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Pröll: "Niederösterreich ist ein christliches Land"

Benediktinerstift Göttweig

Göttweig, 15.03.2017 (dsp) Bei einem Kuratorium auf Stift Göttweig wurden die weiteren Maßnahmen im Zusammenhang mit der Neudeckung der Stiftsdächer geplant. Darüber informierten Abt Columban Luser, Landeshauptmann Erwin Pröll und der Präsident des Fördervereins der Freunde des Benediktinerstiftes Göttweig, Erwin Hameseder. Die Renovierungsarbeiten gehen heuer in die fünfte und vorletzte Etappe, 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Das Kuratorium sei „im Zeichen des Rückblicks“, aber auch „im Blick nach vorne“ gestanden, informierte Landeshauptmann Pröll. Bei der Renovierung des Stiftes Göttweig sei man „in die Zielgerade gekommen“. In den letzten vier Jahren habe man Hand angelegt, führte Pröll aus, dass die Arbeiten „von tüchtigen Professionisten, die mit derartigen Herausforderungen umgehen können“ ausgeführt worden seien. „Wir gehen jetzt in das fünfte Jahr“, hielt Pröll fest, dass die bisherigen Maßnahmen alle dem Denkmalschutz entsprächen und man darauf schaue, „das Besondere am Weg in die Zukunft zu erhalten“.

Im vergangenen Jahr seien 1,1 Millionen Euro investiert worden. Es seien die Dächer über dem Vestibültrakt und Teile davon über der Prälatur saniert worden. 2017 sollen die Dächer über dem Exerzitienhaus saniert und jene über der Prälatur finalisiert werden, informierte Pröll. Mittlerweile könne man auch die Gesamtkosten abschätzen, diese würden bei etwa 6,7 bis 6,8 Millionen Euro liegen.

„Wir haben eine Verantwortung nicht nur gegenüber der zurückliegenden, sondern auch gegenüber der nachfolgenden Generation“, führte der Landeshauptmann aus, warum man von Seiten des Landes derart in der Denkmalpflege bemüht sei. Das Erbe, das man übernommen habe, sei „von hohem kulturellen Wert“. „Das Stift ist ein wesentlicher Wirtschafts- und Tourismusfaktor“, sagte Pröll, dass dieses rund 100.000 Besucher pro Jahr verzeichne, zuletzt 30.000 aufgrund der Kabinenschifffahrt. Das Stift sei weiters „ein bestimmender Faktor für die Lebensqualität“, führte Pröll aus, dass die Lebensqualität auch einen großen Einfluss auf Betriebsansiedlungen habe.

LH Pröll: Wir sind ein christliches Land

„Das Stift Göttweig ist ein Kulturjuwel“, betonte der Landeshauptmann, dass dieses einen großen Beitrag geleistet habe, dass die Wachau Weltkulturerbe geworden sei. Dieses reiche vom Stift Göttweig bis zum Stift Melk und das sei „ein Symbol für die christliche Welt“, hielt Pröll fest: „Wir sind ein christliches Land mit einem christlichen Erbe, auf das wir stolz sind.“ Zudem habe hier „viel Geschichte stattgefunden“, sagte Pröll, dass Kaiserin Maria Theresia hier zu Besuch gewesen sei. Das zeigt auch die Sonderausstellung „Maria Theresia – zu Besuch in Göttweig“, die zum Saisonstart am 25. und 26. März im Museum bei freiem Eintritt besucht werden kann.

„Das Stift Göttweig ist Standort des Europa-Forum Wachau“, betonte Pröll, dass dieses eine 20-jährige Tradition habe. Der große Wert des Europa-Forums bestehe darin, „dass sich hier das gesamte Europa die Hand gegeben hat“, hier werde nach- und vorgedacht. So sei eine Reihe von europapolitischen Impulsen von Stift Göttweig ausgegangen. „Das Stift Göttweig ist somit Impulsgeber weit über die Grenzen des Landes hinaus“, so der Landeshauptmann.

In den letzten zehn Jahren seien rund 15 Millionen Euro für Sanierungsarbeiten in den Stiften investiert worden. Jährlich investiere das Land Niederösterreich fünf bis sechs Millionen Euro in die Denkmalpflege, das bedeute auch „besondere Impulse für den Arbeitsmarkt“, so Pröll.

Landeshauptmann Pröll bedankte sich bei Abt Columban Luser für die „exzellente Zusammenarbeit“ und bei Präsident Hameseder für die große Fördersumme, die durch den Förderverein verfügbar gemacht worden sei.

Im heurigen Jahr stehe die Dachsanierung im Nordtrakt über der Prälatur und weiters über dem Exerzitienhaus auf dem Plan, informierte Abt Columban Luser. Im Exerzitienhaus habe man „über 30 Betten für Menschen, die sich in die Stille zurückziehen wollen“, das sei ein wachsender Bereich, so Luser. Der Abt bedankte sich herzlich bei Landeshauptmann Pröll: „Wir blicken auf fünf Jahre zurück, die ganz hervorragend in der Zusammenarbeit waren.“ Er bedankte sich auch beim Bund, das Projekt wieder mit 15 Prozent der Kosten zu unterstützen, und bei Präsident Hameseder: „Es ist eine Freude zu sehen, wie viele mitgeholfen haben, dass das Projekt gelingt.“

Präsident Hameseder führte aus, dass der Förderverein mit dem Ziel gegründet worden sei, „dieses komplexe Dachsanierungsprojekt zu unterstützen“ und sich das Ziel gesetzt habe, eine Million Euro beizusteuern. Es seien insgesamt 630.000 Dachziegel, die neu verlegt werden, dieses Ziel habe man fast geschafft. Der Verein habe 39 Mitglieder, aber weit mehr als tausend Spender. Mit Ende des letzten Jahres sei der Spendenbetrag bei 916.000 Euro gelegen, man kratze damit an der Millionengrenze und freue sich, diese im heurigen Jahr überschreiten zu können. Aufgebracht habe man diese Summe durch eine Vielzahl an Veranstaltungen wie „Klassik unter Sternen“ mit Elīna Garanča, das heuer wieder am 7. Juli stattfinde, Golfturniere und auch Wallfahrten.

Von den Projektkosten werden 25 Prozent vom Land Niederösterreich, 15 Prozent vom Bund, die Hälfte vom Stift selbst und zehn Prozent vom Förderverein getragen.