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Papst-Orden bringt frischen Wind in die Amstettner Pfarren

Amstetten, 22.03.2017 (dsp) Vom 30. März bis 2. April kommen sechs Jesuiten aus Innsbruck und Wien nach Amstetten. Sie laden zu einem umfangreichen Programm mit Vorträgen, Workshops, Gottesdiensten und Bußfeier (siehe unten). Die Profis in Sachen "Führung", "Kommunikation" und "Entscheiden" sind durch interessante Persönlichkeiten vertreten. So kommen unter anderem der Provinzial P. Bernhard Bürgler, P. Christian Marte (Direktor des Kardinal König Hauses) und P. Markus Inama (er ist Rektor in Innsbruck und betreut das Projekt "Concordia") in diesen Tagen nach Amstetten.

Ausgangspunkt: Es gab eine Anfrage seitens des Provinzials der Jesuiten an Diözesanbischof Klaus Küng mit der Bitte um eine Möglichkeit von "Kurz-Mission" in der Diözese St. Pölten. Die Entscheidung fiel im Herbst 2016 auf Amstetten. Seitdem ist das Projekt in der Planungsphase. Es gab bislang zwei Vorbereitungstreffen. Derzeit läuft die intensive Vorbereitung. Am 30. März heißt es: die Jesuiten sind da! Bischof Küng: „Die Fastenzeit ist eine uns geschenkte Zeit, um den lebendigen Glauben an Christus zu vertiefen und durch echte Herausforderung an Stärke zu gewinnen, wie es auch der ignatianischen Spiritualität seit Jahrhunderten zu eigen ist. In diesem Sinn wünsche ich allen gesegnete und fruchtbringende Tage in Amstetten!" Ähnliche Begegnungstage gab es bereits in den Diözesen Graz-Seckau, Feldkirch und Bozen-Brixen.

Das Projektteam vor Ort besteht aus den Pfarrern Peter Bösendorfer und P. Hans Schwarzl SDB, der Amstettner Franziskaner-Generaloberin Sr. Franziska Bruckner und Regionalbegleiterin Michaela E. Lugmaier sowie den Jesuiten P. Christian Marte SJ und Fr. Sebastian Ortner (Jesuit Volunteers). Die Verantwortlichen hoffen auf viele gute Begegnungen und viele Inputs, die man in den Alltag mitnehmen kann.

Projektbegleiterin Michaela Lugmaier: „Zielsetzung ist zum einen in Kontakt mit der Bevölkerung Amstettens zu kommen - und das auch an unterschiedlichen Orten, etwa in Schulen, Pfarren, Firmen, Pflegeheim, am Bauernmarkt.“ Es geht darum, achtsamer zu werden und voneinander zu lernen, wie die Botschaft Jesu in der Welt von heute gelebt und vermittelt werden kann. Dabei sollen auch die Anliegen des 2016 von Papst Franziskus - der ebenfalls Jesuit ist - ausgerufenen „Jahres der Barmherzigkeit“ in den Blick genommen und vertieft werden. Zum anderen wolle der Jesuitenorden auf sich und seine Grundpfeiler in puncto Spiritualität und Lebensführung aufmerksam machen.

Interview mit P. Bernhard Bürgler, Provinzial (Ordensoberer) der österreichischen Jesuiten:

1. Was sind die Ziele dieser Tage?

Die Ziele dieser Tage sind auf den Punkt gebracht, den Menschen, denen wir Jesuiten in diesen Tagen begegnen als einzelne und als Pfarrgemeinde einen Impuls zu geben „achtsam(er)“ zu sein. Achtsam zu sein auf die Botschaft der Fastenzeit, das ist die Botschaft der Barmherzigkeit, der Umkehr und Versöhnung; achtsam zu sein, auf das Wort des Evangeliums als Lebensweisung; achtsam zu sein für die Not und Bedürfnisse der Menschen am Rand unserer Gesellschaft, nicht zuletzt „vor unserer Tür“, in unseren Pfarren und Gemeinden; achtsam zu sein für den Ruf Gottes an uns, um auf die Frage antworten zu können „was ist Gottes Wille für mein Leben, meinem Beruf, meine Berufsentscheidung, etc. Die Veranstaltungen vom 30. März bis 2. April spiegeln diese Ziele wieder.

2. Was verbinden Sie mit dem Thema Achtsamkeit?

Auch im Blick auf das oben Genannte, verbinde ich mit Achtsamkeit vor allem Hellhörigkeit (deshalb innehalten, ruhig, still werden); Aufmerksamkeit und Wachheit für das, was mich bewegt, was mich umtreibt, was notwendig ist; aber ebenso Aufmerksamkeit für die Menschen um mich, ihre Not, ihre Angst, ihre Trauer … und Bereitschaft zur notwendigen Veränderung (in meinem Leben, in unserer Kirche, in unserer Gesellschaft).

