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Stift St. Paul bestimmt Göttweiger Prior zum Administrator

P. Maximilian Krenn OSB

Göttweig - St. Paul, 14.7.2017 (dsp) Das Stift St. Paul im Lavanttal hat am Freitag P. Maximilian Krenn zum Administrator gewählt. Krenn, der Prior und Novizenmeister in Stift Göttweig ist, wird das Kärntner Benediktinerstift drei Jahre lang leiten, teilte der Orden mit. Dann erst soll ein Abt gewählt werden, der auf den aus Altersgründen zurückgetretenen Abt Heinrich Ferenczy nachfolgt. Ein Administrator hat dieselben Befugnisse wie ein Abt, allerdings mit der auf drei Jahren beschränkten Amtszeit.

Die Wahl unter den 10 Mitgliedern der Mönchsgemeinschaft fand unter Vorsitz von Abtpräses Christian Haidinger statt. Die Einführung ins Amt des Administrators ist für den 22. September 2017 angesetzt. Bis dahin wird Abt Ferenczy das Kloster interimistisch weiter leiten.

P. Maximilian Krenn stammt aus Wien und ist 1988 in das Benediktinerstift Göttweig eingetreten, wo er 1992 die Ewige Profess ablegte. 1996 wurde er zum Priester geweiht, 2009 ernannte ihn der damals neue Abt Columban Luser zum Prior.

"Die Wahl zum Administrator von St. Paul habe ich nach reiflicher Überlegung – und das ist mir sehr wichtig – mit dem Segen meines Abtes und Konventes angenommen", sagte P. Maximilian in einer ersten Stellungnahme. "Ich gehe mit der Gewissheit in meinen neuen Dienst, dass der Konvent von St. Paul in großer Einmütigkeit diese Entscheidung getroffen hat. Mir ist bewusst, dass ich mit dieser Letztverantwortung Neuland betrete und tue dies in inneren Frieden und vor allem mit dem Vertrauen, dass Gott mir zur Seite steht. Mit diesem Schritt will ich einen Beitrag dazu leisten, dass diese wichtige, benediktinische Zelle Kärntens gute Schritte in die Zukunft tätigen kann."
 
Das Stift St. Paul im Lavanttal wurde im 11. Jahrhundert gegründet, entwickelte sich bald zu einem bedeutenden Schulkloster mit einer Gelehrten- und später auch Lateinschule, deren Abgänger auch der spätere Mediziner Paracelsus war. Im 14. und 15. Jahrhundert durchlitt das Stift mit Bränden, Zerstörungen und der Eroberung durch die Türken schwere Zeiten, bis im 16. Jahrhundert unter Abt Hieronymus Marchstaller eine neue Blütezeit anbrach. In dieser Zeit erhielt das Kloster seine heutige Form. Das Kloster überstand in Folge auch zwei kurze Phasen der Auflösung bzw. Enteignung im Josephinismus und in der NS-Zeit.
 
Derzeit sind die in St. Paul lebenden Mönche als Seelsorger in den Stiftspfarren, als Lehrer am Stiftsgymnasium sowie in wissenschaftlichen oder kulturellen Aufgaben tätig; Erst im Juni fand im Stift eine Priesterweihe statt. Das öffentliche Gymnasium des Stiftes zählt mit rund 750 Schülern zu den größten Privatgymnasien Österreichs. Über die Grenzen hinaus bekannt ist die "Schatzkammer" des Stiftes, die neben liturgischen Kostbarkeiten aus Mittelalter, Renaissance und Barock eine wertvolle Gemäldegalerie und eine Grafiksammlung sowie eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Handschriften enthält.