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"Tage der Achtsamkeit": Vergebung gemeinsames Thema von Psychologie und Religion

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Amstetten, 30.03.2017 (dsp). Die „Tage der Achtsamkeit“ in Amstetten starteten mit einem Vortrag von Jesuiten-Provinzial und Psychotherapeut P. Bernhard Bürgler SJ über „Verzeihen und Versöhnen. Schritte um neu zu beginnen“. Vom 30. März bis 2. April sind sechs Jesuiten aus Innsbruck und Wien in Amstetten. Sie laden zu einem umfangreichen Programm mit Vorträgen, Workshops, Gottesdiensten und Bußfeier.

Die Profis in Sachen "Führung", "Kommunikation" und "Entscheiden" sind durch interessante Persönlichkeiten vertreten. So kommen unter anderem der Provinzial (=Leiter) P. Bernhard Bürgler, P. Christian Marte (Direktor des Kardinal König Hauses) und P. Markus Inama (er ist Rektor in Innsbruck und betreut das Projekt "Concordia") in diesen Tagen nach Amstetten.

 

Beim Thema „Verzeihen und Versöhnen“ habe es bei der Psychologie und Psychotherapie auf der einen Seite und Religion und Glaube auf der anderen Seite ein aufeinander Zugehen gegeben. Vom Gegeneinander sei es zum Zueinander und Miteinander und sogar zum Ineinander gekommen. Vergebung sei ein gemeinsames Thema, so Bürgler. Es sei klar: die geistig-spirituelle Haltung sei wichtig für eine ganzheitliche Heilung. So wie die Kirche über die Gesundheitswelle das Fasten wieder neu entdeckt habe, sei das Thema Vergebung und Versöhnung über Umwegen wieder zur Kirche zurückgekommen und werde wieder als etwas Ureigenes erachtet.

 

"Nicht vergeben können" blockiert

 

Niemand komme im Leben ohne Kränkungen durch, dieser Dimension müsse man sich bewusst sein. Die Frage sei, wie man damit umgehe, damit die Liebe nicht blockiert werde – und wir seien geschaffen, um geliebt zu werden. Das Thema Vergebung habe große Auswirkungen, ein Nicht-Versöhnen-können könne das Leben, die Liebe und die Beziehung zu anderen, zu sich selbst und zu Gott blockieren. Ein Vergeben bringe Heil und lasse Beziehung wieder zu, sagt der Jesuiten-Provinzial. Zu vergeben sei ein Prozess, umfasse mehrere Dimensionen und brauche Zeit und Phasen: nämlich Aufdeckung, Entschluss, Arbeit und Vertiefung.

 

Kränkungen, Verletzungen, Ungerechtigkeiten – für manche sind Kleinigkeiten schon verletzend. Vergebung habe viel zu tun mit Verwandlungsprozessen ins Positive. Heilsam sei es nicht nur, anderen zu vergeben, sondern auch uns selber. Als erfahrener Psychotherapeut habe er den Eindruck, dass man anderen oft leichter vergeben könne als sich selbst. Das resultiere oft daraus, weil man meint, etwas versäumt zu haben oder etwas nicht gemacht zu haben.

 

Bibel voll an Beispielen von Versöhnung

 

Zum Bereich Versöhnen und Vergeben gebe es viele Hilfen aus der Psychologie, aber auch aus dem Glauben und aus der Heiligen Schrift. Das Neue Testament sei voll mit dem Thema – etwa die Gleichnisse vom Barmherzigen Vater oder vom Unbarmherzigen Knecht. Die Bibel sage, dass Gott ein vergebender Gott sei. Gott ist ein vergebender Gott – das sei ermutigend, aber auch eine Herausforderung, das selber immer wieder zu tun. Jesus bezeuge die Wichtigkeit des Vergebens immer und immer wieder. Mit den Sakramenten, Gebeten und dem geistlichen Weg würden Glaube und Kirche zur Vergebung ermutigen. Versöhnung seien ein Zusammenspiel zwischen eigenem Tun und Geschenk bzw. Gnade Gottes. Durch Verzeihen könne die Liebe wieder mehr fließen.

 

Alle Termine auf einen Blick:

http://www.herzjesu-amstetten.at/index.php/aktuelles/509-die-jesuiten-kommen