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Abt von Geras, Michael Proházka, tritt zurück

Abt von Geras, Michael Proházka, tritt zurück

Geras, 27.06.2018 (dsp) Michael Proházka tritt als Abt von Stift Geras mit Ende Juni zurück, wie die "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN) berichten (Mittwoch). Nach fast elf Jahren als Vorsteher des Stiftes sieht er seine Zukunft am Collegium Orientale in Eichstätt (Bayern). "Ich habe mir diesen Schritt gut überlegt und mich mit erfahrenen Leuten beraten, ob das sinnvoll ist. Und da ich allseits Zustimmung erfahren habe, habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen", erklärte der Abt gegenüber den NÖN und weiter: "Auch die Ärzte haben mir geraten, mich zurückzunehmen und in die zweite Reihe zu treten".

Proházka wird demnach künftig am Collegium Orientale in Eichstätt in Bayern lehren, wo er bereits 2004 tätig war. "Es war eine längere Entwicklung, denn man hat mich schon vor einiger Zeit gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, mehr in der Ostkirchenarbeit tätig zu sein. Dem habe ich, nachdem ich es mit Generalabt Thomas Handgrätinger besprochen habe, dann auch zugestimmt." Seine Mitbrüder seien bereits im Vorfeld informiert worden, die Gläubigen in den Stiftspfarren werden am Wochenende davon in Kenntnis gesetzt.

Nachfolge: Entscheidung im Herbst

Wer Proházka als Abt nachfolgt, dürfte erst im Herbst entschieden werden. Sein Mitbruder Conrad Müller, Stadt- und Stiftspfarrer in Geras, wird, so der Abt, als Administrator das Stift leiten und für die Vorbereitung der Abtwahl zuständig sein.

Proházka gilt als ein profunder Kenner der byzantinischen Liturgie und versteht sich selbst als ein Brückenbauer zwischen den Kirchen in Ost und West. Er ist Priester des lateinischen wie auch des byzantinischen Ritus und hat sich u.a. in seiner Amtszeit mit konkreten Initiativen für eine Verbesserung der Situation der griechisch-katholischen Kirche im Nahen Osten eingesetzt. Eine Besonderheit von Stift Geras ist auch die Byzantinische Kapelle, in der regelmäßig Gottesdienste im byzantinischen Ritus stattfinden.

Michael Proházka wurde am 29. Juli 1956 in Wien geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Wien, Freiburg und Rom. 1979 trat er in das Prämonstratenser-Chorherrenstift Geras ein, erhielt dort den Ordensnamen Karl und wurde 1983 zum Priester geweiht. Nach Tätigkeiten in Pfarren des Stiftes, als Dechant des Dekanates Geras und als Novizenmeister übernahm Proházka 2004 die Aufgaben eines Vizerektors am Collegium Orientale in Eichstätt, einem ökumenisch ausgerichteten Priesterseminar für Studenten aus mit Rom unierten orientalischen Kirchen. 2005 wurde Proházka nach Geras zurückgerufen und von Administrator Abt Martin Felhofer (Stift Schlägl) zum Prior ernannt.

Am 24. September 2007 wurde Proházka zum 57. Abt des Stiftes Geras gewählt und am 2. Dezember 2007 von Bischof Klaus Küng von St. Pölten benediziert. Am 7. Juli 2012 erhob ihn der melkitische griechisch-katholische Patriarch Gregor III. Laham zum Archimandriten.

Das Stift Geras wurde 1153 gegründete und betreut derzeit 26 Pfarren seelsorglich. 21 davon befinden sich direkt im Dekanat. 14 Pfarren sind dem Stift Geras inkorporiert.