Schöpfungszeit
Weinstöcke
Pilgergruppe
 
 

Land NÖ und Kirchen betonen gute Zusammenarbeit

Angesichts in der Bevölkerung verbreiteter Zukunfts- und Existenzängste müssten Politik und Kirchen gemeinsam versuchen, den Menschen Hoffnung zu geben.

Das haben die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Kardinal Christoph Schönborn am Freitag bei der traditionellen Begegnung der niederösterreichischen Landesregierung mit Amtsträgern der katholischen und der evangelischen Kirche im St. Pöltner Landhaus betont. "Wichtiger denn je" sei daher die bestehende gute Zusammenarbeit, für die sich die Vertreter aus Politik und Kirche gleichermaßen dankbar zeigten.

Die Welt sei unsicherer geworden, verwies Mikl-Leitner bei der Begegnung auf eine "brüchiger gewordene" Europäische Union und Herausforderungen im Zusammenhang mit Klimawandel, Digitalisierung oder Grenzen des Wirtschaftswachstums. Politik und Kirche müssten die Sorgen der Menschen ernst nehmen, auch weil sich diese sonst von ihnen abwenden würden. "Dabei hilft uns der christliche Glaube und die damit verbundenen Werte", sagte die Landeshauptfrau.

"Ich bin überzeugt, dass die Kirchen mehr denn je gebraucht werden", betonte Mikl-Leitner weiter, die Gesellschaft solle weiterhin christlich geprägt sein. Dafür notwendig sei neben der Weitergabe der geistigen Werte an die nächsten Generationen auch die der materiellen Werte, verwies die Landeshauptfrau auf die umfassenden Aktivitäten des Landes Niederösterreich zur Erhaltung von Kirchen, Stiften und anderen christlichen Baudenkmälern.

Kardinal Schönborn dankte bei der Begegnung ausdrücklich für das gute Miteinander von Land und Kirchen. "Andiamo avanti - weiter voranschreiten", zitierte er mit Blick auf die Zusammenarbeit Papst Franziskus. Der "Runde Tisch" von Politik und Vertretern verschiedener Konfessionen sei auch ein Zeichen dafür, wie das Leben in der Gesellschaft funktionieren könne. "Fürchtet Euch nicht" sei eines der wichtigsten und häufigsten Worte in der Bibel, wandte sich der Wiener Erzbischof einmal mehr gegen Angstmacherei in der Gesellschaft. Terror etwa habe nur dann eine Chance, "wenn ich Menschen auseinanderdividieren lassen den Mut verlieren", sagte Schönborn. "Eine feste Burg ist unser Gott", zitierte der Kardinal ein bedeutendes evangelisches Kirchenlied.

Der niederösterreichische evangelische Superintendent Lars Müller-Marienburg erinnerte bei der Begegnung an das diesjährige Reformationsjubiläum. Dieses trage dazu bei, dass an vielen Orten die Ökumene weiter vertieft werde, zeigte er sich überzeugt. "Wie dürfen das Jahr mit der Freude über uns selbst begehen, in dem wir auch verstärkt wahrgenommen werden", meinte der Superintendent. Gleichzeitig dürften die Feiern Probleme wie die sinkenden Zahl der Gläubigen und den Relevanzverlust der Kirchen im Leben der Menschen nicht überdecken. "Es ist nicht alles in Ordnung", verwies Müller-Marienburg auf die allgemeine "Krise der Institutionen". "Uns Evangelischen ist bewusst, dass es uns nicht besser geht, wenn es anderen Institutionen schlechter geht. Im Gegenteil, Ziel muss sein, dass es allen Institutionen wieder besser geht", meinte er.

Seitens der katholischen Kirche nahmen an der Begegnung auch der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng, die Weihbischöfe Stephan Turnovszky (Wien) und Anton Leichtfried (St. Pölten) sowie zahlreiche Äbte niederösterreichischer Stifte teil.

(16.06.2017, KAP)