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Trauer um Alois Mock

Foto (@Alois Mock Institut): Alois Mock bei einer Begegnung mit Papst Johannes Paul II.

Euratsfeld, 01.06.2017 (dsp) Betroffen zeigen sich kirchliche Vertreter über den Tod des früheren Außenministers Alois Mock. Diözesanbischof Klaus Küng: "Alois Mock war ein großer Politiker,  der in seinen zahlreichen herausragenden Funktionen nicht nur durch seinen Fleiß und seine Konsequenz  beeindruckt hat, sondern durch seine authentische Art: Als Christ, als Mensch und als vorausschauender und verbindender Gestalter von Politik für unser Land. Unser Mitgefühl gilt besonders seiner Frau und seiner Familie."

Der Pfarrer von Euratsfeld, Dechant Johann Berger, sagt, der gebürtige Euratsfelder Mock sei der Kirche sehr verbunden gewesen und habe bei Aufenthalten in seinem Heimatort immer die Heilige Messe mitgefeiert. Die Pfarre sei dankbar, dass so eine große Persönlichkeit aus Euratsfeld entstamme.

„Alois Mock war ein grundanständiger Mensch, bei dem wir immer das Gefühl hatten, dass es ihm um das Wohl aller Menschen und um das Wohl der ganzen Heimat ging. Wir dürfen stolz sein, dass er aus unserer Diözese, aus Euratsfeld stammt“, würdigt ihn Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten. Haiderer hatte den Eindruck, dass Mock ein großer Repräsentant der Katholischen Soziallehre in der Politik gewesen sei und den christlich-sozialen Auftrag seiner Partei wirklich ernst nahm." Die vielen Würdigungen über alle parteilichen und gesellschaftlichen Grenzen hinweg belegen das laut Haiderer eindrucksvoll.
 
Mock wurde 1934 in Euratsfeld in Niederösterreich geboren. 1958 wurde der promovierte Jurist Referent im Unterrichtsministerium, danach im Bundeskanzleramt und in der OECD. 1966 wurde Mock Kabinettschef von Bundeskanzler Josef Klaus, von 1969 bis 1970 war er Unterrichtsminister, von 1971 bis 1979 ÖAAB-Bundesobmann. Von 1978 bis 1987 hatte Mock die Position des Klubobmanns der ÖVP im Parlament inne, von 1979 bis 1989 war er ÖVP-Bundesparteichef. Als Außenminister wirkte er von 1987 bis 1995. Der kinderlose Alois Mock hinterlässt seine Frau Edith, mit der er 53 Jahre lang verheiratet war.

Mocks historisch wohl größte Leistung war Österreichs EU-Beitritt 1995, den er führend vorantrieb. Die wohl berühmteste mit ihm verbundene Szene ist jener geschichtsträchtig symbolische Akt, als er am 27. Juni 1989 mit seinem ungarischen Amtskollegen Gyula Horn bei Sopron den Grenzzaun zu Ungarn und damit zum damaligen Ostblock durchschnitt.
 
Foto (@Alois Mock Institut): Alois Mock bei einer Begegnung mit Papst Johannes Paul II.