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Stift Göttweig: Startschuss für letzte Renovierungsetappe

Stift Göttweig

Göttweig, 20.12.2017 (dsp/KAP) Mitten im Winter ist in Stift Göttweig bereits der Startschuss zur sechsten und zugleich letzten Etappe der Stiftsrenovierung gefallen. Am Dienstag tagte das für die Sanierung zuständige Kuratorium, dem die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl Leitner und der Göttweiger Abt Columban Luser vorstehen.<--break-> Für 2018 ist v.a. die Dachsanierung des noch fehlenden Teils des Stifts - Burg und Wirtschaftsgebäude - geplant. Insgesamt müssen 18.000 Quadratmeter Dachfläche und damit 630.000 Dachziegel erneuert werden, wie Mikl-Leitner und Abt Luser erläuterten.

Die Gesamtkosten der Renovierung dürften sich auf bis zu 6,8 Millionen Euro belaufen, wie Luser sagte. Für 2018 würden rund eine Million Euro benötigt. 25 Prozent kommen vom Land Niederösterreich, 15 Prozent wie auch schon in den vergangenen Jahren vom Bund. Einen wesentlichen Beitrag leistet auch ein eigener Förderverein, der heuer rund 15 Prozent und damit mindestens 150.000 Euro zuschießen will. Wie Erwin Hameseder, Präsident des Fördervereins, sagte, habe der Verein insgesamt bereits Spenden in der Höhe von weit über einer Million Euro - exakt 1,090.000 - lukrieren können. Sein Dank gelte den vielen großen, aber auch kleinen Spendern. Der Löwenanteil von rund 50 Prozent der Renovierungskosten muss freilich das Stift selbst aufbringen.

2017 sei für die Stiftsrenovierung ein schwieriges Jahr gewesen, sagte Abt Luser. Auf einzelnen Dächern habe man bis zu 80 Prozent des Dachstuhlholzes tauschen müssen. Die Schäden seien zuvor nicht zu erkennen gewesen. Deshalb hätten beispielsweise auch die Arbeiten am Exerzitienhaus bis kurz vor Weihnachten angedauert. "Jetzt haben wir Gott sei Dank wieder ein gutes Dach über den Köpfen und für die Seele", so Luser wörtlich.

Landeshauptfrau Mikl-Leitner unterstrich die kulturelle, wirtschaftliche und touristische Bedeutung von Göttweig, aber auch der vielen anderen Klöster und Stifte in Niederösterreich. So habe das Land die Renovierungen aller niederösterreichischen Stifte in den vergangenen zehn Jahren mit insgesamt 16,5 Millionen Euro unterstützt. Es gelte, das reiche kulturelle und spirituelle Erbe für die nachkommenden Generationen zu bewahren. 

Göttweig: Wirtschaftsbetrieb und Seelsorge

Seit mehr als 930 Jahren überblickt das Stift Göttweig die Wachau. 1083 wurde es von Altmann, dem Bischof von Passau als Doppelkloster - also für Männer und Frauen - gegründet. Der Teil des Klosters, in dem die Frauen lebten, befand sich im Fladnitztal. Die Mitglieder der Gemeinschaft lebten nach der Regel des Augustinus, doch bereits elf Jahre später wurde das Chorherrenstift in eine Benediktinerabtei umgewandelt.

Heute gehören dem Stift Göttweig rund 40 Mönche an. Etwa die Hälfte lebt in Pfarren, die sie für das Stift betreuen - insgesamt 28 Stiftspfarren. Die Haupteinkommensquelle des Klosters ist die Forstwirtschaft, aus der in guten Jahren rund eine Million Euro in die Stiftskasse fließen. Aber mit fast 10.000 Übernachtungen pro Jahr kann sich auch der Tourismusbetrieb sehen lassen. Das Stift hat rund 100 Mitarbeiter, die sich um den Wirtschaftsbetrieb kümmern. Seit 2009 ist Columban Luser der 65. Abt von Göttweig.

2018 zeigt das Stift von 17. März bis 1. November u.a. die Sonderausstellungen: "Stift Göttweig brennt - Schicksalsjahr 1718". Vor 300 Jahren wurden große Teile des damaligen Klosters durch einen Brand zerstört, was schließlich zum barocken Neubau führte. Das damals errichtete und nun rund 300 Jahre alte Dach ist Gegenstand der aktuellen umfassenden Sanierungen. Mit den weiteren Sanierungsarbeiten soll begonnen werden, sobald es die Witterung zulässt, so Abt Luser. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Arbeiten 2018 abgeschlossen werden können.