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Studienjahr an der Philosophisch-Theologischen Hochschule eröffnet

Studienjahr an der Philosophisch-Theologischen Hochschule eröffnet

St. Pölten, 10.10.2017 (dsp) Mit einem Gottesdienst startete die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Pölten (PTH) ins neue Studienjahr. Da viele Menschen ohne Bezug zu Gott unterwegs seien, habe die Hochschule die „dringliche Bedeutung, Orientierung zu geben“, sagte Bischof Klaus Küng in seiner Predigt. Er erinnerte an die großen Gefahren und Sackgassen für die Menschheit, so würden die Europäer Milliarden für Drogen ausgeben.

Daher erwarte er sich von der Hochschule die Vermittlung solider Theologie, die sich auch den Problemen der Menschheit zuwende und auf den Grund geht. Gleichzeitig solle es auch Angebote für das geistliche Leben geben. Die Hochschule müsse außerdem das Rüstzeug für die Sendung der Kirche mitgeben. Wichtig sei ihm weiters, dass die PTH an der Neuevangelisierung mitwirke, dafür sei die Orientierung an der Praxis wichtig.

PTH-Rektor Josef Kreiml freute über die „große Wertschätzung“ von Bischof Küng für die Hochschule. Diese habe zuletzt mit der Religionspädagogik einen neuen Schwerpunkt gesetzt, außerdem habe die Bildungseinrichtung neue Kooperationen geschaffen: etwa mit der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Krems oder mit der Hochschule in Heiligenkreuz. Die Hochschule in St. Pölten sei bedeutsam für die Glaubensverkündung. Diese geschehe natürlich gerade auch in den Familien oder in den Pfarren, aber an der Hochschule beschäftige man sich intensiv mit den Quellen – wie der Heiligen Schrift oder den Kirchenvätern - des Glaubens. Ziel sei es, tiefer in den Glauben einzudringen. 120 Studierende sind derzeit an der PTH inskribiert.

Bischof Kerens gründete 1791 Philosophisch-Theologische Lehranstalt

Die Diözese St. Pölten wurde als josephinische Gründung durch päpstliche Bulle vom 28. Jänner 1785 errichtet. Bis dahin gehörte ihr Gebiet - die Viertel ober dem Wienerwald und ober dem Manhartsberg Niederösterreichs - zum Bistum Passau. Vor der Diözesanerhebung gab es bereits in den Stiften theologische Hausstudien; der Säkularklerus erhielt seine Ausbildung an der Wiener Universität und seit dem 16. Jahrhundert am Wiener Jesuitenkolleg St. Barbara.

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde den Jesuiten mehr und mehr die Klerusausbildung entzogen. So entstanden 1758 in Wien und 1762 in Enns Priesterseminare. Für Niederösterreich kaufte Weihbischof Anton Franz Marxer 1754 die Herrschaft Gutenbrunn (20 km n.ö. von St. Pölten) und ließ dort ein Alumnat mit Theologiestudium errichten (1767/68). Es fiel zwar zunächst (1783) den josephinischen Generalseminarien zum Opfer, wurde aber 1785 nach St. Pölten verlegt. In diesem Kloster, dem Haus Wiener Straße 38, gab es vordem bereits ein theologisches Hausstudium, das auch von den benachbarten Chorherrn besucht wurde.

Das Franziksanerkloster geht auf das Wirken des hl. Johannes Capestrano zurück und war bald nach 1455 gegründet worden. Aus dieser Zeit stammt noch die Alumnatskapelle, ehemals Presbyterium der Klosterkirche. Am 26. November 1785 wurde dort für die Absolventen des Generalseminars eine Art Pastorallehrgang eröffnet. Nach der Aufhebung der Generalseminarien errichtete Bischof Kerens für die Diözese eine philosophisch-theologische Lehranstalt, die am 14. Oktober 1791 ihren Betrieb aufnahm. Zunächst war sie eine reine Ausbildungsanstalt, gewann aber ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zusehends an wissenschaftlicher Bedeutung. Seit 1. September 1971 heißt sie „Philosophisch-Theologische Hochschule der Diözese St. Pölten“. Seit dem Studienjahr1971/72 wird neben der fachtheologischen auch eine religionspädagogische Studienrichtung geführt.