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Winterwald
 
 

Katholische Jungschar Österreichs feierte 70-jähriges Bestehen

"Jungschar ist nicht Kinderbetreuung oder Kinderaufbewahrung, sondern Kinderbewegung": Diesen Leitsatz hat die Katholische Jungschar Österreich bei ihrer 70-Jahr-Feier im Priesterseminar Linz in den Mittelpunkt gestellt. Seit Ende April beging Österreichs größte Kinderorganisation ihr Jubiläum landesweit mit Festveranstaltungen und Kinderfesten in den Diözesen.

Abschluss war am Mittwoch ein Festgottesdienst mit Abendprogramm in Linz. Jugendbischof Stephan Turnovszky betonte dabei die wichtige Rolle der Katholischen Jungschar und erzählte, wie prägend die Zeit als Jungscharkind für ihn persönlich war. Mit dem Jungschar-Vorsitzteam Sara Dallinger, Anneliese Schütz und Christina Pfister, Jungschar-Bundesgeschäftsführerin Sigrid Kickingereder und rund 150 weiteren Gäste feierte auch der Salzburger Weihbischof Hansjörg Hofer.

"Die Kinder sollen nicht nach einem vorfabrizierten Ideal geformt werden": Diese Worte von Jungschar-Mitbegründerin Willy Lussnig seien auch 70 Jahre später noch gültig, betonte Christoph Riedl-Daser bei seiner Festrede. Der ORF-Journalist war in den 1990er Jahren Bundesgeschäftsführer der Katholischen Jungschar. Für ihn hat die Kinderorganisation einen wichtigen Beitrag zu einem neuen pädagogischen Verständnis in Kirche und Gesellschaft geleistet. In seiner Rede betonte er, dass die Jungschar bis heute "einen geschützten Raum bietet, damit Kinder zu frohen und zufriedenen Menschen heranwachsen können".

Seit 70 Jahren stehen die Kinder in der Mitte

Seit 1947 fördert die Katholische Jungschar Kinder bis 14 Jahre mit spielerischem und angstfreiem Lernen, Glauben und Gemeinschaft. Sie baut dabei auf zwei zentrale Eckpfeiler: das Aufgehoben-Sein der Kinder in einer christlichen Gemeinschaft und die unerschütterliche Haltung, die Kinder in die Mitte zu stellen. Bundesgeschäftsführerin Kickingereder beschrieb dieses pädagogische Verständnis der Gründungszeit in ihrer Rede als "spezielle Bildungsmethode", die bis heute gelte. Dazu zählte sie Errungenschaften wie koedukativ geführte Gruppen, Kooperation statt Konkurrenz, angstfreie Nikolausbesuche oder solidarisches Lernen.

Die kirchliche Kinderorganisation erreicht durch Aktivitäten, wie Sternsingen, Jungschar- und Ministrantengruppen oder Sommerlager, rund 70.000 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren. Dazu kommen noch Tausende jugendliche und erwachsene Ehrenamtliche, die Gruppen-, Pfarr- oder Lagerleitung übernehmen.

Bekannt ist die Jungschar auch durch das von ihr wiederbelebte Brauchtum des Sternsingens. 85.000 Sternsinger haben bei dieser Aktion seit ihrer Gründung vor 64 Jahren 17,1 Millionen Euro "ersungen". Mit den Spenden werden jährlich 500 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt.

(27.10.2017, KAP)