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Stift Göttweig: Führungskräfte diskutieren über Gemeinwohl

Inspiration von Denkern aus Politik, Wirtschaft und Theologie zu den Themen Werte, Wohlstand und Wachstum verspricht der Kongress christlicher Führungskräfte, der vom 27. bis 29. April im Stift Göttweig stattfindet.

Unter dem Motto "Future Wealth" geht es um die Frage, wie Wirtschaftswachstum und Gemeinwohl in Einklang zu bringen sind und welche Verantwortung dabei - auch im Kontext der ökologischen Krise - Führungskräften obliegt. Eröffnet wird die Tagung vom in der österreichischen Bischofskonferenz für Wirtschaftsfragen zuständigen Kärntner Bischof Alois Schwarz, dem evangelischen Bischof Michael Bünker sowie Hausherr Abt Columban Luser.

Der Unterschied zwischen gesellschaftlichem Wohlstand und individuellem Reichtum wird immer augenfälliger, heißt es seitens des Veranstalters, des Forums christlicher Führungskräfte. Christliche Wirtschaftsethik betone, "dass wirtschaftliche Aktivitäten keinen Selbstzweck darstellen und nie nur eigennutzorientiert zu betrachten sind". Ziel unternehmerischen Handelns müsse es sein, die menschliche Entwicklung insgesamt zu fördern, reale Freiheiten der Menschen zu vergrößern und so das Gemeinwohl weiterzuentwickeln. "Future Wealth" sei somit der "Kernbegriff eines neuen Zeitalters".

Keynote-Sprecher ist Andreas Treichl, der als Vorstand das Engagement der Erste Group Bank AG für Non-Profit-Initiativen vorstellen wird. Das Übernehmen von Gesellschaftsverantwortung mache es nötig sich täglich aufs Neue zu fragen, ob das tägliche Handeln "nicht nur legal und profitabel, sondern auch das Richtige ist", heißt es dazu im Programmfolder. Prominent besetzt ist auch ein daran anschließender "musikalischer Abend": Die Darbietungen kommen von der Gruppe "Shalom! Music between friends", bestehend aus dem emeritierten Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, dem ehemaligen Benediktiner-Abtprimas Notker Wolf, Bischof Michael Bünker und Peter Schipka, dem Generalsekretär der österreichischen Bischofskonferenz.

Weitere Referenten sind u.a. der Sozialethiker Clemens Sedmak, der über die "Wirtschaft, die nicht tötet" spricht, während der Wirtschaftsethiker Martin Rhomheimer und die Theologin Magdalena Holztrattner, Direktorin der katholischen Sozialakademie Österreichs, der Frage nachgehen, ob der Gegensatz zwischen Kapitalismus und katholischer Soziallehre auflösbar ist. Jesuitische Impulse für Führungskräfte kommen von P. Christian Marte und P. Christian Rutishauser, zudem zählen auch die Theologen Matthias Beck und Ingeborg Gabriel, Diakonie-Chef Michael Chalupka, der Chefökonom der Industriellenvereinigung Christian Helmenstein, der Philosoph Harald Kathmair und Botschafterin Ursula Plassnik zur hochkarätigen Reihe der Vortragenden und Workshop-Leiter.

Als ein Höhepunkt des zweiten Tages ist eine Paneldiskussion mit Christoph Badelt vom Institut für Wirtschaftsforschung WIFO sowie Vorständen von mehrerer Banken und Konzerne angekündigt. Während es hier um das Generalthema Wachstum und Wohlstand aus Perspektive der Wirtschaft geht, wird in weiteren Beiträgen auch auf Barrierefreiheit als Wettbewerbsvorteil sowie auf die Lehren aus der Arbeit mit gesellschaftlich nicht wahrgenommen Randgruppen für Führungskräfte  eingegangen.

Der Kongress christlicher Führungskräfte wird zum bisher dritten Mal veranstaltet; im Vorjahr kamen rund 300 Teilnehmer. Getragen wird er von den Ordensgemeinschaften, der Katholischen Aktion, der Evangelischen Akademie Wien und der Industriellenvereinigung. (Infos: www.wertevollfuehren.at)

(20.04.2017, KAP)