Erntekrone
Pilgergruppe im Herbst
Herbstlandschaft Mostviertel
 
 

Große Nachfrage nach Seelsorge bei Urlaubern

Viele Touristen wünschen sich auch während des Urlaubs seelsorgliche Betreuung. Die dafür eingerichteten diözesanen Referate für Tourismusseelsorge sind kommunikative Drehscheiben für alle Aktivitäten im kirchlich-religiösen Bereich, werden aber in Berg- und Campinggottesdiensten, auf Pilgerwegen und spirituellen Wanderungen auch selbst pastoral tätig.

"Die Tourismuspastoral will helfen, Räume für Menschen unterwegs zu eröffnen, die die Seele stärken und die mit allen Sinnen eine Begegnung mit dem Schöpfer des Lebens ermöglichen", erklärte der Vorsitzender des Arbeitskreises für Tourismus- und Freizeitpastoral in Österreich, Roland Stadler.

Bei vielen Touristen nehme er vermehrt eine "Sehnsucht nach einem ganzheitlichen Urlaub" wahr, sagte Stadler. Menschen suchten Tage der Stärkung für Körper, Geist und Seele, um dann wieder kraftvoll in die Wirklichkeit des alltäglichen Lebens zurückzukehren. Um das erfüllen zu können, kooperieren zahlreiche touristische Einrichtungen mit kirchlichen Organisationen. So werden verschiedenste sinnstiftende, spirituelle Angebote für die Gäste möglich. Die Tourismusseelsorge bietet dabei die Mitarbeit bei der Entwicklung, Planung und Durchführung von spirituellen Initiativen für Gäste an, stimmt seelsorgliche und touristische Interessen in den Regionen miteinander ab und ist auch Ansprechstelle und Partner für Pfarren, ebenso wie für Beherbergungsbetriebe oder ganze Tourismusregionen.

Die Tourismusseelsorge wolle für "Menschen unterwegs" da sein, betonte Stadler. Zu ihrer Zielgruppe gehörten aber nicht nur Gäste aus anderen Teilen Österreichs oder anderen Ländern, zumal auch die Bevölkerung vor Ort spirituelle Angebote in ihrer näheren Umgebung suche. "In diesem Sinn haben wir Kurzurlauber, Immer-wieder-kommende und Einheimische gleichermaßen im Blick", so der Experte.

Die Kirche müsse im Tourismus, der ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Österreich sei, "präsent sein und die Menschen unterstützen - jene, die Erholung suchen, und jene, welche im Dienste an den Gästen stehen". Es gehe darum, "den Menschen auf ihrer Suche nach Heilsein an der Seite zu stehen, ihnen Augenblicke zu eröffnen, in denen sie spüren, dass das Leben mehr ist als Arbeit oder oberflächlicher Spaß." Gott solle in der Schöpfung ebenso wie etwa in Konzerten, im Gespräch oder in der Stille erfahrbar sein. Dabei zu helfen, sei das Anliegen der Tourismusseelsorge.

(KAP, 29.07.2017)