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Telefonseelsorge 142: vertraulich, kostenlos, Tag und Nacht

St. Pölten, 05.09.2017 (dsp) Jeder Mensch kann in jeder Lebensphase in eine Krise geraten. Der Tod einer nahe stehenden Person, die Trennung vom Partner/ der Partnerin, der Verlust des Arbeitsplatzes oder ein gesundheitlicher Einbruch- all das kann eine Krise auslösen. Wenn Menschen äußere Belastungen nicht mit den üblichen Lebensbewältigungsstrategien meistern können, bekommen Krisen eine bedrohlichen Charakter. Es kann dann der Gedanke auftauchen, so nicht mehr weiter leben zu wollen. In Österreich sterben jedes Jahr ca. 1300 Menschen durch Suizid. Das sind doppelt so viele wie Tote im Straßenverkehr. Darauf macht die Telefonseelsorge 142 anlässlich des Welt-Suizid-Präventionstages aufmerksam.

In belastenden Situationen kann es hilfreich sein, sich die Sorgen von der Seele zu reden. Die Telefonseelsorge ist unter der österreichweit geltenden Notrufnummer 142 rund um die Uhr vertraulich und kostenfrei für Gespräche erreichbar. Es gibt auch die Möglichkeit die Onlineberatung (Mail und Chat) in Anspruch zu nehmen (www.telefonseelsorge.at).
 
Suizid ist in Österreich sowohl bei Männern als auch bei Frauen bis zum 50. Lebensjahr eine der häufigsten Todesursachen, in den Altersgruppen 25 bis 29 Jahre sogar die häufigste. Zu den Risikogruppen zählen Menschen mit Depressionen, alte und vereinsamte Menschen, chronisch Kranke, Menschen mit Alkohol- und Drogenproblemen und vor allem Menschen mit vorangegangenen Suizidversuchen.

Welt-Suizid-Präventionstag
 
Die Zahlen sind laut Gesundheitsministerium bedrückend: Im Jahr 2015 starben in Österreich 1.249 Personen durch Suizid. Das bedeutet, dass die Zahl der Suizidtoten mehr als zweieinhalb Mal so hoch ist wie beispielsweise jene der Verkehrstoten ( 475 Personen). Seit den 1980er Jahren ist zwar ein deutlicher Rückgang der Suizidhäufigkeit zu beobachten, mit Beginn der gegenwärtig andauernden weltweiten Wirtschaftskrise im Jahr 2008 verlangsamte sich dieser Rückgang jedoch deutlich und der Wert blieb seither nahezu konstant.
 
Was die Zahlen nicht verraten: das Ausmaß an Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht, das den Suizid als einzigen Ausweg erscheinen lässt.
 
Reden kann helfen
 
Wenn Menschen in einer aussichtslosen Situation bei der Telefonseelsorge oder einer anderen Notrufnummer anrufen, ist davon auszugehen, dass es irgendetwas in ihnen gibt, das noch leben will. Sie wollen sprechen, suchen jemanden, der zuhört, sie ernst nimmt.
 
Was ist der richtige Umgang, warum hilft Zuhören, was bewirken die Stimme, das Wort, und wie kommt es beim Anrufer zu Entlastung, Erleichterung?
 
„Zuhören ist wichtig, Anonymität und Ehrlichkeit“, betont Gabi. Die 62-Jährige ist seit mehr als 20 Jahren ehrenamtliche Telefonseelsorgerin in der Telefonseelsorge NÖ. "Wenn jemand keine Arbeit hat, die Beziehung kaputt ist, sich die Freunde abgewandt haben, niemand mehr zu Besuch kommt - dann kann ich nur sagen: Ihr Leben ist aber traurig", sagt sie. Und sie frage dann: Gibt es wirklich nur diese eine Lösung, den Tod? Manchmal wolle sie auch wissen, wie er oder sie "es" denn tun wolle.
 
Telefonseelsorge 142, täglich 0–24 Uhr
Telefonberatung und E-Mail-Beratung für Menschen in einer schwierigen Lebenssituation oder in Krisenzeiten.