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Pfarre Traismauer setzte Reliquie von Papst Johannes Paul II. feierlich ein

Traismauer, 25.09.2017 (dsp) In der Stadtpfarrkirche Traismauer wurde eine Reliquie des Heiligen Johannes Paul II. im Rahmen eines Festgottesdienstes feierlich eingesetzt. Die Stadtpfarre Traismauer erhielt heuer eine Blutreliquie des Heiligen Johannes Paul II., die vom ehemaligen Krakauer Erzbischof und langjährigem Privatsekretär des ehemaligen Papstes, Kardinal Stanisław Dziwisz, überlassen wurde.

Diese wurde heute in einem goldenen Reliquiar in einer speziell adaptierten Nische bei einem Seitenaltar der Stadtpfarrkirche eingesetzt. Am Seitenaltar wurde auch eine 60 Zentimeter hohe Holz-Statue des Heiligen Johannes Paul II., die von einer renommierten Südtiroler Holzschnitzerei angefertigt wurde, aufgestellt und gesegnet.

"Der Glaube an Gott ist ein größerer Schatz als alles andere!"

"Wir freuen uns sehr, dass unserer Stadtpfarre diese seltene Reliquie des großen Heiligen Johannes Paul II. von seinem ehemaligen Privatsekretär Kardinal Dziwisz zur Verehrung überlassen wurde. Der heilige Johannes Paul möge uns durch seine Reliquie helfen, dass in unserer Pfarre, in unserem Land die Sehnsucht nach Gott größer wird, und dass die Menschen begreifen: Der Glaube an Gott ist ein größerer Schatz als alles andere. Mit der heutigen Einsetzung der Reliquie laden wir auch jederzeit zu einem Besuch vor dem Reliquiar und der Statue des Heiligen Johannes Paul II. ein: Durch das Gebet und die Verehrung dieser Reliquie können wir in noch innigeren Kontakt mit Jesus Christus treten, der der Erlöser und Retter der Menschheit ist", erklärte der Traismaurer Stadtpfarrer, Dechant Dr. Josef Seeanner, in seiner Festpredigt.

Er erinnerte in der Predigt auch an die zentrale Botschaft des Pontifikates des großen Heiligen: "Seine wahre Würde findet der Mensch nur dann, wenn er sich im Glauben an Jesus Christus für Gott öffnet. Der heilige Johannes Paul II. hat uns durch sein Leben und seine Lehre daran erinnert, dass wir von Gott aus Liebe ins Dasein gerufen und zur Liebe berufen sind. In den letzten Jahren seines Lebens war uns der heilige Johannes Paul auch ein großes Vorbild in der Annahme des Kreuzes. Schwer von Alter und Krankheit gezeichnet hat er seine Leiden aufgeopfert für die Kirche, die der geheimnisvolle Leib Christi ist."

Abordnung des St. Georgs-Ordens beim Festgottesdienst.

Am Festgottesdienst nahm auch eine Abordnung von Ordensrittern des St. Georgs-Ordens, des europäischen Ordens des Hauses Habsburg-Lothringen, teil, an der Spitze der Abordnung der Prokurator des Ordens, Vinzenz Stimpfl-Abele, der Komtur der Komturei NÖ - Heldenberg, Generaldirektor Dr. Peter Harold, der Vizekomtur, RA Mag. Bernhard Wagner, sowie die Generalsekretärin der Damen des St. Georgs-Orden, Gabriela Stimpfl-Abele. Dieser Orden hat die Anschaffung der Statue des Heiligen Johannes Paul II. unterstützt. Neben zahlreichen persönlichen Begegnungen des ehemaligen Papstes mit Mitgliedern der Familie Habsburg-Lothringen während seines Pontifikates ist das Erzhaus Österreich mit ihm vor allem auch durch die Seligsprechung des letzten Kaisers von Österreich, Kaiser Karl I., verbunden. Am 3. Oktober 2004 wurde Kaiser Karl I. von Papst Johannes Paul II. in die Reihen der Seligen der römisch-katholischen Kirche aufgenommen.

„Der St. Georgs-Orden als Orden des Hauses Habsburg-Lothringen fühlt sich dem Heiligen Johannes Paul II. sehr verbunden. Dieser große Heilige war und ist ein Vorbild dafür, dass man in Gesellschaft und Politik viel bewegen kann, wenn man konsequent zu seinen Werten steht und Haltung zeigt. Auch wir setzen uns dafür ein, dass Werte in unserer Zeit wieder bewusster wahrgenommen und auch geschützt werden. Das Wirken des ehemaligen Papstes Johannes Paul II. bei der Öffnung Osteuropas hatte auch einen maßgeblichen Anteil an der Wiederherstellung der Selbstbestimmung Mitteleuropas. Er legte damit auch den Grundstein für die heutigen Möglichkeiten der Arbeit des Ordens in den Donauländern!“, erklärte der Prokurator des St. Georgs-Orden, Vinzenz Stimpfl-Abele in einer Ansprache am Schluss des Festgottesdienstes. 

Zur Reliquie

Bei der Blutreliquie handelt sich um eine sogenannte Reliquie erster Ordnung, also eine kleine Menge Blut des Heiligen Johannes Paul II. Das Papstblut stammt von einer medizinischen Untersuchung, die vor einer notwendigen Operation stattgefunden hat. Dem Papst sind damals mit Blick auf eine mögliche Bluttransfusion insgesamt vier Ampullen Blut abgenommen worden, die dann nicht mehr gebraucht wurden. Die Ärzte haben dann seinerzeit selbst beschlossen, das Blut dem damaligen Papstsekretär und späteren Krakauer Erzbischof Stanislaw Dziwisz zu übergeben, der nun wiederum eine Reliquie davon der Stadtpfarre Traismauer zur Einsetzung überlassen hat.

Biographische Daten

Johannes Paul II. (lateinisch Ioannes Paulus PP. II) wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice, Polen geboren. Er war vom 16. Oktober 1978 bis zu seinem Tod 26 Jahre und 5 Monate lang Papst der römisch-katholischen Kirche, ein längeres Pontifikat ist nur für Papst Pius IX. belegt. Papst Johannes Paul II. verstarb am 2. April 2005 in seinen Privatgemächern  in der Vatikanstadt. Am 1. Mai 2011 sprach ihn Papst Benedikt XVI. in Rom selig, am 27. April 2014 wurde Johannes Paul II. von Papst Franziskus heiliggesprochen. Sein Gedenktag als Heiliger ist der 22. Oktober, der Tag seiner Inthronisation als Papst im Jahre 1978.