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„Wir tun etwas für Österreich“

Dankfest für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit im Stift Melk

Melk, 17.06.2017 (dsp) Die Caritas der Diözese St. Pölten veranstaltete gemeinsam mit der Diözese St. Pölten am 17. Juni im Stift Melk ein Dankfest für Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit aus Pfarren und Gemeinden der Diözese sowie für Asylwerber und Asylberechtigte. Unter dem Motto „Wir tun etwas für Österreich“ war es ein Tag der Stärkung, des Austausches, und vor allem des Dankes für die praktizierte Nächstenliebe zum Wohle unseres Landes.

„Beeindruckt“ zeigte sich Diözesanbischof Klaus Küng vom Engagement so vieler Freiwilliger in den Pfarren. „Es hat mir große Freude bereitet, wie sich die Stimmung in den Pfarren und in den Gemeinden gewandelt hat, wie sich eine eigene Dynamik der Hilfsbereitschaft entwickelt hat.“ Für Österreich als „freies Land mit beachtlichem Wohlstand“ gelte es, seine Verantwortung gegenüber notleidenden Menschen wahrzunehmen, so Küng – auch in den Herkunftsländern der Flüchtlinge: „Wir werden immer Menschen in Not helfen, aber auch unseren Beitrag leisten müssen für die Hilfe und den Wiederaufbau vor Ort.“

Bischof Küng mahnte zur Wachsamkeit, damit die Freiheit der Religionsausübung nicht eingeschränkt werde: „Verbietet man heute das Kopftuch, dann morgen vielleicht das Kreuz.“ Küng betonte die Wichtigkeit des Miteinander der Religionen und begrüßte in diesem Zusammenhang die Erklärung der 300 Imame gegen religiös motivierte Gewalt und Terrorismus. „Wir tun etwas für Österreich – wenn wir unser Christsein ernst nehmen und ein offenes Herz haben, und wenn wir die Freiheit unseres Landes und in unserem Land verteidigen“, schloss Küng.

Mut und praktizierte Nächstenliebe würdigen

Caritasdirektor Hannes Ziselsberger lobte das vielfältige Engagement der zahlreichen Freiwilligen in der Flüchtlingsarbeit: „Viele Menschen vor Ort stellen sich der Herausforderung, Schutzsuchende willkommen zu heißen, sie im Alltag, beim Erwerb der deutschen Sprache und bei der Vermittlung unserer Werte zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen neue Lebensperspektiven zu entwickeln.“ Um dieses große Engagement, den Mut und die praktizierte Nächstenliebe zu würdigen, sei die Idee zu diesem Fest entstanden. „Die vielen Freiwilligen in der Flüchtlingsarbeit leisten Hervorragendes und stellen einen unverzichtbaren Baustein der Flüchtlingsarbeit dar“, betonte Ziselsberger.

Auch Landtagsabgeordneter Günther Sidl dankte in Vertretung von Landesrat Maurice Androsch den freiwilligen Helferinnen und Helfern: „In kürzester Zeit konnte das Bundesland Niederösterreich, dank der raschen und unbürokratischen Hilfe, Menschlichkeit zeigen und humanitäre Verantwortung wahrnehmen. Ohne die Unterstützung und dem starken Engagement aus der Mitte der Bevölkerung wäre dies nicht möglich gewesen, von der Ankunft bis zur Integration.“ Diese Integration könne nur gelingen, wenn alle Beteiligten zusammenarbeiteten.

Gelungene Praxisbeispiele für die Zukunft

Die Jahre 2015 und 2016 hätten Österreich wie niemals zuvor gefordert, sagte Landtagsabgeordneter Anton Erber. „Auch wenn Österreich schon 1956 und 1968 und beim Zerfall Jugoslawiens Erfahrungen machte, fordern uns neue Kulturen derzeit ganz besonders. Unser großes Vorhaben eines friedlichen Miteinanders kann gelingen, wenn Staat und Ehrenamtliche partnerschaftlich zusammenwirken.“  Ein selbstbestimmtes Leben und die wertschätzende Begegnung auf Augenhöhe gingen über die Bereitstellung von Wohnraum, Verpflegung Gesundheitsdienstleistungen und Sprachbildung hinaus. 

Für die künftige Integrationsarbeit wurden gelungene Praxisbeispiele in zehn Workshops präsentiert, unter anderem zu den Themen Arbeit, Bildung, Freiwilligenarbeit, Kultur und Werte, Religion, Mobilität, Gesundheit, und Wohnen. „Die Caritas der Diözese St. Pölten stellt sich dieser Herausforderung und wird ihre Unterstützung für Menschen mit Fluchterfahrung sowie für die Freiwilligen weiter wahrnehmen, so Ziselsberger abschließend.