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ORF überträgt Papstmesse aus Fatima live

Der große Papstgottesdienst zum 100. Jahrestag der Marienerscheinungen in Fatima ist am kommenden Samstag live im österreichischen Fernsehen zu sehen. Die Übertragung der Messe aus dem weltbekannten portugiesischen Wallfahrtsort, bei der Papst Franziskus vor mehreren Zehntausend Gläubigen die Seherkinder Francisco (1908-1919) und Jacinta Marto (1910-1920) heiligsprechen wird, beginnt um 10.15 Uhr im Programm ORF 2.

Aus dem Studio in Wien kommentieren der ORF-Religionsjournalist Christoph Riedl-Daser und der Theologe Paul Zulehner. ORF-Korrespondent Josef Manola wird live aus Fatima zugeschaltet.

Schon ab 9.55 Uhr sendet ORF 2 die Kurzdokumentation "100 Jahre Fatima" zur Geschichte des Wallfahrtsheiligtums, das zu den bedeutendsten der katholischen Kirche weltweit zählt. Nach dem französischen Lourdes ist Fatima der meistbesuchte Marienwallfahrtsort in Europa.

Der Gottesdienst am Samstag ist gleichzeitig Höhepunkt der 19. Auslandsreise von Papst Franziskus. Von Rom aus kommend trifft der Papst am späten Freitagnachmittag in Fatima ein. Noch am Abend ist eine erste Begrüßung der Pilger und ein gemeinsames Rosenkranzgebet mit Franziskus geplant. Anschließend feiert der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin eine nächtliche Messe mit den Fatima-Pilgern auf dem Platz des Heiligtums.

Am Sonntag wird Franziskus unmittelbar vor dem großen Gottesdienst die Basilika "Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz" besuchen, in der sich auch die Gräber der Fatima-Hirtenkinder befinden. Im Zuge des knapp 23-stündigen Aufenthalts in Fatima sind auch Begegnungen mit dem portugiesischen Staatspräsidenten Marcelo Rebelo de Sousa, Premierminister Antonio Costa sowie den Bischöfen vorgesehen. Der Vatikan hat auch ein Treffen des Papstes mit 350 Kranken sowie dem ältesten Priester Portugals, einem 104-jährigen Geistlichen, angekündigt. Am Samstagnachmittag reist der Papst nach Rom zurück.

Erste Erscheinung am 13. Mai 1917

In Fatima war erstmals am 13. Mai 1917 Maria den Hirtenkindern Francisco Marto, Jacinta Marto und Lucia dos Santos erschienen. Durch Mundpropaganda wurden die Kinder und der Ort berühmt. Während einer weiteren Erscheinung am 13. Juli 1917 sprach Maria erstmals jene Prophezeiungen aus, die als "Geheimnisse von Fatima" bekannt wurden. Laut Seherin Lucia (1907-2005), die als einzige der drei Kinder das Erwachsenenalter erreichte, enthielt der erste Teil die Vorhersage eines weiteren Weltkrieges. Das zweite Geheimnis bestand laut Lucia darin, dass Russland sich nach einer Weihe an das "Unbefleckte Herz Mariens" bekehren werde. Den dritten Teil der Weissagung schrieb die Ordensfrau 1944 nieder und verfügte, dass der Text nicht vor 1960 veröffentlicht werden dürfe. Erst Johannes Paul II. publizierte das "dritte Geheimnis" anlässlich der Seligsprechung von Jacinta und Francisco am 13. Mai 2000.

Der Text enthält auch die Vision eines "Bischofs in Weiß", der von Schüssen getroffen zusammenbricht. Schwester Lucia und Johannes Paul II. sahen darin einen Bezug auf das Papstattentat vom 13. Mai 1981. Nach dem französischen Lourdes ist Fatima der meistbesuchte Marienwallfahrtort in Europa. Zuletzt besuchte 2010 Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. Fatima. Auch Johannes Paul II. (1978-2005) und Paul VI. (1963-1978) reisten dorthin.

(KAP, 11.05.2017)