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Ordensvertreter Helm: Ökologie nach wie vor politisches Randthema

24.7.2017 (KAP) "Umweltschutz ist nach wie vor ein Randthema in der Politik": Das hat der Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs, Pater Franz Helm, nach der diesjährigen "Fachtagung Weltkirche" in Lambach betont.

Die Politik unterschätze immer noch die Brisanz des Themas, "weil die nachteiligen Folgen, die über kurz oder lang auf uns zukommen werden, im Moment noch zu wenig spürbar sind", sagte Helm im Interview mit "Kathpress". Das sei bedenklich, "denn jetzt hätten wir noch die Chance, dem Klimawandel entgegenzuwirken".

Kritik übte Helm auch am Wahlkampf für den Urnengang am 15. Oktober und die marginale Rolle, die das Umweltthema darin einnehme - im Unterschied zum bewusst hochgespielten Flüchtlingsthema. Eine Rolle spiele dabei auch die einseitige Berichterstattung in den Medien, die dem Umweltschutz zu wenig Aufmerksamkeit widmeten und "nur dann darüber berichten, wenn irgendwo wieder eine Katastrophe passiert".

Einkaufen "Akt des Abstimmens über Zukunft"

Ähnliches nehme er auch in der Gesellschaft wahr, denn auch dort sei Ökologie nur ein Randthema. Der Salesianerpater ortete eine große Verlustangst um den eigenen Wohlstand - und das nicht ganz grundlos, "denn wir müssen unseren Lebensstil umstellen". Ein auf Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit ausgerichteter Lebensstil eine entscheidende Zukunftsfrage. Helm unterstrich die Verantwortung aller Bürgerinnen und Bürger für ihr Konsumverhalten. Einkaufen werde zu einem "Akt des Abstimmens darüber, wie es in Zukunft mit der Umwelt aussieht". Hand in Hand müssten damit von der Politik geschaffene Rahmenbedingungen gehen, die einen nachhaltigen Lebensstil erst ermöglichen.

Eine positive Bilanz zog Helm zur von den Ordensgemeinschaften mitveranstalteten "Fachtagung Weltkirche" unter dem Motto "Die Erde sind Wir - Schritte zur ökologischen Umkehr" am 21./22. Juli in Lambach (OÖ). Ziel sei es gewesen, Erfahrungen aus anderen Kontinenten mit jenen aus Österreich zu verbinden. Thema sei auch eine Vernetzung mit verantwortungsbewussten Leuten in Wirtschaft und Politik gewesen, um in Folge konkrete Schritte zu ermöglichen. "Die Ökonomie wird oft gegen die Umwelt ausgespielt." Die Ordensgemeinschaften würden dafür eintreten, ökologische Fragen auf gemeinschaftlicher Ebene zu lösen, erklärte Helm.

An der Fachtagung nahmen rund 140 Interessierte teil, darunter Militärbischof Werner Freistetter als zuständiger EZA-Referatsbischof und der Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO), Heinz Hödl. Freistetter sprach von einer durch Klimawandel und Erderwärmung verursachten "globalen Bedrohung", die Menschen unverschuldet in Armut stürze, die Nahrungskrise verschlimmere und Lebensraum gefährde. Diese "dramatische Lage" fordere zu einer Umkehr und einem Umdenken auf, das zu einer Veränderung von "festgefahrenen Strukturen im politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich führt". Ein "großes Hoffnungszeichen" sei hingegen die von Papst Franziskus abgefasste Umweltenzyklika "Laudato si" (2015), in der ein Papst zum ersten Mal in dieser "intensiven und deutlichen Weise" auf den Klimawandel hingewiesen habe.

(24.07.2017, KAP)