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Osterfreude auch in schwierigen Zeiten

Diözesanbischof DDr. Klaus Küng

St. Pölten, 16.04.2017 (dsp) An den von den Nazis hingerichteten evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer erinnerte Bischof Klaus Küng in seiner Predigt am Ostersonntag im Dom von St. Pölten: „Als Bonhoeffer von der Todeszelle abgeholt wurde, sagte er: 'Das ist das Ende – für mich der Anfang des wahren Lebens.'“ Die Worte führten „mitten in die Osterbotschaft, die auch dann standhält, wenn Terror, Krieg, Verfolgung das Leben der Menschen bedrohen“, betonte der Bischof: „Auch in bewegten, schwierigen Zeiten ist es möglich und angebracht, dass am Osterfest Freude aufkommt.“

Das Vorhandensein von Bedrohungen mache aber bewusst, dass das Feiern zu Ostern nicht dazu verführen dürfe, „das Kreuz wegzustellen“. Das Kreuz kennzeichne den Weg, „der zur Fruchtbarkeit, zum Ziel, zum ewigen Leben führt, es ist der Weg der großen Liebe, die Jesus nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt hat“.

Überall und zu allen Zeiten sei der Kampf zwischen Tod und Leben im Gange, führte Küng aus. Nicht nur in der Welt, in der Gesellschaft und selbst in der Kirche, sondern auch in unserem eigenen Leben sei dieser Kampf ständig präsent: Das Streben nach dem Guten und die Versuchung durch das Böse. Doch die Osterbotschaft laute: „Christus lebt, er ist der Sieger, er ist gegenwärtig durch die Kirche und er steht uns bei, sodass auch wir siegen können, obwohl wir schwach und begrenzt sind.“ Deswegen sei auch für den allerschwächsten Menschen dieser Weg möglich, „sofern er guten Willens ist, weil Er hilft“.

Der hl. Augustinus habe darauf hingewiesen, dass man Ostern nicht nur wie einen Gedenktag feiern, sondern in die österlichen Tage eintreten solle „wie in ein Mysterium“. Ein Gedenktag rufe Vergangenes wach, ein Mysterium, an dem wir teilhaben, sei aber noch etwas Gegenwärtiges, so Küng: „Im Mysterium sind wir Zeitgenossen Jesu, Zeitgenossen seiner Passion und seiner Auferstehung.“ Daher sei es uns möglich, einen christlichen Weg einzuschlagen und auf ihm zu bleiben, auch inmitten einer säkularisierten Gesellschaft, „weil wir nicht allein sind“: „Der Mensch gewordene Gott und Erlöser, Jesus, der Auferstandene, Lebendige ist mit uns.“ Der Bischof rief schließlich zur Zuversicht auf: Christus lebe, sei in und durch die Kirche gegenwärtig trotz unserer Schwächen und der Schwächen anderer. „Er stirbt nicht mehr und wird uns immer zur Seite stehen.“

Predigt im Wortlaut