Entzündung der 2. Kerze am Adventkranz
Krippenschau im Diözesanmuseum
Winterwald
 
 

"Jugend Eine Welt" macht auf arme "Friedhofskinder" aufmerksam

"Es darf keine Friedhofskinder geben!": Mit diesem Appell hat sich das katholische Hilfswerk "Jugend Eine Welt" anlässlich der Kirchenfeste Allerheiligen und Allerseelen zu Wort gemeldet. In zahlreichen Großstädten weltweit hätten tausende Notleidende "Friedhöfe zu ihrem Zuhause gemacht, weil normaler Wohnraum für sie unerschwinglich ist".

Als Beispiel nannte "Jugend Eine Welt" die "Stadt der Toten" südöstlich von Kairo - in zwei riesigen Bereichen des El'Arafa-Friedhofes leben mehr als 300.000 Menschen -, aber auch bewohnte Friedhöfe auf den Philippinen in Manila bzw. Cebu City, in Gaza-Stadt im palästinensischen Gazastreifen, im kambodschanischen Phnom Penh oder in der liberianischen Hauptstadt Monrovia.

Die zunehmende Wohnungsnot in Großstädten treffe junge Menschen besonders hart, heißt es in einer Aussendung am Dienstag. Besonders in der Regenzeit legten sich in Monrovia Kinder und Jugendliche zu den Toten, "weil sie sonst kein Obdach haben", berichtete "Jugend Eine Welt"-Projektpartner Lothar Wagner. Durch den jahrelangen Rebellenkrieg und die Ebola-Krise hätten zahlreiche Kinder ihre Eltern verloren und seien auf der Straße gelandet. "Sie haben buchstäblich nichts mehr zu verlieren."

Schon jetzt lebe mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten, wies "Jugend Eine Welt" hin. Das in Menschenrechtsdokumenten verbriefte "Recht auf Wohnen" bleibe für immer mehr arme Menschen, die auf der Suche nach Arbeit in die Großstädte strömen, "reines Wunschdenken". Sie landeten oft in armseligen Slums ohne sanitäre Anlagen, ohne Strom-, Wasser- und Gesundheitsversorgung. "Für Kinder, die unter derart prekären Wohnverhältnissen aufwachsen, bedeutet das häufig auch fehlenden Zugang zu Bildung, viele von ihnen sind offiziell noch nicht einmal registriert", erklärte Geschäftsführer Reinhard Heiserer.

Die betroffenen Gemeinden sollten viel mehr Anstrengungen unternehmen, um für obdachlose Menschen und insbesondere alleinstehende Kinder gute, alternative Wohnmöglichkeiten zu schaffen, forderte "Jugend Eine Welt". Die Hilfsorganisation selbst schafft Abhilfe durch zahlreiche Hilfsprojekte, in denen obdachlose Kinder und Jugendliche ein Zuhause bzw. über Bildung und Ausbildung erhalten - und damit "die Chance, dem Teufelskreis aus Armut und Obdachlosigkeit zu entkommen".

 ("Jugend Eine Welt"-Spendenkonto: IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000 bzw. online spenden auf www.jugendeinewelt.at)

(31.10.2017, KAP)