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300 Jahre „Kremser Schmidt“: Stift Seitenstetten zeigt bedeutendste Werke

300 Jahre „Kremser Schmidt“: Stift Seitenstetten zeigt bedeutendste Werke

Seitenstetten, 12.04.2018 (dsp) Anlässlich des 300. Geburtstages von Martin Johann Schmidt (1718-1801) alias „Kremser Schmidt“ zeigen die Benediktiner des Stiftes Seitenstetten heuer die bedeutendsten Werke in den prächtigen Räumen des Klosters anhand von Schwerpunktführungen.

Der Abt von Seitenstetten, Petrus Pilsinger: „Wir wollen mit den Führungen einen Einblick in unser Leben geben. Viele Räume werden zugänglich gemacht.“ Das Stift wolle Raum geben zum Durchatmen und Religion, Kunst, Kultur und Natur erfahrbar machen. Das Benediktinerkloster stehe für Gastfreundschaft und man wolle sich als Ordensgemeinschaft auch den Leuten zeigen.

„Kremser Schmidt“, ein aus Krems stammender Spätbarockmaler, war menschlich zutiefst mit dem Stift Seitenstetten und dem Mostviertel verbunden.  Er war ein einfacher, bürgerlicher, sparsamer und immer tätiger Künstler. Zeit seines Lebens war er dem Land verbunden, in Wien konnte er zu Lebzeiten künstlerisch kaum Fuß fassen, obwohl ihm 1768 die Mitgliedschaft in der Akademie der bildenden Künste verliehen wurde. Somit war es Schmidts Sendung, ebendas „Land“ aus dem er kam, mit den Werken seiner Kunst zu versorgen.

In Seitenstetten gestaltete er als Hauptwerk das Sommerrefektorium und den Maturasaal aus. Aus dieser Zeit stammen auch noch Originalschriftstücke zwischen „Kremser Schmidt“ und dem damaligen Stiftskämmerer Pater Joseph Schaukegl. Beide Räume sowie der Marmorsaal sind heuer erstmals seit Längerem wieder im Rahmen der Führung für Besucher zugängig.

Die Schwerpunktführung bezieht sich vor allem auf diese Werke, geht aber auch auf die reiche Symbolsprache und die extremen Hell-Dunkel-Kontraste in den Schmidt-Bildern ein und bietet darüber hinaus auch viele Einblicke ins klösterliche Leben des 18. Jahrhunderts. Im Stift verweist man auch auf den Historischen Hofgarten, der jetzt voll zu blühen beginnt. Das Mostviertel gilt in der Zeit der Baumblüte als landschaftliches Paradies.

Schmidts Hauptschaffenszeit reicht bis in die späten 1770er-Jahre.Wird er in der Spätzeit in eine fast abstrakte Farbigkeit wechseln, so kehrt „Kremser Schmidt“ wieder in ein intensiveres Hell-Dunkel, gekennzeichnet durch seine charakteristische Rottönung, zurück. Ob große Altarbilder oder das kleine Andachtsbild: er entwickelt fast durchgehend einen sehr persönlichen Pinselstrich. In seinen letzten 15 Lebensjahren entstehen Andachtsbilder und Betschemel-Bilder für die Stifte Seitenstetten, Göttweig, Kremsmünster, Spitz und viele andere Klöster und Kirchen. Insgesamt sind ihm 2000 große Ölbilder nachgewiesen. Dazu kommt ein großes zeichnerisches und druckgraphisches Lebenswerk. Er gilt neben Franz Anton Maulbertsch als herausragendster Males des österreichischen Barocks und hatte auch international großes Ansehen.

Infos: , www.stift-seitenstetten.at, 07477/42300-0