3. Was sind die Erfahrungen mit diesen Tagen in anderen Diözesen?

Es war ein Impuls von Papst Franziskus, der ja selbst Jesuit ist, den wir im Jahr der Barmherzigkeit aufgegriffen haben. Letztes Jahr unter der Bezeichnung „Tage der Barmherzigkeit“. Wir wollten damit - wie früher durch die Volksmissionen - einen Beitrag in den Diözesen und Pfarren zum „Jahr der Barmherzigkeit“ leisten. Die große positive Resonanz hat dann zur Entscheidung geführt, dass wir dieses Angebot weiterhin machen wollen. Dieses Jahr auch in der Diözese St. Pölten, konkret in Amstetten. Zugleich wollen wir mit den Menschen das teilen, was uns im Glauben und in unserer Ordensspiritualität trägt: dass Gott in allen Dingen zu finden ist; dass Jesus, der Christus, der Weggefährte unseres Lebens ist; und dass uns als Christinnen und Christen der Dienst der Versöhnung anvertraut ist.

4. Warum soll ich als Amstettnerin oder Amstettner teilnehmen?

Spontan 3 Gründe: Wenn Sie neugierig sind auf das, was die Freude des Evangeliums, das Befreiende an der Botschaft Jesu ist. Wenn Sie das Gefühl haben, es wäre nicht schlecht, wieder einmal einen Impuls zur Vertiefung Ihres Glaubens zu erhalten. Wenn Sie die Chance wahrnehmen wollen, Jesuiten kennen zu lernen und mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

5. Was wünschen Sie sich als Ergebnis dieser Tage, wie bereiten Sie sich darauf vor?

Dass die Menschen aus unseren Begegnungen ermutigt, neugieriger auf die Botschaft Jesu, ein bisschen hoffnungsvoller, vielleicht getrösteter weggehen. Die beteiligten Mitbrüder bereiten sich auf die Tage inhaltlich und organisatorisch intensiv vor. Wir alle bereiten uns nicht zuletzt so vor, dass wir versuchen, jene Achtsamkeit zu leben, zu der wir die Menschen einladen möchten.

Termine:

Do., 30. März 2017
• 18.00 Uhr Abendmesse Klosterkirche Amstetten - Gottesdienst
• 19.00 Uhr Amstetten St. Stephan, Pfarrsaal - Vortrag und Gespräch mit P. Bernhard Bürgler SJ, Provinzial der Jesuiten in Österreich, Psychotherapeut

Fr., 31. März 2017
16.00-19.00 Uhr
• Workshop für Führungskräfte "Was Führungskräfte von Jesuiten lernen können. Konkrete Hinweise zum Führungsverhalten" mit P. Christian Marte SJ, Direktor des Kardinal König Hauses in Wien;
Ort: Wirtschaftskammer NÖ Bezirksstelle Amstetten, Leopold-Maderthaner-Platz 1, 3300 Amstetten
Anmeldung bis 27. März 2017 bei Michaela E. Lugmaier (Regionalbegleitung Mostviertel West); m.lugmaier@kirche.at bzw. unter 0676/82 66 88 202
19.00 Uhr Amstetten Herz Jesu, Don Bosco Saal
• Vortrag und Gespräch „Ignatius und Luther als Zeitgenossen und Glaubenszeugen. Wie wir uns heute als Christen an ihnen ein Beispiel nehmen können“ mit P. Friedrich Sperringer, Rektor der Jesuitenkirche in Wien, Superior der Jesuiten in Wien 1
19.00 Uhr Amstetten St. Marien, Pfarrzentrum
• Workshop für Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 Jahre „Bring Kopf und Bauch zusammen. So geht entscheiden!“ mit Fr. Sebastian Ortner SJ (er betreut u.a. die „Jesuit Volunteers“) und P. Markus Inama SJ (er leitet das Haus der Jesuiten in Innsbruck und arbeitet für „Concordia“)
Anmeldung und nähere Infos bei Michaela E. Lugmaier (Regionalbegleitung Mostviertel West); m.lugmaier@kirche.at bzw. unter 0676/82 66 88 202

Sa., 1. April 2017
„Ich hör dir zu. Jesuiten am Bauernmarkt“ am Hauptplatz Amstetten von 9.00 -12.00 Uhr
19.00 Uhr Amstetten Herz Jesu „Abend der Barmherzigkeit“
Hl. Messe mit themenbezogener Predigt, anschließend Anbetung und Möglichkeit zur Aussprache/Beichte

So., 2. April 2017
Gottesdienste in der Stadt mit Predigt
• 8.00 h Amstetten Herz Jesu (Predigt P. Christian Marte SJ)
• 8.30 h Amstetten St. Stephan (Predigt P. Markus Inama SJ)
• 9.00 h Amstetten St. Marien (Zelebrant P. Hans Brandl SJ)
• 9.30 h Amstetten Herz Jesu (Zelebrant/Predigt P. Christian Marte SJ)
• 10.30 h Amstetten St. Stephan (Zelebrant/Predigt P. Markus Inama SJ)
anschließend jeweils Begegnung vor Ort (Pfarrkaffee, Missionsmarkt)

Infos und Termine auf einen Blick: www.herzjesu-amstetten.at

Foto: Der Dechant von Amstetten, Johann "Johnny" Berger, Projektbegleiterin Michaela Lugmaier, die Amstettner Pfarrer P. Hans Schwarzl und Peter Bösendorfer