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Lange Nacht am 9. Juni: Kirchen als „regionale Nahversorger für Geist und Seele“

MMag. Manuela Rechberger (Diözesanmuseum), Propst Mag. Maximilian Fürnsinn (Stift Herzogenburg), LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf, Direktionsrat Peter Lafite (Sparkasse NÖ Mitte West AG), Diözesankoordinator Michael Scholz

St. Pölten, 29.05.2017 (dsp) In der „Langen Nacht der Kirchen“ am 9. Juni 2017 kann sich Kirche in ihrem vielfältigen Leben zeigen – nicht bloß auf das „Museale“ beschränkt und nicht nur retrospektiv. Das betonte Prälat Maximilian Fürnsinn, Propst des Stiftes Herzogenburg, bei der Pressekonferenz zur 10. „Langen Nacht der Kirchen“ im Gebiet der Diözese St. Pölten im Diözesanmuseum. Als „regionale Nahversorger für Geist und Seele“ bezeichnete Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf die Kirchen: „Es ist gut, dass sich die Kirchen am 9. Juni gerade auch jenen Menschen öffnen, die ihnen fernstehen.“
Videobericht TVW4

Im Jahr 2008 regte Dompfarrer Norbert Burmettler an, die in Wien bereits erfolgreiche ökumenische Veranstaltung auch in der ganzen Diözese St. Pölten zu veranstalten. Im ersten Jahr nahmen 30 Kirchen mit 180 Veranstaltungen teil. Im Jubiläumsjahr sind es 57 Orte mit 270 Einzelveranstaltungen, zu denen bis zu 30.000 Besucher erwartet werden. In den letzten Jahren kamen rund 200.000 Interessierte zu insgesamt über 3000 Angeboten.

Propst Fürnsinn: Das Schöne als Zugang zum Göttlichen

Die Kirche hat in den letzten Jahrzehnten das Gute und Wahre meist in den Vordergrund gestellt“, sagte Propst Fürnsinn. „Aber sie darf die Kategorie des Schönen nicht vernachlässigen, weil es ein Verweis auf Gott und seine Schöpfung ist. Das kann ein Zugang zum Göttlichen sein.“ Kultus und Kultur würden aus einer gemeinsamen Wurzel heraus wachsen: Das Eine ohne das Andere führe in „Banalität oder Oberflächlichkeit“. Gute Kunst sei im weitesten Sinn des Wortes immer „religiös“, was letztlich zur Gottesfrage führe, so Fürnsinn. „Ich hoffe, dass diese zentrale Frage in der 'Langen Nacht der Kirchen' nicht ausgeklammert wird, denn viele Menschen sehnen sich nach einem Zugang zu Gott. Da kann das Medium Gespräch und Kunst sehr viel vermitteln.“

LH-Stellvertreter Pernkopf: Kirchen als „Sinnstifter und Leuchttürme“

Die Kirchen seien seit Jahrtausenden nicht nur Kulturwahrer, sondern auch „Sinnstifter und Leuchttürme, die den Menschen den Weg ausleuchten, gerade auch wenn es sonst dunkel ist“, sagte der Stellvertreter der Landeshauptfrau von NÖ, Stephan Pernkopf. Die „Lange Nacht der Kirchen“ seien seit 10 Jahren ein eindrucksvoller Beweis für die lebendige Glaubenswelt in den Regionen und auch „ein Symbol, wie bunt, lebenslustig und vielfältig unsere Werte in die heutige Zeit übersetzt werden können.“ Pernkopf danke der katholischen und der evangelischen Kirche, „die den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern ein festes Fundament bereiten, und sie am Weg in die Zukunft begleiten“.

Stv. Superintendentin Schiller: Kirchen werden heilige Orte erst durch das Geschehen

Für evangelische Christen seien ihre Kirchen nicht heiliger als andere Orte, erklärte die Stv. Superintendentin von NÖ, Pfarrerin Birgit Schiller: „Sie werden heilig, weil etwas Heiliges darin geschieht, wenn Menschen allein oder mit anderen singen und beten, Gott suchen und finden. Aber es wird in unseren Kirchen auch geredet und gelacht, gegessen und das Leben gefeiert.“ Deshalb passe die „Lange Nacht der Kirchen“ gut auch zu den Evangelischen, wenn die Besucherinnen und Besucher die Kirchen einmal nicht im Rahmen von Gottesdiensten, sondern bei anderen Veranstaltungen erleben und dabei mit den Gastgebenden und miteinander in Kontakt treten.

Sponsor Sparkasse hebt Programme für Kinder und Jugendliche hervor

Durch die Förderung der „Langen Nacht der Kirchen“ bringe die Sparkasse Niederösterreich Mitte West AG ihre regionale Verbundenheit zum Ausdruck und handle im Sinne ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, unterstrich Direktionsrat Peter Lafite als Sponsorenvertreter. „Die zahlreichen Aktivitäten im Rahmen dieser einzigartigen Veranstaltungsreihe fördern den Dialog der Bevölkerung und machen zusätzlich die Kultur in den Kirchen erlebbar.“ Zusätzlich hob Lafite positiv hervor, dass es wieder spezielle Programme für Kinder und Jugendliche geben wird.

Diözesankoordinator der „Langen Nacht der Kirchen“: Einfach hingehen!

57 Kirchen im Diözesangebiet (NÖ-West) beteiligen sich an der „Langen Nacht der Kirchen“ am 9. Juni 2017. Das Programm besteht aus 270 einzelnen Veranstaltungen und wurde von Diözesankoordinator Michael Scholz vorgestellt: Von der offenen Kirche bis zur Dachbodenführung, vom Gesprächsforum bis zu Impulsen mit Farbe und Licht, vom Film bis zur spannenden Kirchenrallye. Im gesamten Niederösterreich beteiligen sich 90 Kirchen mit 430 Veranstaltungen.

„Die Teilnahme ist ganz einfach“, betonte Scholz. „Hingehen reicht aus! Es benötigt keine Vorkenntnisse und schon gar keine Scheu. Die Kirchen bieten die Möglichkeit, ganz unverbindlich in Kontakt zu kommen – ob nur schnell reinschnuppern oder sich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen bleibt ganz den Besucherinnen und Besuchern überlassen.“ Die Lange Nacht der Kirchen biete auch eine gute Gelegenheit für Begegnungen und Gespräche.

Das Programmheft für die Diözese St. Pölten liegt in den Kirchen auf bzw. kann auch kostenlos bestellt werden (solange der Vorrat reicht) unter langenacht@kirche.at oder 02742/324 3389.

Videobericht von der Pressekonferenz (TVW4)

Foto (v.l.): MMag. Manuela Rechberger (Diözesanmuseum), Propst Mag. Maximilian Fürnsinn (Stift Herzogenburg), LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf, Direktionsrat Peter Lafite (Sparkasse NÖ Mitte West AG), Diözesankoordinator Michael Scholz