Siehe, deine Muter! (Joh 19,27)
Team der Pastoralen Dienste
Jugendvesper Stift Seitenstetten
 
 

Wettbewerb für Schörl-Denkmal ausgeschrieben

Mater Margarete Schörl

St. Pölten, 16.02.2017 (dsp) Der Pädagogik-Pionierin und Ordensfrau Mater Margarete Schörl (1912-1991) soll in St. Pölten ein Denkmal gesetzt werden. Dafür wurde nun ein Wettbewerb für Bildhauerinnen ausgeschrieben, eine Büste aus Stein, platziert auf einer Betonstele, zu entwerfen. Eine unabhängige Fachjury kürt das Siegerprojekt, das dann auch umgesetzt wird. Sponsorinnen des Wettbewerbs und der Errichtung des Denkmals sind die Frauen des „Club Soroptimist International Allegria St. Pölten“. Entwürfe sind bis zum 8. März 2017 (Internationaler Frauentag) einzureichen an Renate Minarz, Schupfengalerie Herzogenburg.

Die Leistungen der Pionierin moderner Kindergartenpädagogik und Schwester der „Englischen Fräulein“ in St. Pölten (heute Congregatio Jesu) werden in ihrer Heimat erst seit ihrem 100. Geburtstag 2012 wieder in Erinnerung gerufen. Im Ausland, so auch in Deutschland, werden Schörls Konzepte schon seit langem erfolgreich umgesetzt.

Margarete Schörl wurde am 27. September 1912 in Wien geboren. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern wuchs sie bei Verwandten in der Nähe von Krems auf. Sie besuchte nach der Pflichtschule die dreijährige Hauswirtschaftsschule im Institut der Englischen Fräulein in Krems und lernte dadurch die Schwestern des Institutes in ihrer Tätigkeit als Schul- und Erziehungsorden genauer kennen, wie Zeitzeugin Sr. Felicitas Dornhackl von der Congregatio Jesu berichtet. Ein Praktikum im hauseigenen Kindergarten motivierte Schörl, die Ausbildung zur Kindergärtnerin zu absolvieren. „1933 entschloss sie sich, in unser Institut einzutreten und arbeitete in der Folge in den Kindergärten von Krems, Schiltern und Reichenhall. 1939 bis 1945, zur Zeit der Enteignung unserer Werke, war Mater Schörl Erzieherin in einer Familie.“

All die Erfahrungen im Umgang mit den Kindern waren Anlass, 1945 im Institutshaus in Krems einen „Versuchskindergarten für Erziehungsreform“ zu eröffnen, der nach etlichen Jahren in die Trägerschaft des Landes Niederösterreich übernommen wurde. „Mater Schörl versuchte alle ihre pädagogischen Erkenntnisse und Erfahrungen weiter zu geben und war als Referentin für Kindergartenleiterinnen und Jugendleiterinnen im In- und Ausland tätig“, so Sr. Felicitas. Schörl hat ein ganzheitliches pädagogisches Konzept entwickelt. Diesem entsprechend solle das Kind im Kindergarten „durch nachgehende Führung in seinem Selbstbewusstsein, seiner Persönlichkeitsentwicklung, seinem Sozialverhalten, seiner Gemeinschaftsfähigkeit sowie in seinen kognitiven, emotionalen und motorischen Fähigkeiten angeregt und gefördert werden“.

Impulse zur Schörl-Pädagogik“ bietet die Fachstelle Beziehung-Ehe-Familie der Pastoralen Dienste gemeinsam mit dem Club Soroptimist am 14. März 2017 um 19 Uhr im Praxiskindergarten der BAfEP St. Pölten. Auf dem Programm stehen die Besichtigung einer Kindergartengruppe aus dem Blickwinkel der Pädagogik von Mater Schörl, ein Vortrag der Sonderkindergartenpädagogin Anna Ruschka über das Leben und Wirken Schörls sowie ein Vortrag über „Gelebte Schörl-Pädagogik heute – Erziehungspartnerschaft“ von Doris Kloimstein.

Informationen zum Wettbewerb: Renate Minarz (reri_minarz@hotmail.com) oder Dr. Doris Kloimstein (d.kloimstein@kirche.at)