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„Papst-Leo-Preisträger sind Leuchttürme der Katholischen Soziallehre“

Jugendliche Preisträgerinnen des Papst Leo-Preises

Horn, 13.05.2017 (dsp) In Horn wurden am Freitag die renommierten Papst Leo-Preise für Personen vergeben, die sich um die Katholische Soziallehre verdient gemacht haben. Die Kärntner Präsidentin der Katholischen Aktion, Iris Straßer, erhielt den Hauptpreis. Außerdem wurden heuer erstmals zwei Jugendpreise vergeben. Der Gruppenpreis ging an das engagierte Wissensdurst-Team aus dem Bezirk Amstetten, der Einzelpreis an die Amstettnerin Lydia Steininger. Zu den Fotos ...

An dem Festakt der Papst-Leo-Stiftung, der maßgeblich von Roman Fröhlich organisiert wurde, nahmen zahlreiche Persönlichkeit aus Kirche, Politik und Gesellschaft teil. Kirchlicherseits waren u.a. der St. Pöltner Bischofsvikar Gerhard Reitzinger, Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion St. Pölten, der designierte Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese St. Pölten, Hans Wimmer, die Diözesanvorsitzende der Katholischen Jugend, Sophie Schinnerl, oder der Altenburger Abt Thomas Renner vertreten. Seitens der Politik nahmen Soziallandesrätin Barbara Schwarz und der Horner Bürgermeister Jürger Maier teil, der vom ehrenamtlichen Engagement der Horner Bevölkerung in der Flüchtlingsarbeit berichtete. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Jugendchor „DaChor“ sowie vom Horner St. Stephans-Chor.

Katholische Soziallehre hochaktuell

Der St. Pöltner Bischofsvikar Gerhard Reitzinger sagte bei dem Festakt, die Preisträger seien „Leuchttürme der Katholischen Soziallehre, die ihr ein Gesicht geben“. Sie würden zu sozialem Engagement in Gesellschaft, öffentlichem Leben und Kirche anregen. Die niederösterreichische Soziallandesrätin Barbara Schwarz meinte, die Katholische Soziallehre mit ihren Prinzipien Gemeinwohl, Subsidiarität und Solidarität seien auch heute noch hochaktuell. Es stelle sich die Frage, wie der Sozialstaat funktionieren solle. Es gelte, jenen Menschen, die es brauchen, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, ohne sie in Abhängigkeit zu versetzen. Schwarz erklärte zudem, dass wir akzeptieren müssten, etwas herzugeben, um bessere Strukturen in armen Ländern wie in Rumänien oder Bulgarien sowie in Afrika zu ermöglichen. Würde man dort keine Perspektiven schaffen, würden die Menschen zu uns kommen.

Preisträgerin Iris Straßer ist „gelebte Soziallehre“

Iris Straßer bekam die renommierte Auszeichnung für das von ihr initiierte und geleitete Projekt „Verantwortung zeigen“, das im Süden Österreichs versucht, verantwortliches Wirtschaften zu fördern. Die Netzwerkpartner aus Unternehmen und diversen Organisationen bekennen sich dazu, gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen, und engagieren sich etwa beim Thema Nachhaltigkeit oder für soziale Anliegen. Zentral seien persönliche Begegnungen, Straßer nennt dazu ein konkretes Beispiel: „Es ist für alle ein Gewinn, wenn etwa Bankangestellte einen Tag mit älteren Menschen im Rollstuhl verbringen.“ Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese St. Pölten, hielt in seiner Laudatio fest: „Wer etwas bewegen will, darf nicht alles selber delegieren, sondern kann selber etwas machen.“ Straßer sei dafür ein Paradebeispiel. Mit ihren Projekten würden Betriebe Ressourcen und Erfahrungen mit jenen teilen, die es wirklich bräuchten, so Haiderer. Straßer sei ein Vorbild für uns alle, sie sei „gelebte Soziallehre“. Ihre Projekte seien eine Win-win-Situation für alle: niederschwellig, auf Augenhöhe und bestärkend für alle.

Die Preisträger im Detail

Iris Straßer ist geschäftsführende Gesellschafterin der Strasser & Strasser Consulting GmbH. Sie initiierte und leitet das Projekt „Verantwortung zeigen!“, das sich seit 2006 bemüht, im Süden Österreichs mit Unternehmen und Organisationen als Partner ein verantwortliches Wirtschaften gelingen zu lassen sowie Wirtschaft und Gesellschaft einander näher zu bringen. 77 namhafte, meist größere und große Partner haben sich dieser Initiative bereits angeschlossen. Neben vielen anderen Projekten hat Straßer „Genial die Lehre meistern“ initiiert, ein außerschulisches Jugend-Mentorin-Projekt für Jugendliche mit schwierigen Ausgangssituationen, das sich zum Ziel gesetzt hat, junge Menschen zu begleiten und während der ersten Berufsphase zu unterstützen. Daneben ist Straßer auch als Lektorin an der FH Kärnten zu Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung, als Konsulentin der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit in der Steiermark und als Vorstandsmitglied des Wirtschaftsforums der Führungskräfte WdF Kärnten aktiv. Aber auch im ehrenamtlichen Bereich ist sie als Präsidentin der Katholischen Aktion der Diözese Gurk und auf anderen Gebieten intensiv engagiert.

Lydia Steininger war von August 2015 bis August 2016 im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres in Pointe Noire (Republik Kongo) als Volontärin im Einsatz. In einer von den Salesianern Don Boscos geleiteten Pfarre unterrichtete sie unter anderem Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 26 Jahren. Seit ihrer Rückkehr versucht sie durch Vorträge und andere Aktivitäten in Schulen oder Pfarren Vermittlerin zu sein zwischen zwei so unterschiedliche Kulturen wie der afrikanischen und der europäischen. Lydia Steininger ist 20 Jahre alt, studiert Theologie und Literaturwissenschaften und wohnt in Amstetten.
 
Das Wissensdurstteam wurde 2013 von jungen Menschen gegründet, die auch für andere etwas tun wollten. Seither organisiert das Team, das sich im diözesanen Seitenstettner Jugendhaus Schacherhof beheimatet fühlt, verschiedenste soziale und wissenswerte Veranstaltungen und Exkursionen für junge Erwachsene im Mostviertel. Das Team zählt sechs Mitglieder im Alter von 23 bis 28 Jahren.

Mit dem Papst-Leo-Preis werden von der Horner Papst Leo-Stiftung seit 1987 alle zwei Jahre Personen oder Institutionen geehrt, die sich um die Katholische Soziallehre durch Lehre und Publizistik, durch Umsetzung in Gesetzgebung, Projekten und Modellen sowie durch Akte sozialer Gerechtigkeit innerhalb Österreichs besonders verdient gemacht haben.