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Amstettner Arbeiterpriester Sieder zelebrierte Friedensgottesdienst im Stephansdom

Dompfarrer Toni Faber und Franz Sieder beim Friedensgottesdienst im Stephansdom

Wien, 08.01.2018 (dsp) „Mit dem Einsatz für Gerechtigkeit werden wir eine Menschheitsfamilie“, betonte der bekannte Amstettner Arbeiterpriester Franz Sieder bei einem Friedensgottesdienst im Wiener Stephansdom, den auch Dompfarrer Toni Faber mitfeierte. Anlass war der Weltfriedenstag der katholischen Kirche, als Motto hat Papst Franziskus „Migranten und Flüchtlinge: Menschen auf der Suche nach Frieden" gewählt.

Priester Franz Sieder sieht die Hauptursache für die weltweiten Fluchtbewegungen in den „große Unterschieden auf den jeweiligen Teilen der Erde. In manchen Teilen leben die Menschen in einem großen Luxus und auf anderen Teilen herrscht bittere Armut. Ich sehe auch, dass in diesen armen Zonen sich viele Menschen aufmachen, ihr Land zu verlassen und in jene Teile der Erde gehen, wo es den Menschen gut geht.“

„Die Menschen in den reichen Ländern aber lassen sie nicht hinein in ihr Land. Sie bauen Zäune und Mauern und stellen das Militär an die Grenze, um diese flüchtenden Menschen fernzuhalten“, sagte Sieder in der Predigt. „Nur mit dem Einsatz für Gerechtigkeit können wir auch die Probleme des Klimawandels in den Griff bekommen und nur mit einer gerechteren Welt werden die Flüchtlingsströme gestoppt werden. In der gegenwärtigen Situation ist aber auch die Barmherzigkeit gefragt, die Empathie für Flüchtlinge, die an unsere Türe klopfen. Jesus identifiziert sich mit den Fremden und wenn ein Land alle Flüchtlingsrouten schließen möchte und die Grenzen versperrt, dann ist eine solche Politik lieblos und zutiefst unchristlich.“

Es gehe um eine neue Sichtweise auf die Welt: „Nur aus dem Bewusstsein, eine Weltfamilie zu sein und für einander Verantwortung zu tragen, kann die Menschheit überleben.“

Wenn Parteien „wegen ihres Ausländerhasses und ihres Zusperren für alle Flüchtlingsrouten Wahlen gewinnen, dann heißt das für uns, dass Gier und Egoismus nicht nur in den Strukturen des neoliberalen Wirtschaftssystems manifest sind, sondern dass auch die Gehirne sehr vieler Menschen kapitalistisch verseucht sind und sie von Gier und Egoismus gesteuert werden“, so Sieder.

Gerechtigkeit hänge immer mit einer Veränderung der Strukturen zusammen. Wir bräuchten Wirtschaftsstrukturen, bei denen das Ziel der Mensch ist und nicht der Profit. „Wir brauchen eine Politik, die über die Wirtschaft dominiert und nicht umgekehrt“, fordert Kaplan Sieder in der Predigt zum Weltfriedenstag.

Die Aufgabe der Christinnen und Christen sieht Franz Sieder im gesellschaftlichen Engagement: „Wenn wir uns karitativ für die Flüchtlinge einsetzen und ihnen helfen, dann gehen wir den Weg Jesu – wir gehen dann den Weg Jesu auf ebener Straße; , wenn wir uns einsetzen, dass die Ursachen der Flucht beseitigt werden und wir für Gerechtigkeit kämpfen, dann setzen wir uns aus – dann gehen mit Jesus bergauf – vielleicht bergauf nach Golgotha.“

Foto: Dompfarrer Toni Faber und Franz Sieder beim Friedensgottesdienst im Stephansdom