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Welche Parteien können Christen wählen?

Krems, 07.10.2017 (dsp) Die Katholische Aktion der Diözese St. Pölten lud gemeinsam mit einem Kremser Personenkomitee zu einer hochkarätigen Diskussion mit Politikern. Unter dem Motto „Christlich geht anders“ wurden die Parteien zu ihren Positionen zum Thema soziale Gerechtigkeit gefragt.

Von politischer Seite nahmen Landtagsabgeordneter Lukas Mandl (ÖVP, Obmann des Europaausschusses), der Kremser Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ), Daniel Landau (Die Grünen), Douglas Hoyos (NEOS), Wolfgang Mahrer (KPÖplus) und Robert Reischer (Liste Pilz) teil.

Die Katholische Aktion beschäftigt sich schon seit einiger Zeit intensiv mit der politischen Situation und den Programmen der Parteien. Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, betonte in seinem Eröffnungsstatement, dass die gesellschaftliche und politische Situation in Österreich komplexer und vielschichtiger geworden sei. Längst würden kirchlich Engagierte auch andere Parteien wählen, als jene, die man am ehesten vermuten würde. Keine politische Partei in Österreich habe einen Alleinvertretungsanspruch auf die Marken „christlich“, „Solidarität“ oder „Gerechtigkeit“, auch innerhalb der Christinnen und Christen sei die politische Pluralität selbstverständlich. Wenn man nun als Christin oder Christ am besten wählen solle, hänge schlicht und ergreifend von der persönlichen Prioritätenliste ab, so Haiderer. „Vielleicht liegt der persönliche Schwerpunkt etwa auf dem Umgang mit Flüchtlingen, auf Schöpfungsverantwortung und Ökologie oder am Umgang mit ungeborenem Leben bzw. dem Lebensschutz?“ Oder spiele die Bildung und die damit verbundene Erziehung an Schulen eine entscheidende Rolle? So sei die Entscheidung, wen man als Christin oder Christ wählen soll, vermutlich jeweils eine andere.

Altabt Christian Haidinger und Gabriele Kienesberger von der ksoe stellten im Rahmen der Veranstaltung in Krems die Initiative „Christlich geht anders“ vor. Auslöser zur Gründung war im Herbst 2016 die Kürzung der Mindestsicherung. Daher hätten sich viele Menschen die Frage gestellt: Ist Leben unter dem Minimum möglich? Können wir es zulassen, dass in Österreich – einem der reichsten Länder der Welt – Armut und Armutsgefährdung zunehmen würden?

Zentraler Punkt in der Diskussion war, wie der Sozialstaat in die Zukunft geführt werden könne. Die Vorschlage waren so verschieden, wie die Programme der Parteien: Grundeinkommen für alle, Ökologisierung des Steuersystems, Entlastung von Familien und Kindern, Arbeit geringer besteuern, dafür Kapitalerträge höher, lebenslange Bildung, bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten für die Pension.

Abschließend fasste Armin Haiderer zusammen, dass es der Katholischen Aktion ein Bestreben sei, Kirche als mitgestaltende gesellschaftliche Kraft erfahrbar werden zu lassen. Verbunden mit einem Wahlaufruf bedankte er sich bei allen Politikern für ihr gesellschaftspolitisches Engagement.

Foto: Altabt Chrisitian Haidinger, Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ), Douglas Hoyos (NEOS), Daniel Landau (Grüne), Gabriele Kienesberger (Katholische Sozialakademie Österreichs, Wolfgang Mahrer (KPÖplus), Robert Reischer (Liste Pilz), Eva Vetter, Lukas Mandl (ÖVP), Mitorganisatorin Maria Schwingenschlögl, Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten.