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Langjähriger NÖN-Chefredakteur Hans Ströbitzer beigesetzt

Requiem für Prof. Hans Ströbitzer

St. Pölten, 24.10.2017 (dsp) Mit einem feierlichen Requiem im St. Pöltner Dom verabschiedeten sich viele Weggefährten aus Kirche, Politik und Gesellschaft vom langjährigen NÖN-Chefredakteur Prof. Hans Ströbitzer, der im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

Sein langjähriger Freund und früherer Dompfarrer, Johannes Oppolzer, erinnerte an die frühe Bindung Ströbitzers an die Kirche. Fast hätte er noch als Soldat im Zweiten Weltkrieg kämpfen müssen, das blieb dem damals 15-Jährigen erspart, dennoch erlebte der gebürtige Strengberger die Gewalt des Krieges etwa in Form von Tieffliegerangriffen. Rasch führte er nach dem Krieg in der Pfarre die Katholische Jugend an, bald auch die Diözesanjugend, wo er seine Frau Inge kennenlernte, mit der er vier Kinder hatte und mit der er über 60 Jahre verheiratet war. Oppolzer erinnerte daran, dass er ein großes Herz für arme Menschen hatte. So unterstützte er die Emmaus-Gemeinschaft und engagierte sich im Arbeitslosenfonds der Diözese St. Pölten.

Der niederösterreichische Landtagspräsident Hans Penz sagte, Ströbitzer habe „unsagbar viel für das Land getan“. Überzeugend seien seine Werte und Haltungen gewesen, er habe den Blick für das Wesentliche gehabt. Schreiben, Denken und Handeln hätten bei ihm zusammengepasst. Er habe auch viele Menschen überzeugt, dass St. Pölten die Landeshauptstadt von Niederösterreich werden solle. Das Identitätsstiftende bei Ströbitzer hob auch Bürgermeister Matthias Stadler hervor, der seinen Beruf mit höchster Behutsamkeit ausgeführt und etwa als Journalist die Privatsphäre von Menschen respektiert habe. Er habe die Stadt St. Pölten geprägt und sei einer ihrer Vordenker gewesen.

Herbert Binder, früherer Geschäftsführer des Niederösterreichischen Pressehaus, betonte das Bemühen des Verstorbenen um die Verwirklichung des Guten, auch wenn er Realist gewesen sei. Dennoch sei es ihm um die Wahrhaftigkeit gegangen.

Hans Ströbitzer, 1930 im niederösterreichischen Strengberg geboren, war nach dem Studium der Staatswissenschaften 31 Jahre lang Chefredakteur der Niederösterreichischen Nachrichten. Er führte etliche Bezirksblätter zur NÖN zusammen. Auch als Autor, Herausgeber und Mitherausgeber zeitgeschichtlicher Bücher und Biografien - u.a über den St. Pöltner Diözesanbischof Franz Zak und Niederösterreichs Landeshauptmann Andreas Maurer - machte er sich einen Namen.

Ströbitzer war Mitglied des Presseclubs "Concordia", gehörte viele Jahre dem Verband Katholischer Publizisten als Vorstandsmitglied an und war auch mehrere Jahre im Österreichischen Presserat - dem Selbstkontrollorgan der österreichischen Printmedien - als Senatsmitglied bzw. als stellvertretender Vorsitzender tätig. Als Vorsitzender des ökumenisch getragenen "Club M" forcierte er vor allem die Diskussion über eine verantwortete und wertorientierte Medienarbeit. Beachtliches Echo fanden dabei Medienenqueten zu diesem Thema und die Untersuchung über das "Berufsbild und die Ethik der Journalisten in Österreich". Hans Ströbitzer war Träger zahlreicher Auszeichnungen der Kirche, des Staates, des Landes Niederösterreich und der Stadt St. Pölten.

Den Gottesdienst zelebrierten der St. Pöltner Dompfarrer Norbert Burmettler, der frühere Dompfarrer Johannes Oppolzer sowie Gotthard Schafelner. Seitens der Politik nahmen ua. Landtagspräsident Johannes Penz und der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler teil. Viele NÖN-Mitarbeiter/innen, ORF-Landesdirektor Norbert Gollinger oder die Vorsitzende des Verbandes Katholischer Publizisten, Gabriele Neuwirth, waren ebenfalls unter den Trauernden.