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Vatikan: Organhandel ist ein Verbrechen

Nein zum Menschen- und Organhandel, jedoch Ja zu ethisch vertretbaren Formen der Organspende: So lässt sich die am Donnerstag veröffentlichte Schlusserklärung der Vatikan-Tagung zum Thema Organhandel zusammenfassen.

Religiöse Führer werden darin aufgerufen, "zur ethischen Organspende zu ermutigen und zugleich den Menschenhandel zum Zweck der Organentfernung und des Organhandels scharf zu verurteilen". An der am Mittwoch beendeten Veranstaltung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften unter dem Titel "Organhandel und Transplantationstourismus" nahmen Experten aus über 50 Ländern teil, darunter auch hohe chinesische Regierungsbeamte, was im Vorfeld heftige Kritik hervorgerufen hatte.

Jedes Land soll sich darum bemühen, zum Selbstversorger bei Organen zu werden, Transparenz bei Transplantationen zu schaffen, durch Prävention ihre Notwendigkeit zu senken und "auf ethische, regulierte Weise" ihren Zugang zu verbessern. Menschenhandel zum Zweck des Organhandels soll hingegen weltweit als Verbrechen geahndet werden, heißt es in der Erklärung. Zudem gelte es auch, jene soziale Nöte wie extreme Armut, Arbeitslosigkeit oder fehlende Aufstiegschancen zu bekämpfen, die Menschen dazu veranlassen würden, ihre Organe aus Geldnöten zu spenden oder Opfer krimineller Menschenhändler zu werden.

Die Thematisierung des Menschen- und Organhandels durch die Päpstliche Akademie der Wissenschaften geht auf eine Initiative von Papst Franziskus zurück. Nach ähnlichen Konferenzen zum Thema Zwangsarbeit, Prostitution und Drogen war es nun das Ziel, das Ausmaß und die Geldflüsse rund um das Phänomen des Organhandels zu untersuchen und ein Netzwerk zu seiner internationalen Eindämmung zu bauen. Auch die Frage des Gewissens der Ärzte und der Organempfänger bei der unfreiwilligen oder erzwungenen Organentnahme war dabei Thema.

Diplomatische Antwort zu China-Kritik

Höchst diplomatisch äußerte sich der Vatikan zur heftigen Kritik rund um die Einladung Chinas, dem illegaler Organhandel und -transplantation vorgeworfen wird. Dass diese Praxis zutreffe, lasse sich "nicht mit Sicherheit sagen", sagte der Veranstalter, Kurienbischof Marcelo Sanchez Sorondo, laut dem vatikanischen Pressedienst "Asianews". Absicht sei es jedoch, "die Kräfte zu stärken, die sich für einen Wandel einsetzen".

Proteste hatte im Vorfeld vor allem die Teilnahme des Vorsitzenden der chinesischen Nationalkomitees für Organspende und -transplantation, Huang Juefu, ausgelöst. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) etwa warf ihm Mitverantwortung dafür vor, dass in China "hunderttausende Organe aus völlig unklaren Quellen" transplantiert worden seien.

Juefu selbst erklärte bei der Veranstaltung, seine Regierung unterstütze den Ruf nach Reformen "dessen, was zur Zeit in China passiert". Dafür seien allerdings "internationale Kooperationen hilfreicher als internationaler Druck", so der ehemalige stellvertretende Gesundheitsminister der Volksrepublik.

In China war es jahrzehntelang üblich, Hingerichteten Organe zu entnehmen. Seit Jahresbeginn 2015 wurde diese Praxis laut Juefu aufgegeben. Kritiker werfen China jedoch vor, heimlich weiter illegal Geschäfte mit Organen zu machen. Der Mediziner und Teilnehmer der chinesischen Delegation Haibo Wang sagte bei der Konferenz, es sei angesichts von einer Million Transplantationsszentren und drei Millionen in dem Bereich tätigen Ärzten "unmöglich, volle Kontrolle" über alle Organtransplantationen in China zu haben.

Spekulationen, der Vatikan habe China zu dem Kongress eingeladen, um die diplomatischen Gespräche zwischen der Volksrepublik und dem Heiligen Stuhl voranzutreiben, wies Huang gegenüber Medien zurück. Er sei als Experte zum Thema Organtransplantation geladen und habe keinerlei diplomatischen Auftrag.

(09.02.2017, KAP)