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Sechs Jahre Syrienkrieg: Patriarch und Hilfswerk fordern Frieden

Einen eindringlichen Friedensappell für sein Heimatland Syrien und die gesamte Nahostregion hat der syrisch-orthodoxe Patriarch Mar Ignatius Aphrem II. in seiner Botschaft zum Beginn der Fastenzeit formuliert. Die orthodoxen und altorientalischen Kirchen feiern heuer ausnahmsweise wieder gleichzeitig mit den Katholiken die Fasten- und Osterzeit.

 
"Wir erheben in dieser heiligen Fastenzeit unsere Hände im Gebet zum Herrn um Frieden und Sicherheit für die Länder des Nahen Ostens. Vor allem beten wir um Frieden in Syrien und im Irak: Mögen Gewalt, Terrorismus und Zerstörung aufhören. Möge das Volk wieder den Frieden des Herzens erlangen und in Sicherheit leben. Mögen die Emigranten in ihre Heimstätten und zu ihren Besitztümern zurückkehren", zitierte die Stiftung "Pro Oriente" am Montag aus Aphrems Fastenwort.

Weiter heißt es, dass auch "die Rückkehr aller Gefangenen und aller Entführten" ein zentrales Gebetsanliegen sein müsse. Der Patriarch von Antiochien lud außerdem ein zu einer Erneuerung der Kirche. Diese solle "sowohl Kleriker aller Rangstufen als auch Laien", weiters religiöse und Bildungs- sowie Sozialeinrichtungen erfassen. Ohne die innerkirchlichen Spannungen beim Namen zu nennen, erinnerte Mar Ignatius Aphrem II. daran, dass die Einheit der Kirche "das Herzstück der Glaubwürdigkeit ihrer Mission" ist.

Das Hilfswerk "Save the Children" erinnerte am Montag, dass nach sechs Jahren Krieg nun "ein kritischer Punkt" erreicht sei. Mindestens drei Millionen syrische Kinder, die unter sechs Jahre alt seien, "kennen nichts anderes als Krieg und Millionen weitere Kinder wachsen in ständiger Angst vor dessen Konsequenzen auf". Ihre persönliche und die Zukunft des Landes stehe auf dem Spiel. Fast ein Drittel der Kinder im Schulalter geht laut dem UN-Büros für humanitäre Hilfe (OCHA) nicht mehr zur Schule - darunter leidet auch die "kriegserschütterte Wirtschaft", so der Bericht.

"Save the Children" dringt auf einen sofortigen Waffenstillstand in Syrien. Zudem müssten die Geberländer die Folgen des Kriegs für die psychische Gesundheit von Kindern anerkennen und entsprechende Programme ermöglichen. Noch bekämen Kinder zu selten angemessene Hilfe, vor allem in belagerten Gebieten wie Homs, Damaskus oder Ost-Ghouta. 13,5 Millionen Menschen in ganz Syrien sind nach Angaben von OCHA derzeit auf Hilfe angewiesen, darunter 5,8 Millionen Kinder.

Viele Kinder leiden ständig unter Angst, schreibt "Save the Children". Immer mehr Kinder zeigen Stresssymptome wie Bettnässen, Albträume oder Sprachstörungen, heißt es weiter. 84 Prozent der befragten Erwachsenen und fast alle Kinder erklärten, dass das kontinuierliche Bombardement die Hauptursache für psychischen Stress sei. Jugendliche verletzten sich häufig selbst oder griffen zu Alkohol oder Drogen, um sogenannten toxischen Stress abzubauen. Er gilt als die gefährlichste Form einer Stressreaktion und entsteht, wenn dauerhaft eine große Menge an Stresshormonen ausgeschüttet wird. Bei ausbleibender Behandlung könne die Gesundheit der betroffenen Kinder und Jugendlichen zeitlebens angeschlagen bleiben, warnen die Autoren.

(KAP, 07.03.2017)