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1200 Gläubige feierten mit: 9 Kandidaten in Melk zu Ständigen Diakonen geweiht

Die neugeweihten Ständigen Diakone

Melk, 10.06.2018 (dsp) Es war ein Freudentag für die Diözese St. Pölten: 9 Kandidaten wurden nach umfangreicher Vorbereitung im Stift Melk von Bischof Klaus Küng zu Ständigen Diakonen geweiht. 1200 Gläubige feierten mit den Geweihten, meist kamen die Teilnehmer/innen mit Bussen. Bei der eindrucksvollen Liturgie waren auch die Familien der Kandidaten dabei, die Ehefrauen stimmten der Weihe zu. Hier das Album ...

Geweiht wurden Gregor Bernkof (Texing), Christian Klein (Langschlag), Christian Mayr (Neumarkt/Ybbs), Wolfgang Mühlehner (Allhartsberg), Andreas Schultheis (Tulln-St. Severin), Adolf Steiner (St. Leonhard/Hornerwald), Bruno Wagner (Winklarn), Peter Walzl (Pottenbrunn) und Franz Wimmer (Behamberg). Die g´standenen Persönlichkeiten üben verschiedenste Berufe aus und gelten als überaus beliebt in ihren Heimatpfarren: Polizist, Manager, Unternehmer, Pastoralassistent, Versicherungsmathematiker, Elektrotechniker, Gemeindearbeiter, Steuerberater.

Küng: Vorbild des „betenden Menschens“

Bischof Küng dankte beim Gottesdienst den Diakonen sowie deren Ehefrauen und Familien für ihre Zustimmung. „Die Ständigen Diakone haben in unserer Diözese einen festen Platz in der Seelsorge mit ihrem Dienst am Wort, ihrem Dienst an der Liturgie und ihrem Dienst an der Nächstenliebe“, so Küng. Diese Dienste seien in der derzeitigen Situation unserer Pfarren und unserer Gesellschaft dringend notwendig und von großer Bedeutung. Was von einem Ständigen Diakon erwartet werde, sei nicht einfach. Das Wort Gottes heute so zu verkünden, dass es bei den Menschen Zugang findet und sich ihr Herz für die Geheimnisse des Glaubens öffnet, sei eine große Herausforderung. Vor allem wenn man bedenke, dass insbesondere die jüngeren Generationen oft von ihren Eltern und Familien nichts oder fast nichts an Religiösem mitbekommen hätten und sie sehr häufig in einer Umwelt aufwachsen, die alles andere als religiös geprägt sei.

Es sei ein häufiges „Leiden“ der Menschen von heute, dass ihnen der Bezug zu Gott fehle, dass ihr Leben gänzlich verflacht sei, wenn es überhaupt je die religiöse Dimension gekannt hat. Umso wichtiger sei es, dass die Liturgie von Priestern, Diakonen und allen Gläubigen mit Bemühen um Authentizität gelebt werde. Dabei sei der Vorbildcharakter der Priester und des Diakons in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. Einen betenden Menschen zu erleben, könne wichtiger sein, als eine lange Predigt.

Wichtig sei auch der diakonale Dienst an der Nächstenliebe, der Aspekt, der von Papst Franziskus ganz besonders betont werde. Die Sprache der Liebe könne jeder verstehen, auch in einer weitgehend säkularisierten Welt. Es sei „eine wichtige Aufgabe der Ständigen Diakone, wachsam zu sein, dass es in unserem schönen Land nicht nach und nach kälter, oder sogar richtig kalt wird“. Oft werde geklagt über den Klimawandel im Sinne der Erwärmung. Es bestehe aber auch die Gefahr eines anderen Klimawandels, im Sinne einer Abkühlung, insbesondere Fremden und jenen gegenüber, die dem Druck der Wettbewerbsgesellschaft nicht standhalten oder die aus irgendeinem anderen Grund ins Abseits geraten. Es sei ein wichtiger Dienst des Diakons, wachsam zu sein, dass Menschen in Not Hilfe zuteilwird. Darin stünden die Diakone in besonderer Weise im Dienste Jesu.

Ein mit Hingabe vollzogener diakonaler Dienst könne sehr erfüllend sein und sehr fruchtbar werden. Dabei müsse aber freilich bewusst sein, dass dies vor allem ein solides geistliches Leben und eine echte Verbundenheit mit Jesus voraussetze, und ein großes Herz um in der Familie, im Beruf und in den diakonalen Aufgaben hellhörig zu sein für die Anrufungen des Heiligen Geistes und empfindsam für die Nöte der Menschen, so der St. Pöltner Bischof.

Bedeutung des Diakonats in der Diözese St. Pölten

Der Diakonat hat sich zu einer wichtigen Stütze und großen Bereicherung der Seelsorge entwickelt. Die Diakone werden von der Bevölkerung sehr gut akzeptiert und ihr Dienste wird mit Freude und Dankbarkeit angenommen. Die Diakone werden auch weiterhin eine fixer und wichtiger Bestandteil der Seelsorge der Diözese bleiben. In der frühen Kirchengeschichte waren die Diakone stets sehr bedeutend für die Belebung der Gemeinden gewesen. Dabei haben die Diakone „keine zweitrangige Position“, sondern sind wichtige Mitarbeiter des Bischofs, der Priester, der Familien und Jugendlichen, die für Kontinuität sorgten. 1970 weihte der damalige Diözesanbischof Franz Žak vier verheiratete Männer zu Diakonen – die ersten nachdem das 2. Vatikanische Konzil den Ständigen Diakonat als eigenständiges Weiheamt nach fast tausendjähriger Unterbrechung wieder eingeführt hatte.

Nächster Ausbildungslehrgang startet im Herbst 2018

Die Weihe im Stift Melk stand unter dem Motto „Ich habe euch ein Beispiel gegeben“ (Joh 13,15a). Neben Bischof Küng nahmen ua. Weihbischof Anton Leichtfried, Generalvikar Eduard Gruber, Bischofsvikar Gerhard Reitzinger, der Melker Abt Georg Wilfinger, die Heimatpfarrer der Kandidaten sowie zahlreiche Diakone teil. Ausbildungsbildungsleiter waren Diakon Thomas Resch und Pfarrer Rupert Grill. Im Herbst startet ein neuer Ausbildungslehrgang, für den es bereits 15 Interessenten gibt. Infos dazu bei Thomas Resch: t.resch@kirche.at