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Über 5000 Burschen und Mädchen dienen als Ministranten

Foto: Ministranten der Pfarre Altmelon

St. Pölten, 19.07.2017 (dsp) „Der Ministrantendienst bleibt für Kinder weiter attraktiv“, sagt Ulrich Schilling, Leiter des Bereichs Kinder und Jugend der Diözese St. Pölten. In der Diözese St. Pölten gibt es weit über 5000 Ministranten, österreichweit sind es 45.000. Was heute selbstverständlich ist - der gemeinsame Dienst von Mädchen und Buben - ist noch ein relativ junges Phänomen: So wurden Mädchen erst vor 25 Jahren zum Ministrantendienst zugelassen, mittlerweile stellen sie die Mehrheit. In der Diözese St. Pölten betont man die große Bedeutung der Minis für den Dienst am Altar.

Günstig wirke dabei die "Unterstützung auf allen Ebenen", wozu die Gruppenleiter-Fortbildungen ebenso zu zählen seien wie diözesanen "Minitage". Für die Zukunft rechne man mit einem weiterhin hohem Interesse am Ministrieren. Schilling freut sich, dass viele Ministranten weiter aktiv bleiben. Wichtig sei die Wertschätzung, die die jungen Christen von den Pfarren erhalten.

Gerade Ministranten wirken oft über die Firmung hinaus weiter in Kirche. Ein wichtiger Faktor bleibe indes die Unterstützung durch die Eltern: Wo der sonntägliche Gottesdienstbesuch zum fixen Wochenendprogramm gehöre, da falle Kindern die Entscheidung leichter, sich zum Ministrantendienst zu melden.

Wende durch das Konzil

Trotz des offiziell noch immer bestehenden Verbotes begannen einzelne Gemeinden in den 1960er und 1970er Jahren, Ministrantinnen zuzulassen. In der Neufassung des CIC 1983 fehlte ein ausdrückliches Verbot. Canon 230 schreibt fest, dass "alle Laien Aufgaben nach Maßgabe des Rechtes wahrnehmen" können. Diese neutrale Formulierung wurde von den Bischöfen kontrovers aufgenommen. Die offizielle Erlaubnis folgte erst am 11. Juli 1992: Papst Johannes Paul II., der sich 1980 in der Instruktion "Inaestimabile Donum" noch gegen Ministrantinnen ausgesprochen hatte, bestätigte damals, dass Canon 230 so zu interpretieren sei, dass auch Mädchen den Altardienst verrichten dürfen. Veröffentlicht wurde die Erlaubnis 1994. Der Papst betonte dabei aber, es werde "immer sehr angemessen sein, der edlen Tradition zu folgen, Jungen am Altar dienen zu lassen".

Foto: Ministranten der Pfarre Altmelon