmerInnen wurden diskutiert und in einem Pro-Action-Café methodisch spannend auf das eigene Leben und das in der Pfarre heruntergebrochen.

Das Gefühl des Unbehagens werde nicht proportional zum Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund wahrgenommen. Es entstehe dadurch, dass Wissen über Medien vermittelt werde, und - wenn keine Begegnung zwischen Menschen stattfindet - es keine Möglichkeit zur Veränderung des eingeprägten Bildes gebe. Medien ihrerseits würden aber „Ereignisse“ transportieren, wodurch eine unverhältnismäßige Wahrnehmung entstehe. Hinter dem Gefühl des Unbehagens stünden persönliche Bewertungen und eine Reihe Ängste. So komme eine Mischung zustande, die sich aus bestärkenden Bildern und Gefühlen wie Überwältigtsein, Kontrollverlust, Verfremdungs- oder Abstiegsängsten zusammensetze, so Güngör. Güngör beleuchtete in diesem Zusammenhang auch die Rolle von Gast und GastgeberInnen. Wer zuerst hier war, habe das Vorrecht – der Gast solle demütig und dankbar sein; weiche das erwartete Verhalten ab, komme es zu Verstimmungen.
 
Georg Plank formulierte in seinem Beitrag mögliche Ziele, damit die Teilnehmenden das Gehörte auf das tägliche Leben umsetzen und anwenden bzw. die Veränderungen mitgestalten können: Ideen entwickeln, wie wir nicht Spielball gesellschaftlicher Veränderungen sind, sondern Mitgestalter, Chancen ergreifen, die sich aufgrund aktueller Entwicklungen auftun, Mut machen, Kirche anders zu denken, Veränderungen verstehen und für Pfarren umsetzen; pfarrliche Bildungswerke sollen als Katalysator wirken und Kirche als Ort entwickeln, der Räume öffnet.

In der folgenden Diskussion mit beiden Referenten und dem Publikum regte Kenan Güngör zum weiteren Nachdenken an: „Begegnungen sind nicht automatisch positiv – Begegnungen haben Potenzial“, und er hinterfragte auch die Aussage „Denk positiv!“, das er als „Wunschdenken“ bzw. „Verzerrtheit“ bezeichnete. Vielmehr wünsche er sich „einen konstruktiven Diskurs, wie wir gemeinsam sein können“. Er appelliert: „Richten wir einen Blick zuerst auf das, was funktioniert, das relativiert unsere Probleme“ und „auf Dauer wird uns auch nicht die Herkunft verbinden, sondern Interessen und Leidenschaften. Wichtig ist, Brücken zu bauen.“

Der neue Vorstand

Alle fünf Jahre wählen die Mitglieder einen ehrenamtlichen Vorstand für die Funktionsperiode von fünf Jahren, er setzt sich aus Kandidat/innen von Bildungswerleiter/innen und Referent/innen zusammen. Heuer war es wieder soweit - bei der Generalversammlung wurde das Wahlergebnis verkündet. Weihbischof Anton Leichtfried drückte seine Freude aus, dass sich Obfrau Angela Lahmer-Hackl wieder als Obfrau zur Verfügung gestellt hat – und auch wiedergewählt wurde.

Der neue kbw-Vorstand setzt sich für die nächste Periode wie folgt zusammen:
Obfrau Mag.a Angela Lahmer-Hackl
Anton Czetina (Bildungswerkleiter Gastern)
Mag.a Pia Eder (Referentin)
Ilse Kappelmüller (Bildungswerkleiterin Ybbs)
Mag. Richard List (Referent)
Jakob Mayer (Bildungswerkleiter Michelbach)
Dipl.-Päd. Roswitha Punz (Referentin)
Min.Rat i. R. Dipl.-Ing. Josef Resch, MSc. (Bildungswerkleiter Reidling)
Dr.in Maria Schwingenschlögl (Bildungswerkleiterin Krems)
Dr. Rainald Tippow (Referent)
Mag. Franz Weißenböck (Bildungswerkleiter St. Pölten-Dom)

Langjährige Bildungswerkleiter/innen geehrt

Gerald Danner, Bildungswerkleiter in Lilienfeld, Hermann Dornhackl, Bildungswerkleiter in Sallingberg, Maria Mayer-Schwingenschlögl, Bildungswerkleiterin in Krems, Leopold Resch, Bilduingswerkleiter in Heiligeneich und Franz Weißenböck sind seit 10 Jahren ehrenamtlich für ihr pfarrliches Bildungswerk tätig; dafür wurden sie mit einer Urkunde bedankt.

Das Ehrenzeichen des Hl. Hippolyt bekam Christine Wippel aus Kirnberg überreicht, sie lenkt bereits seit 25 Jahren die Geschicke des Bildungswerkes ihrer Pfarre Kirnberg. Ihr zuständiger Regionalbegleiter betonte die unglaubliche Vielfältigkeit in ihrem Programm, die an unterschiedlichen Örtlichkeiten stattfinden, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen.

Auf 40 Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit zurückblicken können Josef Resch, Bildungswerkleiter in Reidling, Ferdinand Steinböck, Bildungswerkleiter in Kapelln und Karl Kurzmann, Bildungswerkleiter in Freundorf. Ihnen wurde das bischöfliche Dank- und Anerkennungsschreiben überreicht. Sichtlich gerührt lauschten die drei Herren ihren LaudatorInnen, die jeweils einen Einblick in die Arbeit gaben und Auszüge der Bildungsschwerpunkte vorstellten.

Foto (Lahmer): Rainer Tippow, Weihbischof Anton Leichtfried, Markus Schmidinger (kbw), Soziologe Kenan Güngör, kbw-Obfrau Angela Lahmer-Hackl, Georg Plank, Johann Wimmer, Direktor der Pastoralen Dienste, Gerald Danner (kbw)