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Weihbischof Leichtfried: „Ausbilden, was Gott grundgelegt hat“

Weihbischof Dr. Anton Leichtfried beim kbw-Regionaltreffen im Bildungshaus St. Hippolyt

St. Pölten, 17.11.2017 (dsp) „Das Katholische Bildungswerk ist heute wichtiger denn je“, betonte Weihbischof Anton Leichtfried bei einem Regionaltreffen pfarrlicher Bildungswerksleiter im Bildungshaus St. Hippolyt.

Einerseits sei Wissen jederzeit online verfügbar, würden wir mit Information überflutet, andererseits gebe es Fake-News und Propaganda. „Beim kbw weiß ich, wer und was dahintersteht“, so Leichtfried, der als Bischofsvikar auch für die Erwachsenenbildung zuständig ist. „Hier habe ich es mit konkreten Menschen zu tun, mit denen ich ins Gespräch kommen kann.“ Beim Attribut „katholisch“ sei auch transparent, aus welcher Position gesprochen werde. Leichtfried hielt die Impulsreferate zum kbw-Jahresthema „Sinnerfüllt leben heute“ bei den Regionaltreffen in Seitenstetten, Gföhl und St. Pölten.

Glaube als Antwort auf den Ruf Gottes

Der Begriff „Bildung“ enthalte das Wort „Bild“, führte Leichtfried aus. „Der Mensch ist Ebenbild, Abbild Gottes; und Bildung ist, dass sich das ausbildet, konkretisiert, was Gott in mir grundgelegt hat." Dabei stehe der Glaube nicht im Gegensatz zum Wissen, sondern „wir vermitteln Wissen auf der Basis unseres Glaubens“. Der Glaube sei keineswegs eine Konkurrenz zu den Naturwissenschaften, da diese die Fragen des Warum und Wozu des Weltalls und des Lebens nicht beantworten könnten.

Ein anderes Wort für Glauben im biblischen Sinne sei Vertrauen, so Leichtfried weiter. Dieses könne nicht erzwungen werden, sondern sei ein Geschenk aufgrund einer personalen Beziehung. „Daraus wird klar, dass Glaube keine Wochenendbeschäftigung ist.“ Es gehe um das gesamte Leben, den ganzen Menschen. Eine wichtige Dimension des Glaubens sei, dass er eine „Antwort auf den Ruf Gottes“ sei: „Gott ruft uns ins Leben, und wir antworten mit unserem ganzen Leben darauf.“

Sinn ist in die Schöpfung eingepflanzt

Leichtfried machte auf eine „inhaltlich bedeutsame Verschiebung“ im Gebrauch des Wortes „Sinn“ aufmerksam: Anstatt „das hat Sinn“ werde heute vermehrt die Phrase „das macht Sinn“ verwendet. Sinn könne jedoch nicht „gemacht“ werden; diese Vorstellung entspringe einem konstruktivistischen Weltbild, das Leichtfried als „furchtbar“ bezeichnete: „Den Sinn für dieses Leben, muss ich jetzt auch noch selber machen!“ Ganz anders hingegen sei die Position des Glaubens: „Ich kann in meinem Leben Sinn entdecken – den ich nicht selbst gemacht habe.“

So könne der Anfang des Johannesevangeliums – im Anfang war der „Logos“ - mit „im Anfang war der Sinn“ übersetzt werden. Die Grundlage unseres Seins sei eben nicht Chaos, Zufall oder blindes Schicksal. Als Prinzip (lat. in principio – im Anfang) sei der ganzen Schöpfung Sinn eingepflanzt, so Leichtfried. Die Welt sei nicht nur Natur, sondern eben Schöpfung, habe einen Sinn: „Es gibt Hoffnung auf Vollendung – für die ganze Welt.“