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Wallfahrtsmuseum in Maria Langegg wiedereröffnet

Foto: Wallfahrtsmuseum_Ehrengäste.jpg: Museumsleiterin Marlene Rietus, Landesrätin Barbara Schwarz, Bürgermeister von Bergern, Roman Janacek, Pfarrer P. Johannes Cornides, Bischof Klaus Küng, Andreas Nunzer, Welterbegemeinde Wachau, St. Pöltner Diözesanmuseums-Direktor Wolfgang Huber

Maria Langegg, 09.04.2017 (dsp) Bei dem nach vielen Jahren wiedereröffneten Wallfahrtsmuseum in Maria Langegg würdigte Diözesanbischof Klaus Küng die umfangreichen Bemühungen um eine Belebung des "verborgenen Ortes" im Dunkelsteinerwald. Er hoffe, dass man den Spagat zwischen Revitalisierung und angebrachter Stille rund um die traditionsreiche Wallfahrtskirche schaffe.

Doch so still ist der Ort nicht: Zahlreiche Wallfahrergruppen pilgern nach Maria Langegg, viele davon aufgrund eines uralten Gelöbnisses. Die Tradition besteht seit Jahrhunderten und das will auch das Museum zeigen. Bischof Küng danke der "Gemeinschaft der Seligpreisungen" für den Versuch des Neustarts und den seelsorglichen Einsatz, der die Pfarre, das Kloster und Museum umfasst. 

Revitalisierung der Wachauer Sakralbauten geplant

Eine neue Initiative wurde gegründet, um Maria Langegg wieder mit Leben zu füllen. Mit Marlene Rietus gibt es eine neue Museumsleiterin. Der Bürgermeister von Bergern, Roman Janacek, betonte, dass diese auch vorsehe, die teils historischen Sakralbauten von fünf Gemeinden am Südufer der Donau zu etablieren. Mit der Kartause in Aggsdorf-Dorf oder dem früheren Kloster von Schönbühel gebe es in diesem Teil der Wachau ein "kleines Klösterreich". Auch ein Teil des Jakobsweges führe hindurch. Das Motto laute "Schützen durch Nützen", die Wachau sei ein spiritueller Kraftort, den es zu entdecken gelte.
 
Das Museum zeige laut Bischof Küng das Auf und Ab der Geschichte: erfüllte und schwierige Zeiten. So habe es vor und nach der Reformation eine große geistige Not gegeben. Auch jetzt sei eine Zeit großer Umbrüche und Veränderungen in den Städten und am Land. Der Diözesanbischof verwies auf viele positive Fortschritte und auf den großen Wohlstand. Gleichzeitig kämen viele Menschen weg von Gott, aber es entstünden Sehnsüchte nach Spirituellem, was auch die vielen Pilgernden weltweit zeigen. Das neu eröffnete Wallfahrtsmuseum in Maria Langegge biete dafür eine Spurensuche und sei ein Grund zur Hoffnung.
 
Das Wallfahrtsmuseum in Maria Langegg ist ein Standortmuseum des St. Pöltner Diözesanmuseums. Laut Direktor Wolfgang Huber gehe es bei der Ausstellung nicht nur um Geschichte und Objekte, sondern auch um die Darstellung von Verkündigung. Das Maria Langegger Wallfahrtsmuseum und das St. Pöltner Diözesanmuseum würden einander ergänzen. Huber verwies darauf, dass das Diözesanmuseum ab Mai die große Sonderausstellung zum Thema Wallfahrten "1517-1717: Von der Reformation zum Hochbarok- Zum Entstehen der niederösterreichischen Sakrallandschaft" zeigt. Das Diözesanmuseum widmet sich also neben dem Thema Wallfahrten auch der Reformation, die 1517 mit dem Thesenschlag Martin Luthers begann, sowie dem Jahr 1717, dem Geburtsjahr Maria Theresias als Auftakt einer über sechs Jahrzehnte währenden Epoche österreischischer Kulturgeschichte.

Landesrätin Barbara Schwarz, die selbst aus der Wachau stammt, will, dass durch die neue Initiative diese Orte mehr Menschen bekannt werden. Dieses Kulturerbe bräuchten eine weiterhin hier lebende Wohnbevölkerung sowie eine Seele: Menschen, die ihre Türen und Fenster öffnen und sichtbar sind, Gottesdienstfeiernde am Sonntag oder Sänger/innen beim Kirchenchor. Die Wachau solle jedenfalls ihre wunderbaren Sakralbauten verstärkt zugänglich machen: etwa durch Geschichtsstunden vor Ort oder durch Wallfahrten. Die Wachau und ihre Kirchen seien ein guter Ort, um über den Sinn des Lebens nachzudenken.

Ein Museumsgang zeigt in Urkunden und Votivbildern des 17. bis 20. Jhs. die vielfältige Tradition der Wallfahrt von Pfarren, Gemeinden und privaten Hilfesuchenden, von der Pestbedrohung bis hin zu Naturkatastrophen und persönlichen Schicksalen. Die großen Gemälde der Barockzeit wurden nach Katastrophen im Rahmen von Gemeinschaftswallfahrten dargebracht und zeigen auch historische Orts- und Stadtansichten. Der rote Faden reicht von der politisch-konfessionellen Situation in Niederösterreich um 1600, der Entstehung und Entwicklung der Wallfahrt über die örtlichen Wallfahrtsbräuche bis zur reichen materiellen Kultur an Devotionalien und Votivgaben. Im Oratorium kann man einen Blick in die prachtvolle freskengeschmückte Kirche machen, der Raum wird immer wieder für Sonderausstellungen genutzt.
 
Öffnungszeiten: Donnerstag-Sonntag: 10-17 Uhr
Wallfahrtsmuseum Maria Langegg, Maria Langegg 1, 3642 - Aggsbach-Dorf
Infos: Tel: 02753 / 20 741, Mail: , www.maria-langegg.kirche.at

Foto: Wallfahrtsmuseum_Ehrengäste.jpg: Museumsleiterin Marlene Rietus, Landesrätin Barbara Schwarz, Bürgermeister von Bergern, Roman Janacek, Pfarrer P. Johannes Cornides, Bischof Klaus Küng, Andreas Nunzer, Welterbegemeinde Wachau, St. Pöltner Diözesanmuseums-Direktor Wolfgang Huber