Ministranten
Adventmarkt
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

NÖ-Familienverbände diskutierten über Zukunft der Familienpolitik

NÖ-Familienverbände mit Landesrätin Barbara Schwarz

St. Pölten, 30.06.2017 (dsp) Im Niederösterreichischen Landhaus in St. Pölten skizzierten die niederösterreichischen Familienverbände auf Einladung der Interessenvertretung NÖ-Familien unter dem Motto „Quo vadis Familienpolitik?“ ihre Erwartungen an eine familiengerechte Zukunftspolitik.

In der IV NÖ-Familien sind der Katholische Familienverband, die Kinderfreunde, der NÖ-Familienbund und der Freiheitliche Familienverband zusammengefasst. Vorsitzender ist Josef Grubner, der auch den Katholischen Familienverband der Diözese St. Pölten leitet.

Einig waren sich die Familienverbände, dass Familien Wertschätzung und entsprechende ideelle und finanzielle Unterstützung brauchen. Auch beim Thema Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung – also familiär oder institutionell – gab es Konsens. Die Kinderbetreuungseinrichtungen sollten vielfältig sein und sollten ausgebaut werden. Auch waren sich die Verbände einig, dass Familien und Kinder ein anzustrebendes Ziel seien und dass ihnen die Gesellschaft dafür Mut machen müsse. Einig waren sich weiters alle, dass Familienpolitik Zukunftspolitik sei und in alle anderen Politikbereichen hineinwirken müsse.

 

IV Familien-Vorsitzender Grubner: „Eine zukunftsorientierte NÖ Familienpolitik braucht Gerechtigkeit für die Familien und keine Almosen! Dies bedeutet vor allem keine weiteren Streichungen von Zuwendungen an Familien, jährliche Valorisierung der familienbezogenen Leistungen, Beitragsgerechtigkeit zwischen institutionellen und familialen Einrichtungen (Oma-Dienste, Tagesmütter) und die Ermöglichung von Wahlfreiheit bei der familiären Lebensgestaltung, dies insbesondere bei der Kinderbetreuung und bei Vereinbarkeit von Beruf und Familie!“

Niederösterreichs Familienlandesrätin Barbara Schwarz sagte, dass „Familie überall dort ist, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen“. Aus ihrer Sicht bräuchten Familien nicht nur Geld, sondern auch gesellschaftspolitischen Rückhalt. Das bedeute etwa, Kinder in Gasthäusern nicht als Störfaktor zu sehen. Man solle jungen Leuten nicht Angst davor machen, Kinder zu bekommen, sondern vielmehr aufzeigen, dass Kinder ein Schatz seien. Kinder, die ein gutes Zuhause hätten, würden stark sein und sich gut in die Gesellschaft einbringen und Verantwortung übernehmen.

Der renommierte Familienexperte Günter Danhel hielt seinen Impuls auf Einladung des Katholischen Familienverbandes über „Familien und Generationengerechtigkeit“. Folgende Aufgaben sieht er in der Familienpolitik: Familien in ihren Aufgaben finanziell und ideell unterstützen, ihre Leistungen anerkennen sowie familienfreundliche Rahmenbedingungen und echte Wahlfreiheit für alle Eltern schaffen.

„Generationengerechtigkeit“ meine, dass jede Generation der nächsten zumindest genauso viele Chancen und Handlungsspielräume hinterlassen sollte, wie sie selbst vorgefunden hat. Ebenso wie der ‚Generationenvertrag‘ nur als Drei-Generationen-Vertrag sinnvoll zu denken und zu verstehen sei, wirke um Generationengerechtigkeit bemühte Familienpolitik immer auch generationenübergreifend, d. h., sie bedenke ihre Auswirkungen auf alle Generationen und bezieht alle Generationen ein.

Danhel empfiehlt für Niederösterreich ua.:

o die Valorisierung familienbezogener Leistungen
o Familien als ‚Subjekte‘ der Familienpolitik – Förderung der familiären Autonomie und Stärkung der Familienkompetenzen (z. B. hinsichtlich der Gemeinwohlförderung durch Familien: Sozialisation, Inkulturation)
o „Familienhilfe durch Familien“ – z. B. in der Startphase der Familiengründung. Das Modell sieht die Übernahme von „Patenschaften“ durch ältere Familien und Paare in der Familiengründungsphase von Jungfamilien vor
o Beibehaltung und Ausbau eines differenzierten und an Lebenslagen und Lebensphasen orientierten Förderungssystems
o Förderung der Ehrenamtlichkeit und Unterstützung der Ehrenamtlichen
o Neben der Begleitung von Familien wird auch die Begleitung und Betreuung Älterer im Alltag an Bedeutung zunehmen
o Bedarfsgerechte Kinderbetreuung z. B. durch Ausbau des Tagesmüttersystems und des Oma-Dienstes
o Die Interessenvertretung der NÖ Familien sollte zur echten „Familienkammer“ des Landes mit Beratungs- und Impulsfunktion werden
o Wünschenswert ist die Wiedereinsetzung eines Familienausschusses im Landtag. Derzeit gibt es nur einen Sozialausschuss.
o Ein wichtiges Instrument von Familienpolitik ist die Familienberichterstattung. Wünschenswert ist die jährliche Erstellung und Veröffentlichung eines NÖ Familienberichts.
 
NÖ Familienbund-Landesgeschäftsführerin Irene Bamberger sprach über das Thema „Ist Elternbildung noch zeitgemäß?“ Bernhard Wieland, Landessekretär der NÖ-Kinderfreunde referierte über das Thema „Blaugelbes Kinderösterreich: In Stärken, Schwächen, Zukunftsfragen!“ und der Obmann des Freiheitlichen Familienverbandes thematisierte „Landesmaterien mit Familienrelevanz“.

Foto: NÖ-Familienverbände mit Landesrätin Barbara Schwarz