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Ordenstag mit 500 Teilnehmern und viel Zuversicht

Mit einem festlichen Gottesdienst in der Konzilsgedächtniskirche in Wien-Lainz ist der diesjährige Ordenstag zu Ende gegangen. Rund 500 Ordensleute waren der Einladung der heimischen Ordensgemeinschaften zur Tagung gefolgt, die unter dem Motto "Aufbruch bewegt" stand.

Weiters nahmen auch der Apostolische Nuntius Peter Stephan Zurbriggen, die Bischöfe Wilhelm Krautwaschl und Alois Schwarz sowie Altbischof Maximilian Aichern am Ordenstag teil. Dem Gottesdienst stand der in Jerusalem wirkenden Benediktiner Nikodemus Schnabel vor. Er hatte zuvor in einem Vortrag über seine Bemühungen um Frieden im Heiligen Land und die Aufgabe der Christen vor Ort berichtet.

Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs (VFÖ), zog in ihrer Predigt einen Vergleich zwischen dem aktuellen Evangelium und den täglichen Schlagzeilen. In beiden sei die Rede von Seuchen, Naturkatastrophen, Hungersnöten und Kriegen. "Hören sich diese biblischen Verse nicht an, als würde man die Schlagzeilen einer Zeitung vorlesen?", so Mayrhofer wörtlich. Die Folge seien Vertriebene, Geflüchtete, Gestrandete, die auf dem ganzen Erdball unterwegs sein. "Wir erleben gerade die größte Flüchtlingsbewegung aller Zeiten", so die VFÖ-Präsidentin.

Die anwesenden Ordensleute ermutigete sie, sich mit Christus auf den Weg zu machen, zu jenen, "die müde geworden sind auf dem Lebensweg, zu allen, die als Vertriebene unterwegs sind entlang der Grenzzäune unserer panisch gewordenen ängstlichen Welt". Angesichts der sinkenden Mitgliederzahlen und dem steigenden Alter in den Gemeinschaften dürfe sich keine "dunkle Müdigkeit oder innere Lähmung" breit machen. Mit Papst Franziskus forderte Mayrhofer dazu auf: "Gehen wir singend voran!"

Blick auf Jesus und die Ränder der Gesellschaft

Auch im "Kathpress"-Interview am Rande des Ordenstages blickte Mayrhofer positiv in die Zukunft. Es werde immer wieder Menschen geben, "die nach dem Evangelium leben", in welcher Form das freilich passieren wird, könne auch sie nicht sagen. Schließlich liege es in der Hand Gottes, wen er beruft. Aus dem Engagement und der Hingabe Einzelner werde aber "etwas ganz Neues" wachsen, zeigte sich die Ordensfrau überzeugt.

Auf dem Weg durch eine "spannende Zeit" seien die Gemeinschaften aufgefordert, den  Blick auf Jesus und auf die Ränder der Gesellschaft zu richten. Dem Aufruf Papst Franziskus folgend sollen sie "an die Ränder gehen, aufbrechen, um bei den Menschen zu sein, die in Not sind, auch bei denen, die vielleicht noch nie etwas von Gott gehört haben", so Mayrhofer.

Aufbruch in Deutschland

Dass Klöster in die Gesellschaft hineinwirken und Menschen berühren, wurde beim Ordenstag u.a. am Beispiel der deutschen Zisterienserabtei Waldsassen deutlich. Äbtissin Laetitia Fech ist dort verantwortlich für ihren Konvent mit zwölf Schwestern, die Betreuung der Stiftsbibliothek, eine Mädchenschule, ein Kultur- und Begegnungszentrum und für das Gästehaus St. Joseph.

Waldsassen sei ein Ort, der Menschen anziehe, so Fech in einer Video-Botschaft an die Teilnehmer des Ordenstages. Die Abtei bietet neben kulturellen und touristischen auch seelsorgliche Angebote. Menschen vertrauten den Schwestern der Abtei immer wieder ihre Sorgen an, erzählte Fech. Per E-Mail bitten sie um Gebet für ihre Anliegen und "das nehmen wir sehr ernst".

Eine spirituelle Note werde auch im Gästehaus der Schwestern spürbar. "Die Menschen spüren, dass ein Klostergästehaus etwas anderes ist als ein Hotel", so die Äbtissen. Die Botschaft, jeder sei hier willkommen unabhängig von Religion und Herfkunft, komme bei den Besuchern an. "Sie spüren, dass wir aus dem Glauben und unserer persönlichen Gottesbeziehung dem Menschen begegnen wollen." 

(Infos zum Ordenstag unter www.ordensgemeinschaften.at)

(KAP, 29.11.2017)