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Stift Göttweig: Wie „Profis“ Weihnachten feiern

Pater Pius Nemes und Frater Philippus Mayr beim Christbaum-Schmücken

Göttweig, 23.12.2017 (dsp) „Gleich vorweg, weil das so viele Menschen fragen: Ja, auch wir feiern Weihnachten!“, lacht Pater Pius Nemes vom Benediktinerstift Göttweig. „Wir haben sämtliche Arbeiten am 23. Dezember abgeschlossen, der 24. Dezember gehört der Gemeinschaft“, berichtet er. Der Priester erzählt, wie sein Konvent den Heiligen Abend feiert. Vieles kann man sich davon abschauen: Es geht ruhig und familiär zu, und die Gemeinschaft konzentriert sich auf das Wesentliche: das Fest der Menschwerdung Gottes in der Geburt Jesu.

Der 24. Dezember beginnt wie jeder andere Tag auch: Laudes, Heilige Messe, Mittagshore. Freilich ist der Tag ruhiger, weil die Arbeiten abgeschlossen sind. Auch der Christbaum ist schon geschmückt und die Krippenfiguren sind bereits an ihrem Platz. Nach einem einfachen Mittagessen bereiten sich die Priester auf die abendlichen Metten vor, denn die allermeisten sind in den umliegenden Pfarren im Einsatz.

Das traditionelle „Ausräuchern“ gebe es zu Weihnachten nicht. Das mag vielleicht überraschend klingen, weil es für viele Familien eine wichtige Tradition ist. Dagegen gebe es am 5. Jänner eine Prozession durch alle Bereiche des doch recht großen Stiftareals: Krankenstation, Prälatur, Jugendhaus oder die Betriebe. Und man staune: der Abt zeichnet auf Türen, was von den Sternsingern bekannt ist: 20-C+M+B-18 – übersetzt: „Christus segne dieses Haus“.

Nach der Vesper versammelt sich die Gemeinde zum Krippengang, daran nehmen auch Benediktiner aus den Umlandpfarren teil sowie kranke Priester, die im Stift gepflegt werden, und Angestellte des Stiftes. Pater Pius: „Wir versammeln uns um den Christbaum, um Weihnachten zu feiern. Es flackern nur die echten Kerzen, sonst ist es ganz dunkel.“ Gesungen werden dabei die „Klassiker“ wie „Vom Himmel hoch da komm ich her“ oder natürlich auch „Stille Nacht“. Abt Columban Luser hält eine Ansprache über die Menschwerdung Gottes und das berühmte Weihnachtsevangelium wird gelesen. Vieles erinnert an Weihnachten in der Familie. Das sagt auch P. Pius: „Erinnerungen werden wach, wie man selber das Fest als Kind gefeiert hat.“

Was kriegen eigentlich die Göttweiger Benediktiner? Hier ist es üblich, dass Abt Columban seinen Mitbrüdern allen das Gleiche schenkt sowie eine Karte mit persönlichen Worten. Und was gibt es zu essen? Die Speisen seien üppiger als sonst, berichtet P. Pius. Es gebe meist Fisch, was ihn persönlich eigentlich nicht so begeistere, schmunzelt er. Trotzdem finde auch er allerlei Leckereien vor. Der Gemeinschaft sei es wichtig, dass die Bediensteten mit ihrer Familie daheim Weihnachten feiern können, darum sei der Abend für diese frei. Ab 19:30 Uhr brechen die meisten auf, weil sie die Weihnachtsmette in umliegenden Gemeinden feiern. Im Stift selbst ist um 22 Uhr der feierliche Gottesdienst, den Abt Columban zelebriert.

Das eigentliche Weihnachtsfest bei den Göttweigern ist der 27. Dezember. Da kommen fast alle der 43 Ordensmitglieder und das ist wirklich Weihnachten: ohne Sitzung, ohne Tagung, ohne Beratungen – und die Priester haben dann die oft anstrengenden und stressigen Feiertage in den Pfarren hinter sich. In den nächsten Tagen besuchen die Benediktiner ihre Familien: Eltern, Geschwister usw. Zu Weihnachten legt Bibliothekar Pater Franz immer jene Bücher auf, die der Konvent geschenkt bekommt. Das sei ein ziemlich großer Haufen. Das mache bewusst, dass „auch wir Beschenkte sind“, so Pater Pius. Und es tue gut zu sehen, wie viele Freunde das Stift Göttweig habe.

Foto: Pater Pius Nemes und Frater Philippus Mayr beim Christbaum-Schmücken