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Weihbischof Leichtfried eröffnete bibelpastorale Studientagung zum Thema Leid

Weihbischof Anton Leichtfried

St. Pölten-Puchberg, 05.09.2017 (dsp) 130 Teilnehmer/innen kamen auf Einladung der Diözesen St. Pölten und Linz ins Bildungshaus Schloss Puchberg und beschäftigten sich mit dem Buch Ijob und dem Umgang mit dem Leid. Weihbischof Anton Leichtfried eröffnete die Tagung.

Weihbischof Anton Leichtfried eröffnete die Tagung mit der Aussage: „Sich zwei Tage mit dem Leid zu beschäftigen, ist gewagt“ – gerade, weil es nicht gesellschaftlicher Mainstream sei. Es sei eher die Norm, jung, schön, reich, gesund zu sein. „Und jeder Zentimeter Abweichung wird bestraft.“ In seiner Begrüßungsrede wies er darauf hin: „Auch wenn man sich mit diesen Fragen beschäftigt, bleiben dennoch viele Fragen offen.“

Warum Leid?

Einen ersten Einstieg ins Buch Ijob bot die Hauptreferentin der Tagung, Elisabeth Birnbaum, neue Direktorin des Österreichischen Katholischen Bibelwerks (ÖKB) – an ihrem ersten Arbeitstag: „Wichtiger als die Frage nach dem Warum ist der Umgang mit dem Leid.“

Kein Weg am Leid vorbei

Einen prägnanten Einblick, wie Leid christlich verstanden werde, brachte Andreas Telser von der Katholisch-Theologischen Uni Linz. Er zeigte auf, dass sowohl die Versuche, das Übel zu „ent-übeln“, es als weniger schlimm oder als Strafe, Läuterung oder Reifung des Menschen zu erachten, als auch die Versuche, Gott für das Leid nicht/weniger verantwortlich zu machen, in Sackgassen führe. Letztlich machte Telser klar, dass es keinen redlichen Weg am Leid vorbei gebe. Wie wir mit Leid umgehen und wie wir in diesem Kontext mit Gott umgehen, sei eine ständige praktische Herausforderung – die Antwort auf die Theodizee sei ein Ringen, dessen Ausgang offen bleiben müsse, gerade auch im Angesicht des Leidens der anderen.

Workshops mit seelsorglichem Schwerpunkt

Eine Besonderheit der Tagung war die Ausrichtung speziell für Personen, die in der praktischen Seelsorge (Telefonseelsorge, Notfallseelsorge, …) arbeiten. Angeboten wurden Workshops zur Schwierigkeit der Kommunikation mit Menschen in Leidsituationen, zum Umgang mit Leid, wenn Schuld im Spiel ist, bis hin zum Feld der boomenden Lebenshilfe samt möglichen „Risiken und Nebenwirkungen“. Texte aus der Umwelt des Alten Testaments, Leid in der Literatur des 20. Jahrhunderts, ein Bibliodrama zu Ijob sowie ein Töpferworkshop boten weitere interessante Aspekte.

Veranstaltet wurde die Tagung vom Bibelwerk Linz, der Fachstelle Bibelpastoral der Diözese St. Pölten, der Krankenseelsorge der Diözese St. Pölten, der Telefonseelsorge Niederösterreich sowie dem Bildungshaus Schloss Puchberg und dem Österreichischen Katholischen Bibelwerk.

Ausblick

Die nächste Tagung in Zusammenarbeit der Diözesen St. Pölten und Linz findet von 31. August bis 1. September 2019 in Seitenstetten (NÖ) statt.