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St. Pöltner Priester beschäftigen sich mit kirchlicher Umweltverantwortung

Priesterstudientagung

St. Pölten, 20.02.2017 (dsp) Unter dem Titel „Die Welt in unseren Händen. Gottes Schöpfung und unsere Verantwortung“ beschäftigen sich die Priester - sowie Diakone und Pastoralassistenten - der Diözese Pölten drei Tage bis Mittwoch mit Themen wie Umweltschutz und der Enzyklika Laudato si von Papst Franziskus. Weihbischof Anton Leichtfried, zuständig für die Aus- und Weiterbildung der Geistlichen, sagte zu Beginn der Priesterstudientagung: „Das Herz geht auf, wie wunderbar unsere Welt ist. Gleichzeitig ist sie verwundbar und verletzbar, wie gehen wir damit um?“ Wegen des Klimawandels und der vielen Umweltzerstörungen müsse man da genauer hinhören. Die Priesterstudientagung sei eine gute Gelegenheit, sich damit zu beschäftigen.

Am ersten Tag sprach der Innsbrucker Alttestamentler Prof. P. Georg Fischer SJ über „Gottes sehr gute Schöpfung in Genesis 1-2: ein Anfang als Maßstab und Ziel“. Anschließend referiert die Wiener Wissenschaftlerin Helga Kromp-Kolb über „Klimawandel – eine Glaubensfrage? Fakten und Mythen – Verantwortung und Tun“. Am Dienstag thematisiert Prof. Franz Gruber aus Linz „Schöpfung und Evolution oder der unvermeidbare Streit über die Grenzen von Glauben und Wissen“. Der Grazer Franziskaner P. Willibald Hopfgartner OFM redet über „Spirituelle Impulse aus der Enzyklika Laudato si“.

Bewahrung der Schöpfung und Sorge um den Menschen

Gen 1,1-2,3 sei laut P. Georg Fischer eine Leseanweisung, exemplarisch daran solle die ganze Heilige Schrift gelesen werden – als Vorzeichen und Schlüssel. Er kritisierte in seinen Ausführungen zur Schöpfungsgeschichte die Kreationisten. Sie würden den symbolischen und ordnenden Charakter der Schöpfungsgeschichte völlig falsch verstehen. Es sei kein Bericht, sondern eine Erzählung. Immer wieder zeige sich als Botschaft: Segen sei erfahrbar in Vermehrung und in Kindern. Der Auftrag „Seid fruchbar, werdet viele“, bedeute aber nicht, möglichst viele zu werden bzw. Überbevölkerung. Auch die Aufforderung Gottes, „Macht Euch die Erde untertan“ sei im Hebräischen an dieser Stelle als „verantwortlich leiten“ zu verstehen, es gehe bei der Bewirtschaftung um Stellvertretung Gottes; Gott gebe den Auftrag zu bewahren. Das sei also kein Auftrag für einen Raubbau an der Natur. Der paradiesische Garten sei symbolisches Beispiel für Menschen, die sich auf Gott einlassen und Segen erfahren. Ein weiteres zentrales Anliegen sei Gottes anhaltende Sorge für das Wohl des Menschen. Das zeige sich in der Erschaffung eines wirklichen Partners für Adam, der stützt und mit dem eine echte Gemeinschaft möglich ist.

Der Text der Schöpfungserzählung in der Genesis wolle Maßstab sein für eine gute Gemeinschaft. Der Einzige, der Gott nahe komme, sei der lebendige Mensch – und keine Statuen oä. Der Mensch sei Höhepunkt der belebten Schöpfung, eigentlicher Höhepunkt sei aber der Sabbat innerhalb der Schöpfung. Sabbat sei ein Geschenk Gottes und Israels an die Welt, wodurch ein Wochenrhythmus geschaffen worden sei, welchen es so einst nicht gegeben habe. Wir hätten von Gott das Angebot, dessen Fülle im eigenen Leben zu erfahren: im Hören auf sein Wort, in der Erfüllung unserer Aufgaben, in der Wahrung und Wertschätzung seiner Schöpfung. Dafür müssten die Menschen das Beziehungsangebot Gottes annehmen. Der Text zeige: Die Welt ist sehr, sehr gut; Gott habe sie geschaffen, wir dürften vertrauen, dass Gott da ist.

Foto: Priesterstudientagung in St. Pölten